Asien

Alibaba entlässt Manager nach Vergewaltigungsvorwürfen

Der chinesische Technologieriese Alibaba hat einen Manager des Unternehmens entlassen. Dieser wird beschuldigt, eine betrunkene Kollegin vergewaltigt zu haben. Mehrere weitere Mitarbeiter wurden bestraft, da sie keine angemessenen Maßnahmen ergriffen hätten.
Alibaba entlässt Manager nach VergewaltigungsvorwürfenQuelle: Reuters © TINGSHU WANG

Das chinesische Unternehmen Alibaba Group hat einen Angestellten entlassen, der beschuldigt wird, eine Kollegin vergewaltigt zu haben. In einem Brief an die Alibaba-Mitarbeiter teilte der CEO der Alibaba Group Daniel Zhang mit, dass zwei weitere Manager, die nicht auf die Vorwürfe der betroffenen Frau reagiert hätten, zurückgetreten seien.  

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Quyi, der beschuldigte Vorgesetzte, soll gestanden haben, mit einer betrunkenen Mitarbeiterin in ihrem Hotelzimmer sexuelle Handlungen begangen zu haben, so die zu Alibaba gehörende South China Morning Post. Die Betroffene sagte, dass ihr Chef sie Ende Juli gezwungen habe, mit ihm auf eine Geschäftsreise zu gehen, um mit einem Kunden zu verhandeln. Dort habe der Vorgesetzte sie gezwungen, Alkohol zu trinken. Am Morgen sei die Frau ohne Kleidung in einem Hotelzimmer aufgewacht. Aufnahmen von Überwachungskameras sollen gezeigt haben, dass der Chef viermal ihr Zimmer betreten hätte. Alibaba-Chef Zhang betonte:

"Ihm wurde gekündigt, und er wird nie wieder eingestellt. Ob er eine Vergewaltigung oder eine gegen das Gesetz verstoßende Unanständigkeit begangen hat, wird von den Strafverfolgungsbehörden festgestellt."

Mehrere weitere Mitarbeiter sind entweder zurückgetreten oder wurden dafür bestraft, dass sie nach den Vergewaltigungsvorwürfen der Frau keine angemessenen Maßnahmen ergriffen haben. Nach der Rückkehr von der Geschäftsreise in die Firmenzentrale in Hangzhou habe die Frau von der Personalabteilung verlangt, ihren Chef zu entlassen und ihr einen freien Tag zu gewähren. In der Personalabteilung sei der Betroffenen zunächst versprochen worden, ihr zu helfen. Ihre Bitte sei später jedoch ignoriert worden. Zhang bezeichnete den Vorfall als eine Demütigung für alle Angestellten im Unternehmen und unterstrich:

"Veränderung ist nur möglich, wenn jeder individuell handelt, aber es muss ganz oben beginnen. Es beginnt bei mir."

In einer Erklärung gegenüber der South China Morning Post erklärte Alibaba außerdem, dass das Unternehmen eine Nulltoleranzpolitik gegenüber sexuellem Fehlverhalten verfolge, und präzisierte, die Gewährleistung eines sicheren Arbeitsplatzes für alle Mitarbeiter Alibabas sei oberste Priorität.

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