Asien

Iran gibt festgehaltenen südkoreanischen Tanker frei

Zuständige Behörden in Iran haben einen südkoreanischen Chemikalientanker und dessen Kapitän freigegeben. Dies teilte das südkoreanische Außenministerium mit. Teheran hatte Seoul aufgefordert, Vermögenswerte freizugeben, die unter US-Sanktionen eingefroren sind.
Iran gibt festgehaltenen südkoreanischen Tanker freiQuelle: Reuters © IRGC / WANA (West Asia News Agency)

Am Freitag konnte der festgehaltene südkoreanische Tanker MT Hankuk Chemi iranische Gewässer verlassen, teilte das Außenministerium Südkoreas in einer Erklärung mit. Man hob hervor, der Kapitän und die Besatzung seien bei guter Gesundheit und das Schiff voll funktionstüchtig.

Schiffsverfolgungsdaten zufolge hat die Hankuk Chemi den Hafen von Rajai in der Nähe von Bandar Abbas in Iran verlassen und setzt ihre Fahrt fort. Das Schiff befand sich rund drei Monate in Gewahrsam, nachdem es Anfang Januar in der Straße von Hormuz bei Oman beschlagnahmt wurde.

Während Teheran im Februar zustimmte, 19 Besatzungsmitglieder freizulassen, blieb der Kapitän in Haft. Weitere 12 Besatzungsmitglieder beschlossen an Bord zu bleiben, um bei der Wartung zu helfen.

Die Freigabe erfolgt inmitten eines monatelangen Streits um rund sieben Milliarden US-Dollar iranischer Gelder, die aufgrund von US-Sanktionen gegen die Islamische Republik bei südkoreanischen Banken eingefroren sind.

Obwohl iranische Medien Ende Februar berichteten, dass beide Seiten eine Einigung über die Rückgabe der Gelder erzielt hätten, bleibt unklar, welche Fortschritte seitdem gemacht wurden. Etwa zur gleichen Zeit berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News unter Berufung auf das Außenministerium, dass Seoul in Gesprächen mit Washington über die Angelegenheit stehe, präsentierte aber keine weiteren Details darüber, ob eine Einigung erzielt wurde.

Iranische Behörden behaupten, die Hankuk Chemi habe die Gewässer des Landes mit Petrochemikalien verschmutzt und gegen maritime Umweltgesetze verstoßen. Ali Rabiei, ein Sprecher der iranischen Regierung, wies Vorwürfe zurück, wonach die Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen worden seien und die Angelegenheit in Zusammenhang mit dem Streit um die Gelder stehe. Er beschuldigte jedoch Südkorea, das Vermögen seines Landes zurückzuhalten.

Die Vermögenswerte wurden im Rahmen einer Reihe von US-Sanktionen eingefroren, die im Jahr 2018 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump wieder in Kraft gesetzt wurden. Gleichzeitig stiegen die USA aus dem im Jahr 2015 zwischen Iran und den Weltmächten unterzeichneten Atomabkommen aus. Washington hat großen Einfluss auf internationale Finanzinstitutionen wie SWIFT und nutzt diese Macht, um andere Nationen unter Druck zu setzen.

Mehr zum Thema - Nach Tanker-Beschlagnahmung durch Iran – Südkorea entsendet Zerstörer in den Persischen Golf

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion