Asien

Waffenstillstand im Konflikt an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan vereinbart

Die Situation an der tadschikisch-kirgisischen Grenze war am 28. April eskaliert. Beide Seiten meldeten Tote und Verwundete. Am Donnerstag teilte der kirgisische Außenminister mit, eine Einigung über den Waffenstillstand und den Abzug der Truppen sei erreicht worden.
Waffenstillstand im Konflikt an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan vereinbartQuelle: Sputnik © Michail Woskresenski

Im Anschluss an die Gespräche zwischen den diplomatischen Vertretern Tadschikistans und Kirgisistans in der tadschikischen Stadt Isfara haben die Teilnehmer am Freitag eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der beide Seiten ihre Absicht bekräftigen, den am 28. April an der Grenze zwischen den beiden Ländern ausgebrochenen bewaffneten Konflikt zu beenden.

Bereits am Donnerstag teilte der kirgisische Außenminister mit, mehrere Gesprächsrunden zwischen den beiden Top-Diplomaten hätten zu einer Einigung über einen vollständigen Waffenstillstand und den Rückzug der Streitkräfte an ihre ursprünglichen Stützpunkte geführt.

Laut der von beiden Seiten unterzeichneten gemeinsamen Erklärung verpflichten sich Tadschikistan und Kirgistan, "Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Eskalation der Spannungen zu vermeiden" und eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Vertretern von Strafverfolgungsbehörden und Mitarbeitern der Exekutive der beiden Länder zum weiteren Verhandlungsprozess "im Interesse zweier befreundeter Nationen" zu bilden.

Der Konflikt war am Mittwoch in einem umstrittenen Gebiet nahe der Wasserverteilungsanlage Golownoi ausgebrochen. Auseinandersetzungen unter Bewohnern der Grenzgebiete führten zu einem Feuergefecht zwischen tadschikischen und kirgisischen Streitkräften. Beide Seiten meldeten Tote und Verwundete sowohl unter Soldaten als auch Zivilisten. Bischkek beschuldigte Duschanbe des Versuchs, die Wasserverteilungsanlage zu besetzen. Den Berichten zufolge initiierte Kirgisistan am 29. April die Gespräche zur Beilegung der Auseinandersetzungen. Die Außenminister beider Länder betonten, der Konflikt müsse durch politische und diplomatische Mittel gelöst werden.

Die gemeinsame Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan ist rund 980 Kilometer lang. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieben mehrere Gebiete entlang der Grenze umstritten. In einigen Regionen kommt es wiederholt zu Streitigkeiten und Konflikten unter den Bewohnern der Grenzgebiete. Die Verhandlungen zur Demarkation der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan laufen bis heute, die letzte Sitzung fand im März 2021 statt.

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