Lateinamerika

Liveticker Venezuela-Krise – Kreml: "US-Banditentum" in Venezuela ist Vorbote von Chaos

Nach der Militäroperation und gewaltsamen Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Militärs soll in der westlichen Hemisphäre eine neue geopolitische Realität entstehen. US-Präsident Trump droht weiteren missliebigen Staaten in der Region und fordert Zugang zu Venezuelas Bodenschätzen. Die Nachwirkungen der sich rasch ausweitenden Krise sind in der ganzen Welt zu spüren.
Liveticker Venezuela-Krise – Kreml: "US-Banditentum" in Venezuela ist Vorbote von ChaosQuelle: Gettyimages.ru © Anadolu/Kontributor
  • 6.01.2026 08:30 Uhr

    08:30 Uhr

    Kreml: "US-Banditentum" in Venezuela ist Vorbote von Chaos

    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja erklärt stellvertretend für die Moskauer Sicht, dass durch die seitens der USA militärisch durchgeführte Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro die Welt zurück in eine Ära "des Chaos und der Ungerechtigkeit" zu stürzen droht.

    Der Angriff Washingtons auf das lateinamerikanische Land habe gezeigt, welche Weltordnung die USA aufbauen wollen, erklärte der Diplomat am Montag in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats, und fügte hinzu, dass dies "selbst die überzeugtesten Atlantiker erschreckt" habe.

    Der russische Botschafter verurteilte das Vorgehen der USA unmissverständlich als "internationales Banditentum". Das offene Streben der USA nach "hegemonialen Ambitionen in Lateinamerika" und ihr Wunsch nach "uneingeschränkter Kontrolle über natürliche Ressourcen" trügen nur zu einem Wiederaufleben des Neokolonialismus und Imperialismus bei, so Nebensja.

    Die Weltgemeinschaft müsse sich geschlossen gegen die aggressive Außenpolitik Washingtons stellen, erklärte Nebensja und warnte davor, dass für jeden UN-Mitgliedstaat und die Zukunft der Organisation selbst "die Glocken bereits läuten".

    Die von den USA ausgehende Bedrohung für das System der internationalen Beziehungen zu ignorieren, würde zukünftig bedeuten, Verstöße gegen das Völkerrecht zu dulden und "zivilisiertes" Verhalten auf der internationalen Bühne zu missachten.

  • 5.01.2026 21:12 Uhr

    21:12 Uhr

    Kolumbiens Präsident vergleicht US-Angriff auf Venezuela mit Bombardierung Guernicas durch Hitler

    Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat sich auf X/Twitter zum US-Militärangriff auf Venezuela und der gewaltvollen Entführung des venezolanischen Präsidenten geäußert und schrieb:

    "Die USA sind das erste Land der Welt, das in der Geschichte der Menschheit eine südamerikanische Hauptstadt bombardiert hat. Nicht einmal Netanjahu, Hitler, Franco oder Salazar haben das getan."

    Er erklärte, die Südamerikaner werden dies "über Generationen hinweg nicht vergessen":

    "Die Wunde bleibt noch lange offen, unsere Rache darf nicht existieren, auch wenn unsere lateinamerikanischen Vorfahren uns immer von 'Vendetta' erzählen. Die jungen Männer aus den Armenvierteln lassen sich von diesen Gefühlen beherrschen und töten sich schließlich gegenseitig wegen einer Frau oder wegen Kleinigkeiten. Mit Vendetta macht man keine Revolutionen, und deshalb denken echte Revolutionäre nicht an Vendetta. Rache tötet das Herz, Banditen töten sich gegenseitig wegen Vendetta.

    Aber die Handelspartner müssen sich ändern, und Lateinamerika muss sich zusammenschließen, sonst wird es wie ein Knecht und Sklave behandelt und nicht wie das vitale Zentrum der Welt.

    Ein Lateinamerika mit der Fähigkeit, die ganze Welt zu verstehen, mit ihr Handel zu treiben und sich mit ihr zu verbinden. Wir schauen nicht nur nach Norden, sondern in alle Richtungen."

    Weiter führte er aus:

    "Die Allianz mit China und Russland hat nichts gebracht; Lula, unsere Allianz muss vor allem das gleiche Lateinamerika sein, das heute bombardiert wird."

    Doch die CELAC [Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten] nütze "uns heute aufgrund ihrer Regel des absoluten Konsenses nichts, es mangelt nicht an Präsidenten, die es vorziehen, weiterhin Sklaven ausländischer Regierungen zu sein, sie sehnen sich danach, vor dem König zu knien".

    "Aber die erste bombardierte südamerikanische Hauptstadt, wie es die Bombardierung Guernicas durch Hitler war, kann man nicht vergessen. Freunde bombardieren sich nicht gegenseitig."

