Lateinamerika

Streik in Ecuador: Gericht beschließt Freilassung auf Bewährung für Indigenen-Anführer

Die Festnahme eines der Organisatoren des Streiks in Ecuador hat die Proteste der Ureinwohner weiter angefeuert. Nach einem Richterbeschluss ist Leonidas Iza jetzt wieder unter Auflagen auf freiem Fuß. Er soll sich zweimal pro Woche bei der Staatsanwaltsschaft melden.
Streik in Ecuador: Gericht beschließt Freilassung auf Bewährung für Indigenen-AnführerQuelle: AFP © CRISTINA VEGA RHOR

Die ecuadorianische Richterin Paola Bedón hat am Mittwoch Leónidas Iza unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Präsident des Verbandes der indigenen Völker von Ecuador (CONAIE) und einer der Organisatoren des unbefristeten Streiks verbrachte somit 24 Stunden in Gewahrsam, nachdem er nach dem ersten Tag der Protestaktionen festgenommen worden war. Trotz der Behauptungen des Indigenen-Verbandes erkannte Bedón Izas Festnahme als legitim an.

Für die Zeit der Ermittlungen darf der CONAIE-Chef das Land nicht verlassen und soll sich jeden Mittwoch und Freitag bei der Staatsanwaltschaft melden. Iza wird zur Last gelegt, einen öffentlichen Dienst lahmgelegt zu haben. Demnach soll er zusammen mit seinen Anhängern die Autostraße E35 versperrt haben. Nach Ecuadors Strafgesetzbuch wird dies mit ein bis drei Jahren Gefängnis geahndet. 

Nach seiner Freilassung auf Bewährung wandte sich der Streik-Anführer an seine Anhänger und erklärte, dass der Kampf weitergehe. Er bedankte sich bei anderen Verbänden und sozialen Organisationen für den festen Zusammenhalt.

"Kameradinnen und Kameraden, auf dem Spiel kann sogar unser Leben stehen, aber wir bleiben auf den Beinen und gehen nicht in die Knie."

Die Polizei hatte Iza am Dienstagmorgen in der Nähe von Pastocalle in der Provinz Cotopaxi im Zentrum des Landes festgenommen. Ecuadors Allianz für die Menschenrechte kritisierte die Festnahme als illegal und willkürlich und warf der Regierung von Präsident Guillermo Lasso vor, das Recht auf sozialen Protest zu kriminalisieren und zu verfolgen. Im Internet tauchte ein Video auf, auf dem zu sehen war, wie die Beamten Iza im Beisein seiner Anhänger aus einem Wagen zerrten und abführten.

Der Indigenen-Anführer wurde zunächst in die Hauptstadt Quito verlegt, dann aber wieder zurück in die Provinz Cotopaxi. Einige Stunden lang war sein Verbleib ungewiss. In Quito und in Latacunga, der Hauptstadt der Provinz Cotopaxi, fanden Protestaktionen statt. Vor der Haftanstalt, in der sich Iza befand, kam es sogar zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Es gab Berichte über Verletzte. Die Polizei berichtete von Angriffen auf Beamte und Akte des Vandalismus.

Die Massenproteste hatten im Andenland am Montag begonnen. Sie entzündeten sich unter anderem an den hohen Spritpreisen. Indigene blockierten Straßen und stoppten unter anderem den Fernverkehr, indem sie in mehreren Teilen Ecuadors Barrikaden errichteten. 

Mit ihrem Streik wollen die Ureinwohner die konservative Regierung von Lasso dazu bringen, zehn Forderungen nachzukommen. Unter anderem verlangen sie, die Treibstoffpreise einzufrieren, den Schuldendienst für mehr als vier Millionen Familien zu stunden, faire Preise für landwirtschaftliche Produkte festzulegen und das Selbstbestimmungsrecht der indigenen Völker zu achten.

Mehr zum ThemaFestnahme eines Indigenen-Anführers heizt Proteste in Ecuador an

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team