Asien

Trost in Zeiten der Corona-Krise: Taiwan bietet Fake-Flüge für Reisehungrige an

Sehnsucht nach Reisestimmung während der Corona-Flugsperre? Ein taiwanesischer Flughafen hat die Lösung: Er lässt Passagiere für einen Flug einchecken, eine Pass- und Sicherheitskontrolle passieren und sogar das Flugzeug besteigen. Doch die Maschine bleibt am Ende am Boden.
Trost in Zeiten der Corona-Krise: Taiwan bietet Fake-Flüge für Reisehungrige anQuelle: Reuters © Ann Wang

Mitte Juni hat der Flughafen Taipeh-Songshan in der Hauptstadt Taiwans eine Ausschreibung gestartet, deren Gewinner sich ein "Reiseerlebnis" bei einem solchen Fake-Flug gönnen sollten, berichtete Reuters. Von circa 7.000 Teilnehmern des Wettbewerbs wurden 60 Menschen zufällig ausgewählt. Sie durften bereits am Donnerstag den neuen kuriosen Service testen.

Die Passagiere der ersten Flug-Imitation erhielten ganz übliche Bordkarten und gingen ganz gewöhnlich durch die Pass- und Sicherheitskontrolle, bevor sie in eine Airbus A330 der größten Fluggesellschaft Taiwans, China Airlines, einstiegen. Dort wurden sie wie auch bei anderen Flugreisen von Flugbegleitern empfangen und auf ihre Sitzplätze verwiesen. Laut dem Portal Untied Newsnahmen manche Fluggäste sogar ihr Gepäck mit, um besser in die Reiseatmosphäre einzutauchen.

Sobald alle Möchtegern-Globetrotter einstiegen, durften sie das Flugzeug gleich wieder verlassen, ohne dass sie dabei an ihr Traum-Reiseziel gebracht wurden. Trotzdem freuten sich die Teilnehmer des Fake-Fluges darüber, zumindest auf diese Weise ihr Fernweh etwas stillen zu können.

Die Idee hinter der Aktion besteht laut ihren Urhebern nicht nur darin, die reisehungrigen Taiwaner während des Lockdowns zu trösten, sondern auch, sie mit sämtlichen Renovierungen bekannt zu machen, die in dieser flugfreien Zeit vorgenommen wurden. Außerdem sollen ihnen dabei jene Vorbeugungsmaßnahmen präsentiert werden, die bis zu einem kompletten Sieg über die Corona-Pandemie zum Alltag der zivilen Luftfahrt gehören sollen.

Taiwan hat dank frühzeitiger und wirksamer Präventionsschritte die Corona-Pandemie bisher relativ glimpflich überstanden. Laut Statistik der Johns-Hopkins-Universität wurden im Inselstaat insgesamt 448 Infektionen nachgewiesen, sieben testpositive Menschen starben.

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