  • 20:14 Uhr

    Maduros Sohn: "Heute ist es Venezuela, morgen kann es jedes andere Land sein"

    Maduros Sohn Nicolás Maduro Guerra hat sich bei der konstituierenden Sitzung des venezolanischen Parlaments zur Entführung seiner Eltern durch das US-Militär geäußert:

    "Wenn wir die Entführung von Staatschefs normalisieren, ist kein Land mehr sicher. Heute ist es Venezuela, morgen kann es jedes andere Land sein, das sich nicht unterwirft.

    Der Abgeordnete führte weiter aus:

    "Ohne Völkerrecht gilt in der Welt wieder das Recht des Stärkeren."

  • 19:34 Uhr

    Prozess soll am 17. März weitergehen

    Die Formalitäten sind geklärt: Nachdem sich Maduro und seine Ehefrau beide für "nicht schuldig" erklärt haben, terminierte Richter Alvin Hellerstein die nächste Anhörung auf den 17. März. Maduros Verteidigung hat nun also mehr als zwei Monate Zeit, um sich auf den weiteren Verlauf des Prozesses vorzubereiten.

    Maduros Anwalt Barry Pollack sagte Berichten zufolge, dass er "umfangreiche Anträge" erwarte, da Maduro das Oberhaupt eines souveränen Staates sei und somit Anspruch auf die Immunität seines Amtes habe. Er fügte hinzu, dass es Probleme mit der Rechtmäßigkeit der militärischen Entführung des venezolanischen Präsidenten gebe.

  • 19:18 Uhr

    Cilia Flores soll während Entführung "erhebliche Verletzungen" erlitten haben

    Cilia Flores erlitt "erhebliche Verletzungen während ihrer Entführung", sagte ihr staatlich gestellter Anwalt Mark Donnelly laut CNN unter Berufung auf seinen Korrespondenten in der Anhörung.

    Er deutete Berichten zufolge an, dass die venezolanische First Lady möglicherweise eine Fraktur oder schwere Prellungen an den Rippen habe und einer körperlichen Untersuchung unterzogen werden müsse.

  • 19:15 Uhr

    Demonstrationen vor dem Gerichtsgebäude

    Während im Inneren des Gerichtsgebäudes die Anhörung läuft, haben sich draußen Demonstranten und Unterstützer versammelt – sowohl von Maduro als auch von US-Präsident Donald Trump, der den Angriff auf das südamerikanische Land und die Verschleppung des Präsidenten als einen Coup für sich verbucht hatte.

  • 19:08 Uhr

    Auch Maduros Frau erklärt sich für "nicht schuldig"

    Auch Maduros Ehefrau Cilia Flores hat sich in allen Anklagepunkten für nicht schuldig erklärt.

    "Nicht schuldig, völlig unschuldig", soll sie dem Richter auf die Frage nach ihrem Plädoyer geantwortet haben.

  • 18:34 Uhr

    Maduro: "Ich betrachte mich als Kriegsgefangenen"

    Der Prozess in New York gegen den entführten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau hat offiziell begonnen. Der vorsitzende Richter Alvin Hellerstein hat den Gerichtssaal betreten und die Verhandlung eröffnet. Maduro und seine Frau tragen Berichten zufolge orangefarbene Gefängnisuniformen und Kopfhörer, um die Übersetzung der Verhandlung hören zu können. Der venezolanische Staatschef ist laut CNN an den Knöcheln gefesselt.

    Maduro hat sich zu Beginn der Verhandlung für nicht schuldig erklärt.

    "Ich bin ein anständiger Mann, der Präsident meines Landes", sagte er, als er vom Richter nach seinem Plädoyer gefragt wurde.

    Als er gebeten wurde, seine Identität vor Gericht zu bestätigen, sagte Maduro:

    "Ich bin der Präsident von Venezuela und betrachte mich als Kriegsgefangenen. Ich wurde in meinem Haus in Caracas gefangen genommen."

  • 18:20 Uhr

    Chinas UN-Botschafter: USA haben "Souveränität Venezuelas mutwillig mit Füßen getreten"

    Peking sei "zutiefst schockiert" über die "einseitigen, illegalen und tyrannischen" Handlungen der USA, erklärte der stellvertretende chinesische UN-Botschafter Sun Lei vor dem UN-Sicherheitsrat.

    Die USA hätten "die Souveränität, Sicherheit und legitimen Rechte und Interessen Venezuelas mutwillig mit Füßen getreten", sagte er und forderte Washington auf, sich an das Völkerrecht und die Grundsätze der UN-Charta zu halten.

  • 18:02 Uhr

    Maduro soll von prominentem Strafverteidiger Barry Pollack vertreten werden

    Der entführte venezolanische Präsident Nicolás Maduro wird vor US-Gerichten von Barry Pollack vertreten, einem prominenten Strafverteidiger, der lange Zeit den Mitbegründer von Wikileaks, Julian Assange, vertreten hatte. Dies berichtet NBC News unter Berufung auf Gerichtsunterlagen.

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