Asien

Israel: Mitte Juni fallen die Masken – und bei uns?

Während in Deutschland in einigen Bundesländern die FFP2-Maske zum Standardrepertoire beim Einkauf oder im ÖPNV gehört, sieht es in anderen Teilen der Welt ganz anders aus. In Israel soll nun zum 15. Juni auch die Maskenpflicht komplett fallen.

In Deutschland ist seit Montag die Impfpriorisierung aufgehoben – Terminverfügbarkeit vorausgesetzt, kann sich nun in Deutschland jeder impfen lassen, der das möchte. In Israel ist man jedoch bereits einige Schritte voraus: Dort soll nun zum 15. Juni auch die Maskenpflicht komplett fallen. Dies verkündete am vergangenen Samstag der israelische Gesundheitsminister Juli Edelstein. Damit wäre Israel das erste Land, in dem alle Corona-Einschränkungen aufgehoben sind. 

Gesundheitsminister Edelstein erklärte vor kurzem:

"Am 15. Juni werden wir auch die Maskenpflicht abschaffen. Bis dahin bitten wir alle darum, die Maske weiterhin zu tragen." 

Dies gilt vorbehaltlich einer weiterhin stabilen Lage.

Bereits zum 1. Juni waren die Kontaktbeschränkungen aufgehoben worden. Zugleich schaffte Israel auch den umstrittenen "Grünen Pass", den digitalen Impfausweis, wieder ab. Damit würden israelische Bürger ab dem 15. Juni ihre Freiheitsrechte vollumfänglich zurückerhalten.

Auch Premierminister Benjamin Netanjahu betont die Wichtigkeit dieses Schritts. "Israel ist das erste Land der Welt, das Corona überwunden hat", so Netanjahu.

"Wir leben wieder, wir lachen wieder. Nicht nur hier in diesem Raum – in den Straßen, in den Einkaufszentren, auf den Märkten, auf den Sportplätzen, in den Kultureinrichtungen und Kinos, am Strand."

Die Abschaffung der Maskenpflicht sei auch und insbesondere für Kleinkinder und Babys wichtig:

"Es ist kritisch für Babys, wenn die Eltern Masken tragen, es ist ein echtes Hindernis für die Entwicklung von Kleinkindern. Wir sind, wie Sie wissen, sowieso im Bereich der Bildung mit Einschränkungen durch dieses Jahr gegangen – aber auch in dieser Hinsicht."         

Die Ursache für den Erfolg Israels im Kampf gegen COVID-19 sieht Premierminister Netanjahu in der erfolgreichen Impfkampagne. 56 Prozent der rund neun Millionen Einwohner sind bereits vollständig geimpft. Allerdings, so betonte Netanjahu, sei die Immunität durch die Impfung nicht dauerhaft. Sich in der nahen Zukunft erneut impfen zu lassen und die Impfung in der absehbaren Zukunft regelmäßig aufzufrischen, sei daher unabdingbar.

Netanjahu betonte auch, dass es wichtig sei, die allgemeine Gefahr von Pandemien anzuerkennen. Zukünftige Viren könnten womöglich ein noch größeres Risiko für die Weltbevölkerung darstellen. Staaten müssten auf diese Gefahr adäquat vorbereitet sein.

Der Blick in den angelsächsischen Raum

Auch in den USA und Großbritannien ist die Quote der vollständig geimpften Personen bereits relativ hoch: In den USA sind es 41,9 Prozent, in Großbritannien 40,9 Prozent.

In den USA wurden vor wenigen Wochen nach teils erbitterten Diskussionen die CDC-Guidelines angepasst – für Geimpfte ist demnach das Tragen einer Maske auch im Innenraum nun nicht länger erforderlich. Allerdings hatte es in den USA während der gesamten Pandemie keine für das ganze Land verbindliche Maskenregelung gegeben. Insbesondere in von Republikanern regierten Bundesstaaten gab es teilweise gar keine Maskenpflicht. Neben Israel und Schweden sind die USA damit eines der Länder mit der lockersten Regelung, was Masken anbelangt. 

Großbritannien hat einen ambitionierten Plan für den Ausstieg aus dem Lockdown angekündigt und in den ersten Teilen bereits umgesetzt. In der zweiten Junihälfte sollen die letzten Einschränkungen fallen. Dies wird jedoch die vollständige Abschaffung der Maskenpflicht noch nicht beinhalten. Aufgrund der indischen Virusvariante ist derzeit auch offen, ob der letzte Schritt am 21. Juni wie geplant umgesetzt werden kann. 

Deutschland steht noch zu weit am Anfang

In Deutschland sind derzeit etwa 20 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Als Voraussetzung für die Aufhebung aller Maßnahmen, einschließlich der Maskenpflicht, nennen viele Experten und auch die Politik die Erreichung der Herdenimmunität. Sollte diese den ersten Angaben zufolge ab etwa 60 Prozent Impfquote erreicht sein, wurde diese Zahl jetzt bereits auf 70 bis 80 Prozent vollständig Geimpfte nach oben korrigiert. Davon sind wir also noch ein gutes Stück entfernt. Wir dürfen uns zwar aktuell über einige Lockerungen bei den Einschränkungen freuen, und das Leben kehrt spürbar in die Straßen zurück. Doch bis die Maskenpflicht vollständig aufgehoben wird, dürfte noch einige Zeit vergehen.

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