Afrika

Äthiopien: TPLF startet trotz Friedensbemühungen neue Offensive

Trotz verschiedener Versuche, den Konflikt in Äthiopien zwischen der Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die bis 2018 das Land beherrschte, beizulegen, hat die TPLF eine neue Offensive gegen eine benachbarte Provinz gestartet.
Äthiopien: TPLF startet trotz Friedensbemühungen neue OffensiveQuelle: AFP © Yasuyoshi Chiba

Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) hat am Dienstag erklärt, dass sie einen neuen Angriff auf den an Tigray angrenzenden äthiopischen Bundesstaat Afar gestartet habe. Sie warf dem Präsidenten von Afar, Awol Arba, vor, "unter der Vormundschaft der eritreischen Regierung" zu stehen und Razzien im östlichen Tigray durchgeführt zu haben. Dabei soll er Spezialkräfte eingesetzt haben, die für eine "systematische Behinderung der humanitären Hilfe für die Bevölkerung von Tigray" verantwortlich seien. Eritrea unterstützt die äthiopische Zentralregierung gegen die TPLF.

Die Miliz erklärte:

"Seit gestern Morgen (24. Januar) sind wir gezwungen, robuste Maßnahmen zu ergreifen, um die Bedrohung durch die sogenannte Red Sea Afar Force zu neutralisieren, die von Awol Arbas Sonderpolizeikräften zusammen mit der eritreischen Regierung unter Missachtung der wiederholten Friedensangebote der Regierung von Tigray sowie von bedeutenden Ältesten in Afar organisiert wurde."

Die TPLF habe jedoch trotz dieser offensiven Handlung nicht vor, "lange in Afar zu bleiben" und wolle auch nicht, "dass sich der Konflikt weiter verschärft".

Nach Angaben des lokalen Informationsportals Afar Watch ist die TPLF über die Städte Abala und Magale, die an der Grenze zwischen Tigray und Afar liegen, in die nördliche Killbet-Rasu-Zone, die auch als Zone 2 bekannt ist, in Afar eingedrungen.

Artillerieeinheiten der TPLF hatten Abala bereits vor zwei Wochen angegriffen, was viele Bürger der Stadt zur Flucht zwang. Anschließend griff die TPLF auch andere Gebiete in der Provinz Amhara entlang der Grenze zu Tigray an. Die Rebellengruppe, die vor 2018 ganz Äthiopien in einer Koalition mit anderen ethnischen Parteien beherrschte, startete im vergangenen Jahr eine dramatische Offensive in den Bundesstaaten Afar und Amhara und rückte auch in Richtung der Hauptstadt Addis Abeba vor. Der Vorstoß konnte jedoch von regierungstreuen Einheiten im Dezember zurückgeschlagen werden. Am 23. Dezember erklärte die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed die Kampfhandlungen für beendet, da die TPLF in den Bundesstaat Tigray zurückgedrängt worden seien.

Es sollte ein nationaler Dialog folgen. Im Rahmen dieser Bemühungen machte die Zentralregierung Friedensangebote an die TPLF-Führer, die jedoch darauf nicht eingingen. Stattdessen appellierten sie an die Vereinten Nationen, einen Frieden zum Vorteil ihrer Gruppe zu erzwingen, und weigerten sich, die Legitimität von Abiys Regierung anzuerkennen – die wichtigste Voraussetzung für einen Frieden mit der Zentralregierung. Abiy wiederum weigerte sich, mit der TPLF zu verhandeln, die letztes Jahr vom äthiopischen Parlament als terroristische Vereinigung eingestuft wurde.

Trotz der erneuten Gewalt beschloss der äthiopische Ministerrat am Mittwoch, den im November 2021 verhängten sechsmonatigen Ausnahmezustand vorzeitig zu beenden. Dieser Schritt muss jedoch noch vom Repräsentantenhaus der Völker, dem Unterhaus der äthiopischen parlamentarischen Versammlung, genehmigt werden.

Infolge der erneuten Offensive der TPLF waren Lastwagen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, die rund 800 Tonnen Lebensmittel transportierten, gezwungen, auf halbem Weg in die Tigray-Hauptstadt Mekelle umzukehren, teilte die Organisation am Dienstag mit. Die äthiopische UNO-Vertretung warf daraufhin der TPLF-Führung vor, Menschen verhungern zu lassen, um ein "gefährliches politisches Spiel" zu treiben.

Mehr zum ThemaÄthiopien: Westliche Regierungen rufen Bürger auf, das kriegsgebeutelte Land sofort zu verlassen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team