Afrika

Putsch in Guinea? Schusswechsel am Präsidentenpalast – Präsident Condé unter Militär-Arrest

Am Sonntag brach in der Nähe des Präsidentenpalastes in Guineas Hauptstadt Conakry schweres Geschützfeuer los. Mehrere Quellen berichten, dass eine Eliteeinheit der nationalen Armee unter Führung des ehemaligen französischen Legionärs Mamady Doumbouya hinter dem Umsturzversuch stecke.
Putsch in Guinea? Schusswechsel am Präsidentenpalast – Präsident Condé unter Militär-ArrestQuelle: www.globallookpress.com © Eddy Peters

In der Hauptstadt Conakry von Guinea sind am Sonntag Soldaten aufmarschiert, und es kam zu anhaltenden Schusswechseln. Das Militär war vor allem auf den Straßen der Halbinsel Kaloum zu sehen. Dort befinden sich das Präsidialamt sowie zahlreiche Regierungsinstitutionen des westafrikanischen Landes, wie AFP berichtet.

Laut Reuters sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter, der 83-jährige Präsident Alpha Condé sei unverletzt, nannte aber keine weiteren Einzelheiten, während Augenzeugen mit in den sozialen Medien verbreiteten Videos patrouillierende Militärkonvois in den Straßen zeigen.

Die einzige Brücke, die die das Kaloum-Viertel samt dem Palast und fast allen Ministerien mit dem Festland verbindet, sei abgeriegelt worden. Zahlreiche, zum Teil schwer bewaffnete Soldaten seien um den Palast postiert worden.

Drei Zeugen berichteten, sie hätten zwei Zivilisten mit Schusswunden gesehen. Ousmane Camara, ein Einwohner von Kaloum, sagte gegenüber Reuters:

"Ich sah Gruppen von Soldaten, die auf das Präsidialamt zugingen. Es wurde viel geschossen."

Ein Reuters-Reporter sah zwei Konvois von gepanzerten Fahrzeugen und Pick-up-Trucks, die in Richtung des autonomen Hafens von Conakry fuhren, ebenfalls in der Nähe des Palastes. Der Konvoi wurde von einem weißen Fahrzeug begleitet, bei dem es sich offenbar um einen Krankenwagen handelte. 

Derzeit wird spekuliert, ob eine Eliteeinheit der nationalen Armee unter der Führung des ehemaligen französischen Legionärs Mamady Doumbouya hinter den Unruhen steckt. 

Präsident Condé hatte im Oktober für sich eine umstrittene dritte Amtszeit gewonnen, nachdem die Verfassung so geändert wurde, dass er trotz gewaltsamer Proteste der Opposition erneut kandidieren konnte.  

Während der zehnjährigen Amtszeit von Condé konnte Guinea dank seines Reichtums an Bauxit, Eisenerz, Gold und Diamanten ein anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnen, doch nur wenige Bewohner des Landes haben davon profitiert. Kritiker meinen, die Regierung hätte restriktive Strafgesetze angewandt, um abweichende Meinungen zu unterdrücken, während ethnische Spaltungen und endemische Bestechung die politischen Rivalitäten weiter verschärft hätten. Nach den am Sonntagabend bestätigten Angaben wurde der Präsident Condé am Nachmittag unter militärischen Arrest gestellt – das sollen Videos auf Twitter zeigen. 

Des Weiteren sei die Regierung Guineas aufgelöst, und das Militär habe die Kontrolle über das Land übernommen, teilte der Chef der guineischen Spezialeinheiten mit und begründete dies mit dem "Zertrampeln der Rechte der Bürger" und der "Missachtung der demokratischen Grundsätze".

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