Lateinamerika

Brasilien meldet erstmals mehr als 3.000 Corona-Tote in 24 Stunden

Brasilien durchbricht mit 3.000 Corona-Toten an einem Tag eine Marke, die bisher nur die USA überschritten hatten. Präsident Jair Bolsonaro, der einen landesweiten Lockdown ablehnt, mildert nun seinen Ton und erklärt das Jahr 2021 zum Jahr der Impfung der Brasilianer.
Brasilien meldet erstmals mehr als 3.000 Corona-Tote in 24 StundenQuelle: Reuters © Amanda Perobelli

Am Dienstag hat Brasilien als zweites Land der Welt nach den USA die Marke von 3.000 an einem Tag erfassten Corona-Toten durchbrochen. 3.251 Menschen starben nach Daten des einheimischen Gesundheitsministeriums vom 23. März (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden. Insgesamt starben damit in Brasilien 298.676 Menschen im Zusammenhang mit COVID-19. In derselben Zeitspanne wurden 82.493 neue Corona-Fälle registriert, womit die Zahl der positiv Getesteten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 12,1 Millionen stieg.

Wie das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf die Forschungseinrichtung "Fundação Oswaldo Cruz" (Fiocruz) berichtet, sei die Situation auf den Intensivstationen für COVID-19-Patienten wegen der Auslastung in 24 von 26 Bundesstaaten und dem Hauptstadtdistrikt in einem "kritischen Alarmzustand".

In einer Ansprache am Dienstagabend hob Präsident Jair Bolsonaro die seiner Meinung nach unermüdlichen Maßnahmen der Regierung in der Pandemie und die Bemühungen zum Erwerb von Impfstoffen hervor. 500 Millionen Impfdosen bis zum Jahresende seien "garantiert". "2021 wird das Jahr der Impfung der Brasilianer", sagte der Präsident. Einen Lockdown lehnte Bolsonaro aus wirtschaftlichen Gründen weiter ab. Dagegen kombinierten Bürgermeister und Gouverneure von wichtigen Städten und Bundesstaaten wie Rio einen Lockdown mit einem "Super-Feiertag" über zehn Tage von Freitag an.

In 16 brasilianischen Städten wurden laut G1 Kundgebungen registriert, bei denen die Menschen aus Protest auf Töpfe und Pfannen schlugen, auch "Mörder"-Rufe wurden aus offenen Fenstern, etwa in Rio de Janeiro, laut.

Bolsonaro hatte das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Monatelang zog er Sinn und Wirksamkeit von Impfungen in Zweifel. Den Impfstoff des chinesischen Unternehmens Sinovac, mit dem der Bundesstaat São Paulo ein Abkommen getroffen hatte, nannte der 66-Jährige nur die "chinesische Impfung". Bei dem Impfstoff von Pfizer und BioNTech befürchtete er die Verwandlung in einen Kaiman. Nach der Rückkehr des beliebten linken Ex-Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva auf die politische Bühne milderte er seinen Ton – auch mit Blick auf Impfungen – allerdings etwas ab.

Nun will der brasilianische Präsident sich nach einem Bericht der Zeitung Folha de S. Paulo selbst mit dem Impfstoff von AstraZeneca, auf den die brasilianische Regierung gesetzt hat, impfen lassen.

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