Lateinamerika

Kolumbianische Polizei: Hinter Mord an Präsident Jovenel Moïse soll Ex-Funktionär aus Haiti stecken

Nach dem Mord an Haitis Staatschef Jovenel Moïse am 7. Juli tauchen immer neue Details auf. Nach Erkenntnissen der kolumbianischen Polizei sollen zwei Attentäter den Auftrag zur Ermordung von einem ehemaligen Mitarbeiter des haitischen Justizministeriums bekommen haben.
Kolumbianische Polizei: Hinter Mord an Präsident Jovenel Moïse soll Ex-Funktionär aus Haiti steckenQuelle: AFP © VALERIE BAERISWYL

Der Direktor der Nationalpolizei Kolumbiens, Jorge Luis Vargas, hat neue Details im Fall des ermordeten haitischen Präsidenten Jovenel Moïse bekannt gegeben. Als mutmaßlichen Drahtzieher des Mordanschlags nannte er Joseph Felix Badio, der früher im Justizministerium des Karibikstaates gearbeitet hatte. Vargas bestätigte dabei die Teilnahme zweier ehemaliger kolumbianischer Armeeangehöriger an dem Verbrechen und sagte, der festgenommene Germán Rivera und der von der haitischen Polizei erschossene Duberney Capador hätten von dem Ziel ihres Einsatzes gewusst.

"Einige – allem Anschein nach drei – Tage davor teilte Joseph Felix Badio, der ein Beamter des Justizministeriums gewesen war und in der Abteilung für Bekämpfung der Korruption beim nationalen Nachrichtendienst gearbeitet hatte, Capador und Rivera mit, sie sollten den haitianischen Präsidenten töten."

Nach Erkenntnissen der kolumbianischen Polizei hatte Badio bei einer früheren Begegnung mit Rivera, Capador und einem gewissen Ascar gesagt, das Ziel des Einsatzes sei es, den haitischen Staatschef festzunehmen. Vargas zufolge fanden die Treffen, auf denen der Mordanschlag ausgeheckt wurde, in Miami statt. Diesen Runden wohnten demnach auch der US-Bürger mit haitianischen Wurzeln James Solages, der haitianische Arzt Christian Emmanuel Sanon und der venezolanische Oppositionelle und Leiter des privaten Sicherheitsunternehmens CTU Security Antonio Enmanuel Intriago Valera.

Nach Angaben von Vargas gehörten Capador und Rivera zu einer Gruppe von vier Personen, die ab Ende April in Haiti einreisten. Im Juni folgten ihnen 20 weitere Kolumbianer. Sie stiegen anfangs in einem Hotel ab und erwiesen vor Ort in Gruppen aus jeweils sieben Mann Sicherheitsdienstleistungen. Rivera bekam über Western Union Geldbeträge überwiesen, um für die Verpflegung und Logistik des Einsatzkommandos in Port-au-Prince aufzukommen. Später zogen die Attentäter in ein Haus in der Nähe der Präsidentenresidenz um. Ein Großteil der Söldnertruppe wusste Vargas zufolge nicht, dass es sich um einen Mordanschlag handele.

Am Donnerstag hatte der kolumbianische Polizeichef bekannt gegeben, dass im Fall des Präsidentenmordes 18 Kolumbianer festgenommen seien. Die haitianische Polizei habe drei Verdächtige bei einem Einsatz erschossen. Drei weitere Kolumbianer seien auf der Flucht. Für die Organisation des Mordanschlags habe Rivera 50.000 US-Dollar bekommen.

Der 53 Jahre alte haitianische Staatschef war in der Nacht zum 7. Juli in seiner Residenz von einer schwer bewaffneten Kommandotruppe überfallen und erschossen worden. Seine Ehefrau überlebte die Attacke und wurde in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Florida ärztlich behandelt. Neben den 18 Kolumbianern wurden auch zwei US-Bürger mit haitianischen Wurzeln und drei Haitianer festgenommen.

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