Lateinamerika

Corona-Chaos in Brasilien: Gesundheitsbehörden brechen WM-Qualifikation ab

Ein WM-Qualifikationsspiel zwischen Argentinien und Brasilien wurde unter absurden Umständen und mit verwirrenden Szenen abgebrochen. Vier argentinische Spieler hatten offenbar gegen brasilianische COVID-19-Vorschriften verstoßen.
Corona-Chaos in Brasilien: Gesundheitsbehörden brechen WM-Qualifikation abQuelle: Reuters © Amanda Perobelli

Die brasilianische Gesundheitsbehörde ANVISA (Agência Nacional de Vigilância Sanitária) hat unter turbulenten Umständen das WM-Qualifikationsspiel zwischen Argentinien und Brasilien abgebrochen, nachdem vier argentinische Spieler angeblich ihre Einreise aus Großbritannien verschleiert hatten, um das Spiel bestreiten zu können.
Der Torhüter von Aston Villa, Emiliano Martínez, sowie die Tottenham-Spieler Cristian Romero und Giovani Lo Celso hatten sich am Sonntagnachmittag in der Neo Química Arena von São Paulo rund sieben Minuten auf dem Spielfeld befunden, bis die Bundespolizei und Beamte der ANVISA eingriffen.

Die drei Spieler und Emiliano Buendía von Aston Villa, der auf der Tribüne saß, hatten Berichten zufolge die brasilianischen Vorschriften umgangen, wonach Reisenden, die sich in den vorangegangenen 14 Tagen in Großbritannien, Südafrika oder Indien aufgehalten haben, die Einreise in das Land untersagt ist – es sei denn, sie sind brasilianische Staatsbürger oder haben dort einen ständigen Wohnsitz.
In einer vor dem Anpfiff veröffentlichten Erklärung erklärte die ANVISA, sie habe Berichte erhalten, wonach die vier argentinischen Spieler, die am Freitag aus Venezuela nach Brasilien geflogen waren, "falsche Angaben" in ihren Gesundheitserklärungen vor dem Flug gemacht hätten. Die ANVISA forderte die örtliche Gesundheitsbehörde auf, die Spieler sofort unter Quarantäne zu stellen und sie daran zu hindern, sich auf brasilianischem Gebiet aufzuhalten.

"Auf der Weltbühne gedemütigt"

Aus noch ungeklärten Gründen standen Martínez, Romero und Lo Celso jedoch alle auf dem Platz, als das Spiel gegen Brasilien angepfiffen wurde. Kurz darauf kam es zu bizarren Szenen, als die Offiziellen auf das Spielfeld marschierten und das Spiel unterbrachen.

"Wir werden auf der Weltbühne gedemütigt. Was hier passiert, ist zutiefst bedauerlich", klagte der brasilianische Kommentator Galvão Bueno, während verwirrt dreinblickende Spieler, darunter Neymar und Lionel Messi, auf dem Spielfeld standen und darauf warteten, dass das Spiel fortgesetzt würde. Einige Minuten später wurde es offiziell abgebrochen.

"Wir sind an diesem Punkt angelangt, weil alle Anweisungen der ANVISA vom ersten Moment an nicht erfüllt wurden", sagte Antonio Barra Torres, Direktor der brasilianischen Gesundheitsbehörde ANVISA, im brasilianischen Fernsehen, wie AFP berichtet.

"[Die vier Spieler] wurden angewiesen, isoliert zu bleiben, während sie auf ihre Abschiebung warten, aber sie haben sich nicht daran gehalten. Sie gingen ins Stadion und betraten das Spielfeld, wobei sie eine Reihe von Verstößen begingen", so der Beamte weiter.

Der argentinische Nationaltrainer Lionel Scaloni erklärte, dass seine Mannschaft zu keinem Zeitpunkt darauf hingewiesen worden war, dass das Spiel nicht stattfinden könne.

Der Präsident des brasilianischen Fußballverbands, Ednaldo Rodrigues, kritisierte die Gesundheitsbeamten für den Zeitpunkt ihres Eingreifens. "Es tut mir leid für alle Sportfans, die das Spiel im Fernsehen sehen wollten", sagte er dem brasilianischen Sender SporTV.

"Bei allem Respekt für ANVISA, sie hätten das Problem schon früher lösen können und nicht bis zum Beginn des Spiels warten müssen."

Die Aufregung auf dem Spielfeld verwandelte sich schnell in einen diplomatischen und politischen Eklat, als Mitglieder der brasilianischen Opposition sich fragten, warum die Gesundheitsbehörden nicht so hart gegen den Präsidenten Jair Bolsonaro vorgingen, der sich wiederholt über die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 hinweggesetzt hat.

"Hoffen wir, dass ANVISA die gleiche Entschlossenheit an den Tag legt, wenn es um die Einhaltung der Gesundheitsvorschriften bei den Veranstaltungen geht, die der Präsident ohne Masken und Impfstoffe durchführt", twitterte der ehemalige Vorsitzende des Unterhauses, Rodrigo Maia.

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