Asien

Sprung in die Freiheit: Nordkoreanischem Athleten gelingt spektakuläre Flucht in den Süden

Einem nordkoreanischen Mann, der sich später als Turner herausstellte, soll eine spektakuläre Flucht in den Süden gelungen sein. Laut Militärangaben hatte er den fast drei Meter hohen Zaun der entmilitarisierten Zone übersprungen, ohne jedweden Alarm auszulösen.
Sprung in die Freiheit: Nordkoreanischem Athleten gelingt spektakuläre Flucht in den SüdenQuelle: AFP © GANGHWA-GUN

Der Mann, der als Ende 20 beschrieben wird, überquerte die entmilitarisierte Zone (DMZ) in Richtung Südkorea gegen 19:00 Uhr am 3. November und soll für rund 14 Stunden von den Augen südkoreanischer Grenzsoldaten unentdeckt geblieben sein. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurde er erst am nächsten Tag etwa gegen 10 Uhr morgens weniger als einen Kilometer von der Grenze entfernt aufgegriffen und in Gewahrsam genommen. 

Nachdem südkoreanische Beamte den Mann befragten, weshalb und vor allem wie er geflohen sei, berichtete dieser, dass er über den fast drei Meter hohen Zaun gesprungen sei. Er soll dabei auf einen schmalen Eisenpfosten gestiegen sein, um diesen als Erhöhung zu verwenden. Die Beamten zweifelten an seiner Darstellung, da es sich selbst mit dieser Erhöhung um einen großen Abstand handelte. Um zu beweisen, dass er in der Lage war, über den Zaun zu springen, ließen ihn die Beamten erneut in ihrer Gegenwart springen, was er anschließend zweimal in Folge unter Beweis stellte. 

Sollte die Geschichte des Mannes zutreffen, so ist sie nicht nur wegen dieses Sprunges einzigartig, sondern auch deshalb, weil es ihm auch gelang, der Entdeckung durch nordkoreanische Grenztruppen zu entgehen, zahlreiche Landminen zu umgehen und dabei auch noch keinerlei Sensoren an der Grenze auszulösen. 

Der Nordkoreaner soll sich immer noch in Gewahrsam befinden, hat jedoch in der Zwischenzeit politisches Asyl beantragt. Seine gelungene Flucht hat Kritik an Südkoreas Militär- und Sicherheitssystem nach sich gezogen, nicht zuletzt deshalb, weil südkoreanische Grenztruppen so lange Zeit brauchten, bis sie den Mann auf ihrem Territorium ausfindig machen konnten. Auch deren Sensoren sollen gescheitert sein. Dies solle jedoch, wie ein Beamter des Joint Chiefs of Staff gegenüber Yonhap erklärte, ausführlich überprüft werden. 

Nach Angaben des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums sind seit 1948, dem Beginn der offiziellen Teilung beider Staaten, insgesamt 33.523 Nordkoreaner in den Süden übergelaufen. Nordkorea und Südkorea kamen 1953 überein, die bewaffnete Feindseligkeiten einzustellen, stehen sich jedoch noch immer feindlich gegenüber. Die Spannungen zwischen beiden Staaten nehmen derzeit wieder zu, vor allem aufgrund der gescheiterten Gespräche zwischen Nordkorea und den USA über eine Entnuklearisierung des Landes. 

Mehr zum Thema - Südkorea: Gelingt der Ausbruch aus dem US-Vasallentum?