Asien

Indische Händler verklagen Amazon wegen unlauterer Geschäftspraktiken

Amazon ist in Indien erneut mit einer rechtlichen Untersuchung seiner Geschäftspraktiken konfrontiert. Zuvor war es die indische Kartellbehörde, nun ist es eine Gruppe von mehr als zwei Tausend Händlern, die das US-Unternehmen wegen seines Vorgehens anprangern.
Indische Händler verklagen Amazon wegen unlauterer GeschäftspraktikenQuelle: Reuters © ABHISHEK N. CHINNAPPA

Das US-amerikanische E-Commerce-Unternehmen Amazon könnte in Indien vor einer neuen rechtlichen Herausforderung stehen. Eine Gruppe von mehr als zwei Tausend Verkäufern hat eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht. In der Klageschrift wird behauptet, dass die Handelsplattform einige Verkäufer aus dem Geschäft drängen könnte.

In der Anfang des Monats bei der indischen Wettbewerbskommission (CCI) eingereichten Klage beschuldigt die All India Online Vendors Association, ein Zusammenschluss der Online-Händler in Indien, das Unternehmen Amazon unlauterer Geschäftspraktiken. In der von Reuters eingesehenen Klageschrift behauptet die Gruppe, dass der indische Großhandelszweig von Amazon massive Warenmengen direkt von den Herstellern kaufe und diese dann mit Verlust an Unternehmen weiterverkaufe, die er bevorzugt. Diese Firmen würden die Produkte dann auf der indischen Amazon-Handelsplattform mit Rabatten von bis zu 45 Prozent anbieten.

In der Klageschrift wird Amazons Tochtergesellschaft Cloudtail, der größte Einzelhändler auf der Amazon-Plattform in Indien, zudem als eines jener Unternehmen genannt, die von dieser Vorzugsbehandlung profitieren. Laut der 700 Seiten umfassenden Akte kommen solche ausgewählten Verkäufer in den Genuss niedrigerer Gebühren, wenn sie ihre Waren auf der Plattform anbieten. Dies mache es für unabhängige Online-Händler schwieriger, im Wettbewerb zu bestehen. Beispielsweise zahlt Cloudtail angeblich 6,3 Prozent für elektronische Produkte, während unabhängige Verkäufer etwa 28,1 Prozent Gebühren zahlen müssen.

Im vergangenen Jahr musste Cloudtail den Betrieb kurzzeitig aussetzen. Das Unternehmen musste seine Eigentumsverhältnisse umstrukturieren, um der indischen Direktinvestitionspolitik für den elektronischen Handel zu entsprechen. Nach Angaben der Economic Times musste Amazon seine indirekte Beteiligung an dem Online-Einzelhändler auf 24 Prozent halbieren. Die Klägergemeinschaft schreibt in dem von Reuters zitierten Dokument:

Diese wettbewerbsfeindliche Vereinbarung verursacht eine Abschottung des Wettbewerbs, indem sie unabhängige Verkäufer vom Markt verdrängt.

Berichten zufolge bestätigte der Anwalt der Gruppe den Eingang der Klage bei Gericht. Es ist unwahrscheinlich, dass die indischen Regulierungsbehörden Einzelheiten des Falles veröffentlichen werden, sie werden jedoch in den kommenden Wochen entscheiden, ob der Fall weitergeführt werden soll.

Während Amazon stark in Indien investiert, geriet das Unternehmen bereits wegen seiner vermeintlich räuberischen Handelspraktiken in die Kritik. Im Januar leitete die indische Kartellbehörde eine ähnliche Untersuchung wegen der Verletzung von Wettbewerbsgesetzen durch Amazon und seinen indischen Rivalen Flipkar, der zu Walmart gehört, ein.

Amazon bestreitet die Vorwürfe und betont, dass die Untersuchung jeglicher Grundlage beraubt sei und irreparable Verluste verursachen werde.

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