Asien

Indien will Präsenz im Südchinesischen Meer verstärken

Das Südchinesische Meer ist zwischen mehreren Anrainerstaaten umstritten. Gleichzeitig mischen sich auch überregionale Akteure in den Konflikt ein – etwa die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland und jetzt auch Indien.
Indien will Präsenz im Südchinesischen Meer verstärkenQuelle: Reuters © SIVARAM V

Indien hat angekündigt, dass ein Verband seiner östlichen Kriegsflotte für zwei Monate im Südchinesischen Meer, in Südostasien und im westlichen Pazifik eingesetzt wird. Beteiligt an der Mission sind ein Lenkwaffenzerstörer, eine Lenkwaffenfregatte, eine Anti-U-Boot-Korvette und eine Lenkwaffenkorvette.

In einer Erklärung teilte das indische Verteidigungsministerium mit, dass dieser Einsatz die "operative Reichweite, die friedliche Präsenz und die Solidarität mit den südostasiatischen Ländern bei der Gewährleistung einer guten Ordnung im maritimen Bereich" unterstreichen solle.

Die Kriegsschiffe sollen an bilateralen Übungen mit der Kriegsmarine Malaysias, Vietnams, der Philippinen, Singapurs, Indonesiens und Australiens teilnehmen. Neben China beanspruchen auch die Philippinen, Brunei, Malaysia und Vietnam die umstrittenen Gewässer des Südchinesischen Meeres für sich.

Das indische Verteidigungsministerium erklärte am Montag:

"Sie werden auch an der multilateralen Übung MALABAR-21 an der Seite der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungskräfte, der Königlichen Australischen Marine und der US-Marine im westlichen Pazifik teilnehmen."

Der Militärverband werde mit den anderen beteiligten Seestreitkräften Übungen durchführen, um militärische Beziehungen aufzubauen und die Interoperabilität bei der Durchführung maritimer Operationen zu entwickeln, heißt es in der Erklärung.

Erst vor wenigen Tagen hatte Peking den Einsatz des britischen Flugzeugträgers Queen Elizabeth, die von einem US-Zerstörer begleitet wird, im Südchinesischen Meer als "bewusst feindselige, politische Provokation" bezeichnet. Zudem warnte das chinesische Außenministerium vor einer Destabilisierung des regionalen Friedens.

Dennoch erklärte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am 27. Juli:

"Ich finde es besonders ermutigend zu sehen, dass Freunde stärkere Sicherheitsbeziehungen zueinander aufbauen und damit die Reihe von Partnerschaften, die Aggressionen in Schach halten, weiter stärken."

Die USA streben laut Austin an, die "gemeinsame Präsenz im indopazifischen Raum mit anderen engen Partnern und Verbündeten zu verstärken". Zudem warf er Peking vor, nicht gewillt zu sein, Streitigkeiten friedlich zu lösen und die Rechtsstaatlichkeit zu respektieren – nicht nur hinsichtlich des Streites um das Südchinesische Meer:

"Wir haben auch Aggressionen gegen Indien, destabilisierende militärische Aktivitäten und andere Formen der Nötigung gegen die Bevölkerung Taiwans erlebt."

Zwischen China und Indien besteht seit Jahrzehnten ein Streit um den genauen Verlauf der Grenzen. Laut indischen Medien habe China sich zuletzt geweigert, zwei Stellungen, die Indien beansprucht, zu verlassen und erklärt, dass Indien mit dem Erreichten zufrieden sein sollte.

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