Lateinamerika

Nach erneuten Blackouts: Venezuela beklagt weiteren "Terroranschlag" auf lokales Stromnetz

Am Sonntag ist in der Hauptstadt Caracas und anderen Teilen Venezuelas wieder der Strom ausgefallen. Dies teilte der venezolanische Minister für Elektrizität Néstor Reverol mit, der von einem erneuten "Terrorangriff" auf das Stromnetz des Landes sprach.
Nach erneuten Blackouts: Venezuela beklagt weiteren "Terroranschlag" auf lokales StromnetzQuelle: Reuters © Manaure Quintero

Die Stromausfälle seien durch eine Explosion in einem Umspannwerk im Bundesstaat Aragua ausgelöst worden, sagte Reverol dem staatlichen Fernsehsender VTV. Neben dem Hauptstadtdistrikt seien ihm zufolge auch Teile der Bundesstaaten Zulia, Mérida, Táchira, Nueva Esparta und Falcón betroffen gewesen.

Der Minister betonte, dass es sich bei der Explosion um einen "neuen terroristischen Angriff" auf das venezolanische Stromnetz handele, der Teil des laufenden "vielgestaltigen Krieges" gegen das Land sei. Die Sabotage des Stromnetzes sei ein "wichtiger Aspekt" dieses Krieges, wobei die Regierung und das Nationale Elektrizitätssystem (SEN) "täglich" gegen solche Versuche kämpften, fügte er hinzu.

Die Stromversorgung im Hauptstadtdistrikt sei inzwischen vollständig wiederhergestellt, und die Behörden arbeiteten daran, das Netz in anderen betroffenen Gebieten auf volle Kapazität zu bringen, so Reverol.

Die möglichen Hintermänner der vermeintlichen Sabotage nannte der Energieminister zunächst nicht. Die venezolanischen Behörden hatten aber schon früher die USA für ähnliche Vorfälle verantwortlich gemacht. Caracas beschuldigte Washington, das Land zu unterminieren und den legitimen Staatschef Nicolas Maduro aus dem Amt verdrängen zu wollen.

Das venezolanische Stromnetz wurde in den vergangenen Jahren von mehreren Ausfällen belastet. Das Komitee der von Stromausfällen betroffenen Menschen, eine Nichtregierungsorganisation, die diese überwacht, meldete allein in diesem Jahr mehr als 96.000 Stromausfälle und Schäden an etwa 38.000 Geräten.

Zuvor hatte Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez am Samstag angekündigt, dass die Regierung bald "Beweise" dafür vorlegen werde, dass ein massiver Stromausfall im März 2019 eine "elektrische Sabotage" gewesen sei. Infolge des Vorfalls wurden weite Teile des Landes für eine ganze Woche lahmgelegt, insgesamt 43 Menschen starben.

Damals hatte Präsident Nicolás Maduro darauf beharrt, dass das Stromnetz infolge eines von den USA unterstützten "Cyberangriffs" zusammengebrochen sei, und gesagt, dass der damalige US-Präsident Donald Trump für diese "Sabotage" "am meisten verantwortlich" sei.

Einige lokale Energieexperten, die von den Medien zitiert wurden, führten den Ausfall jedoch auf die Unterfinanzierung und schlechte Wartung des nationalen Stromnetzes sowie auf einen Mangel an entsprechend geschultem Personal zurück.

Mehr zum Thema - Der Stromausfall in Venezuela und die NATO-Strategie der Cyberangriffe

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