Afrika

Afrikanischer Omikron-Entdecker enttäuscht von Reaktion der Weltgemeinschaft

Der Wissenschaftler Sikhuile Moyo aus Botswana, der als Erster die Omikron-Variante identifizierte, zeigte sich in einem Interview mehr als enttäuscht. Anstatt für die Entdeckung und frühzeitige Kommunikation Dank zu erhalten, sei das Land abgestraft worden.
Afrikanischer Omikron-Entdecker enttäuscht von Reaktion der WeltgemeinschaftQuelle: www.globallookpress.com © shekiso Tebalo

Sikhuile Moyo ist Laborleiter am Botswana-Harvard AIDS Institute und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Er leitete das wissenschaftliche Team, das die Omikron-Variante identifizierte und anschließend in Beiträgen publizierte.

In einem Interview für den US-Rundfunksender National Public Radio (NPR) äußerte sich Moyo sehr enttäuscht darüber, dass die USA und Europa – die "globale Gesundheitsgemeinschaft" – Botswana und andere afrikanische Staaten mit Einreiseverboten und wirtschaftlichen Sanktionen abgestraft hätten. Er fragte: "Wie belohnen Sie die Länder, die Sie vor einem potenziell gefährlichen Krankheitserreger warnen? Mit Reiseverboten?" Sein Land sei auf eine "rote Liste gesetzt worden" und das habe ihm "ein schlechtes Gefühl" gegeben:

"Wir kennen die Auswirkungen. Flüge wurden gestrichen, Waren kamen nicht ins Land, viele Unternehmen verloren Millionen. Und unsere Impfstoffversorgung war aufgrund von Verzögerungen auf dem Transportweg gefährdet. Eine ziemliche Spur der Verwüstung."

Auf der einen Seite hätten sie das Gefühl gehabt, einen kleinen Beitrag für die Welt zu leisten. Auf der anderen Seite fragten sie sich: "Belohnt man auf diese Weise Wissenschaftler oder wissenschaftlichen Fortschritt?", so Sikhuile Moyo im Interview. Die politische Reaktion nannte er eine "ungerechte Behandlung der afrikanischen Länder". Moyo kritisierte:

"Die Alpha-Variante wütete [vor Monaten] im Vereinigten Königreich, und keines der Länder setzte das Vereinigte Königreich auf die rote Liste. Denn wir wissen, dass wir in einem globalen Dorf leben. Natürlich haben wir die Grenzkontrollen verschärft und die Anforderungen für die Einreise in das Land verschärft, einschließlich einer möglichen Quarantäne und Tests. Aber es ging nie darum, unsere Tür zu verschließen. Denn wir wissen, dass diese Viren unsere natürlichen Grenzen nicht respektieren."

Der diplomatische Vertreter Nigerias in England, hat die "rote Liste des Vereinigten Königreichs" sogar als "Reise-Apartheid" bezeichnet. Selbst in seinem Heimatland Botswana sei Moyo für seine Entdeckung angefeindet worden. Die Kommentare lauteten: "Ihr Wissenschaftler, ihr Großmäuler, seht, was ihr getan habt. Ihr habt Weihnachten ausgesperrt."

In dem Interview schilderte der Wissenschaftler, wie es ihm mit seinem Team gelungen war, die Corona-Omikron-Variante zu entdecken. Demnach seien vier internationale Reisende am 11. November 2021, vier Tage nach ihrer Einreise in das Land, positiv auf COVID-19 getestet worden. "Bei der genetischen Sequenzierung der Fälle, bei der der genetische Code des Virus analysiert wird, um nach besorgniserregenden Veränderungen zu suchen, entdeckten die Wissenschaftler eine Variante, die sie noch nie zuvor gesehen hatten." Als die botswanischen Wissenschaftler die Sequenzen sahen, waren sie zuerst fassungslos, und sich dann sicher: Sie hatten eine neue Corona-Variante entdeckt.

Andere Wissenschaftsgruppen, z.B. in Südafrika, sequenzierten laut Moyo zur gleichen Zeit ebenfalls Proben. Diese ähnelten denen, die sein Team bei den Touristen entdeckt hatten. Am 23. November luden seine Kollegen die entdeckten Sequenzen in die öffentliche Datenbank. Am 24. November erstattete dann Südafrika der WHO Bericht, woraufhin die WHO am 26. November eine finale Sitzung einberief, bei der der neue Typus erstmalig als besorgniserregende Variante bezeichnet wurde.

Zum Thema der ungleichen Verteilung von Impfstoffen, gerade auch für Afrika, gab Sikhuile Moyo noch aktuelle Zahlen afrikanischer Impfquoten an: Ghana, 2,7 Prozent; Guinea, 6,2 Prozent; Libyen, 11 Prozent; Kenia, weniger als 10 Prozent; und Botswana immerhin 42,6 Prozent.

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