Asien

Kaschmir-Konflikt: Indien und Pakistan wollen Waffenstillstand befolgen

Der Konflikt zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan ist eine der älteren, immer noch ungelösten Grenzstreitigkeiten. Diese haben drei militärische Konflikte zwischen beiden Staaten verursacht. Seit 2003 herrscht offiziell Waffenstillstand.
Kaschmir-Konflikt: Indien und Pakistan wollen Waffenstillstand befolgenQuelle: www.globallookpress.com © Rana Sajid Hussain/ZUMAPRESS.com

Die Generaldirektoren für militärische Operationen Indiens und Pakistans haben bekannt gegeben, dass sie sich darauf einigten, den gegenseitigen Beschuss in der zwischen beiden Staaten umstrittenen Region Kaschmir einzustellen. Sie wollen einen nachhaltigen Frieden in der Region sichern.

Ein Waffenstillstand zwischen dem von Indien verwalteten und dem von Pakistan kontrollierten Kaschmir besteht rein formell seit dem Jahr 2003. Seitdem ist es aber zwischen den Armeen beider Staaten zu zahlreichen Kämpfen gekommen.

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Entlang der faktischen Demarkationslinie in Kaschmir ("Line of Control") kommt es häufiger zu Gefechten. Pakistan behauptet, dass indische Streitkräfte mindestens 175 Mal über die Demarkationslinie, die beide Länder trennt, geschossen hätten, was zu acht zivilen Opfern geführt habe. Im Jahr 2020 behauptete Indien, Pakistan habe bis zu 5.133 Mal gegen Grenzvereinbarungen verstoßen, was zum Tod von 22 Zivilisten, 24 Soldaten sowie zu 197 Verletzten geführt habe.

Die beiden hochrangigen Militärs teilten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit:

"Im Interesse der Erreichung eines für beide Seiten vorteilhaften und nachhaltigen Friedens entlang der Grenzen haben die beiden Generaldirektionen vereinbart, sich mit den Kernproblemen und Sorgen des jeweils anderen auseinanderzusetzen, die dazu neigen, den Frieden zu stören und zu Gewalt zu führen."

Trotz dieses Schrittes erklärte ein indischer Beamter, dass das Land nicht plane, seine Truppeneinsätze entlang der Demarkationslinie zu reduzieren, da es die Truppen immer noch als notwendig erachte, um in dem Gebiet Infiltrationen von Pakistan aus zu verhindern sowie Aufständische zu bekämpfen. Es ist noch nicht klar, ob Pakistan seine derzeitigen Truppenstärken beibehalten oder versuchen wird, sie an die neue Vereinbarung anzupassen.

Die überwiegend muslimische Region Kaschmir ist ein umstrittenes Territorium, seitdem sich der ehemalige Feudalherrscher des Gebietes, Maharadscha Hari Singh, während der Dekolonialisierung und Partition Britisch-Indiens im Jahr 1947 entschied, Indien beizutreten. Gleichzeitig ereignete sich ein Aufstand gegen den Maharadscha sowie eine Invasion des Gebietes seitens muslimisch-paschtunischer Stammeskämpfer. Seitdem beanspruchen sowohl Indien als auch Pakistan das Gebiet für sich. Die Vereinten Nationen beschlossen, ein Referendum auf dem Gebiet durchzuführen, um die Frage zu klären, welchem Staat sich Kaschmir anschließen sollte. International wird daher nur anerkannt, dass Indien und Pakistan Teile Kaschmirs faktisch kontrollieren. In den 1940er- und 1960er-Jahren gab es zwei Kriege zwischen den beiden Seiten um die Region, ein weiterer kurzer Konflikt ereignete sich im Jahr 1999.

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