Afrika

Maghreb-Europa-Pipeline: Algerien droht Spanien, Gashahn zuzudrehen

Nachdem die spanische Regierung angekündigt hatte, die Maghreb-Europa-Pipeline von der spanischen Seite aus wieder zu öffnen, drohte Algerien damit, seine Gaslieferungen an Spanien komplett einzustellen. Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Algerien und Marokko wird die Pipeline seit Oktober nicht mehr betrieben.
Maghreb-Europa-Pipeline: Algerien droht Spanien, Gashahn zuzudrehenQuelle: AFP © STR

Algeriens staatlicher Energieriese Sonatrach deckte im Jahr 2021 mehr als 40 Prozent der spanischen Erdgasimporte. Der größte Teil davon fließt durch die 750 Kilometer lange Medgaz-Tiefwasserpipeline. Außerdem betrieb Algerien noch bis im vergangenen November die Gaz-Maghreb-Europe-Pipeline (GME) durch Marokko. 

Nach einem jüngsten "Hilferuf" Marokkos hatte die spanische Regierung angekündigt, die Maghreb-Europa-Pipeline von der spanischen Seite aus wieder zu öffnen. Um die Erdgasknappheit zu lindern, ist Spanien dabei, den Teil der Leitung unter der Straße von Gibraltar nach Marokko wieder in Betrieb zu nehmen: Marokko werde dadurch in die Lage versetzt, verflüssigtes LNG-Gas auf den internationalen Märkten zu kaufen, es in einer Regasifizierungsanlage auf dem spanischen Festland zu entladen und es über die Pipeline in sein Hoheitsgebiet zu bringen, berichtet die FAZ unter Berufung auf die spanische Regierung. Nach dieser Meldung drohte Algerien Spanien wegen eines Streits mit dem Nachbarland Marokko mit der Unterbrechung seiner Gaslieferungen an Spanien.

Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Algerien und Marokko wird die Erdgaspipeline "Maghreb-Europa", die von Algerien über Marokko nach Spanien führt, seit Oktober 2021 nicht mehr betrieben.

Den Betrieb dieser Pipeline stellte Algerien seinerzeit ein, um Marokko von der Versorgung abzuschneiden. Zwischen Algier und Rabat herrschen längst Spannungen, die auf den Westsahara-Konflikt zurückgehen. Die spanische Regierung gab kürzlich ihre Neutralität im Westsahara-Konflikt auf und erkannte faktisch die marokkanische Souveränität über die Westsahara an. 

Marokko beansprucht die Westsahara als Teil seines Staatsgebietes. Demgegenüber strebt die Polisario-Front die Unabhängigkeit der Region an. Die westsaharische Befreiungsbewegung wird ihrerseits von Algerien unterstützt. Algerien forderte Spanien nun auf, im Streit um die Westsahara wieder eine neutrale Position einzunehmen. Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune bekräftigte zugleich jedoch, dass sein Land ein verlässlicher Lieferant sei.

Die neuen Eskalationen im Westsahara-Konflikt erfolgten ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem der Ukraine-Krieg ausbrach und der Westen dabei ist, massive Sanktionen gegen russische Energieimporte zu verhängen. Algerien kooperiert bei der Erschließung seiner Rohstoffe eng mit Russland. Der staatliche Energiekonzern Sonatrach arbeitet mit der russischen Gazprom zusammen, um die Förderung zu erhöhen.

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