Lateinamerika

Exklusives Interview mit Lula vor Gang ins Gefängnis: "Die Elite will keine Demokratie"

Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat dem früheren Staatschef Ecuadors und RT-Moderator Rafael Correa ein Interview gegeben. Der Mitgründer der Arbeiterpartei und dreifache Präsident erklärt die Hintergründe der politischen Krise in seinem Land.
Exklusives Interview mit Lula vor Gang ins Gefängnis: "Die Elite will keine Demokratie"Quelle: RT

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte die Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten und derzeit aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten verfügt. Lula war Ende Januar vom Berufungsgericht in Porto Alegre wegen Korruption zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Stichhaltige Beweise dafür gab es nicht. 

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Die brasilianische Arbeiterpartei (PT) hält am inhaftierten Lula da Silva als Kandidat für die brasilianische Präsidentschaftswahl im Oktober fest und wird ihn entsprechend registrieren lassen.

Im Interview mit seinem ehemaligen ecuadorianischen Amtskollegen Rafael Correa stellt der brasilianische Politiker die Richtlinien seiner Wahlkampagne auf. So will er in erster Linie Brasilien von dessen Minderwertigkeitskomplex heilen:

Hier in Brasilien haben wir einen Minderwertigkeitskomplex: 'Alles, was in den USA vor sich geht, ist gut; alles, was in Brasilien vor sich geht, ist schlecht.' Das ist ein Minderwertigkeitskomplex, und ich habe mich dazu entschlossen, dem ein Ende zu setzen."

Zweitens will Luiz Inácio Lula da Silva alles ändern, was die "Putschregierung" verabschiedet hat:

Wir werden vieles wiederherstellen, was zunichte gemacht worden ist. Wir werden eine Kampagne organisieren, in der wir die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung in Brasilien thematisieren werden. Die Verfassung von 1988 ist zunichte gemacht worden. Sie existiert nicht mehr. Man hat 500 Novellen verabschiedet."

Drittens hat der ehemalige Präsident Brasiliens vor, die heimischen Medien zu "demokratisieren":

Denn in Brasilien existiert eine Abmachung zwischen den Medien, der Judikative, der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Das heißt, Menschen werden zuerst mit Hilfe der Medien beschuldigt. Und wenn die betroffene Person schon verurteilt ist, wird ihr ein Prozess gemacht … Die Medien verhalten sich so, als wären sie eine politische Partei. Sie treiben Politik morgens, abends und nachts. Jeden Tag mache ich die Medien darauf gefasst, dass ich eine neue Regelung schaffen werde, dass ich die Medien in Brasilien demokratisieren werde."

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