Asien

Facebook blockiert "aus Versehen" Rücktrittsforderungen gegen indischen Premierminister

Facebook Indien erklärte, dass es "aus Versehen" Beiträge blockiert habe, in denen der Rücktritt des indischen Premierministers Narendra Modi gefordert wird. Das Unternehmen bestritt zugleich den Vorwurf, im Auftrag der indischen Regierung gehandelt zu haben.
Facebook blockiert "aus Versehen" Rücktrittsforderungen gegen indischen PremierministerQuelle: AFP © Diptendu Dutta

Facebook-Nutzer, die am Mittwoch versuchten, einem Hashtag-Aufruf zum Rücktritt des indischen Premierministers Narendra Modi zu folgen, landeten stattdessen auf einer Seite, auf der Facebook erklärte, dass die Beiträge vorübergehend blockiert seien, um "die Gemeinschaft sicher zu halten". Laut dem Nachrichtenportal Buzzfeed News waren die Beiträge für etwa drei Stunden nicht zu sehen, bevor Facebook sie wieder freigab.

Das Unternehmen sagte gegenüber der Online-Plattform "The Verge", dass der Hashtag "aus Versehen" blockiert worden sei und wies den Vorwurf zurück, dass dies auf Bitte der indischen Regierung geschehen wäre. Facebook fügte hinzu, dass es auf einige Inhalte des Hashtags reagiert hätte, ohne jedoch zu präzisieren, um welche Inhalte es sich dabei handelte.

Die vorübergehende Sperrung des Hashtags dürfte die Bedenken über den Einfluss der Regierungspartei BJP auf Facebook und die sozialen Medien im Allgemeinen weiter verstärken. Letztes Wochenende wurden auf Twitter Beiträge blockiert, die sich kritisch mit der Corona-Politik der indischen Regierung auseinandersetzten. Auch viele der Facebook-Posts mit dem Hashtag "ResignModi" verweisen auf die Corona-Krise.

Facebook ist in Indien schon seit geraumer Zeit deutlicher Kritik ausgesetzt. Im Oktober 2020 trat die für die Leitlinien von Facebook zuständige Chefin Ankhi Das zurück. Zuvor hatten Kritiker bemängelt, dass Facebook Indien es unter ihrer Führung versäumt hätte, "Hassreden" zu moderieren, die mit antimuslimischen Pogromen in Delhi in Verbindung gebracht wurden. Darüber hinaus gab es Bedenken, dass sie der Regierungspartei BJP zu nahe stehe, was zu einer unfairen Anwendung der Facebook-Richtlinien geführt hätte.

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