Afrika

Burundi verbietet Export Seltener Erden im Streit mit westlichen Bergbaufirmen

Viele afrikanische Staaten sind vom Export von Rohstoffen abhängig. Die Bergwerke werden oft von privaten westlichen Unternehmen betrieben. Ein Kritikpunkt afrikanischer Regierungen ist, dass die Profite aus dem lukrativen Geschäft nicht gerecht verteilt werden.
Burundi verbietet Export Seltener Erden im Streit mit westlichen BergbaufirmenQuelle: Reuters © MELANIE BURTON

Die Regierung des afrikanischen Staates Burundi hat beschlossen, die Ausfuhr von international stark nachgefragten Seltenerdmetallen so lange zu stoppen, bis die Bergbauunternehmen die Gewinne gerechter mit dem verarmten Land teilen. Ibrahim Uwizeye, der burundische Minister für Wasser, Energie und Mineralien, erklärte laut AFP in einem Schreiben an die im Land tätigen Bergbaufirmen, das der Agentur vorlag:

"Der Staat, dem der Boden und die Mineralien gehören, macht nicht so viel Gewinn, wie er sollte."

Uwizeye bezeichnete die Abkommen als "unausgewogen" und schrieb:

"Wir wollen alle diese Abkommen zum Wohle des Volkes neu verhandeln, da diese Mineralien zur Finanzierung der Entwicklung des Landes verwendet werden müssen."

Der Nachrichtenagentur Xinhua erklärte Uwizeye weiter, dass er die Unternehmen bereits im April aufgefordert habe, den Export von Mineralien einzustellen; nun habe er sie gebeten, den Abbau ganz einzustellen, bis die Frage der Gewinne geklärt sei:

"Ich habe die Eigentümer der Bergbauunternehmen aufgefordert, neue Bedingungen auszuhandeln, die ihnen und dem burundischen Volk zugutekommen."

Er erwarte eine "gleichberechtigte Aufteilung" des Reichtums des zentralafrikanischen Landes.

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Der burundische Minister erklärte der türkischen Agentur Anadolu:

"Wir wollen all diese Vereinbarungen zum Nutzen der burundischen Bevölkerung neu verhandeln, die auf diese Mineralien angewiesen ist, um die Entwicklung des Landes zu finanzieren."

Laut Anadolu rechnet Burundi im Steuerjahr 2021 mit Einnahmen von nur 1,5 Millionen Dollar aus dem Bergbau.

Obwohl der Bergbau keinen großen Teil der burundischen Innenwirtschaft ausmacht, stellt er einen Großteil der Exporte des Landes und seine größte Devisenquelle dar. Im Jahr 2019 entfiel fast die Hälfte der Exporte des Landes auf Gold im Wert von 137 Millionen Dollar. In jüngster Zeit hat sich der Abbau Seltener Erden zu einer wichtigen potenziellen Reichtumsquelle entwickelt.

Ein im Jahr 2017 vorgestellter Entwicklungsplan für die nächsten zehn Jahre sieht eine Ausweitung des Bergbaus um bis zu 47 Prozent vor, was zu einem Wirtschaftswachstum von bis zu 10,7 Prozent führen würde.

Das derzeit einzige funktionsfähige Bergwerk in Afrika für Seltene Erden, eine Gruppe von 17 Metallen, die oft zusammen vorkommen, ist das Garaka-Projekt im Westen Burundis, das von Rainbow Rare Earths, einem Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich, betrieben wird.

Im Jahr 2015 hatte Rainbow eine 25-jährige Bergbaulizenz für ein 39 Quadratkilometer großes Grundstück erhalten. Die burundische Regierung hält zehn Prozent der Anteile an dem Joint Venture. Das Unternehmen begann Ende 2017 mit dem Export. Im Jahr 2018 wurden 1.000 Tonnen seltener Erde exportiert, womit es nach Angaben eines US-amerikanischen Instituts der neuntgrößte Exporteur der Welt in jenem Jahr war.

Die sogenannten Seltenen Erden sind in der Erdkruste eigentlich gar nicht selten, jedoch ist ihre Verarbeitung teuer, und es bestehen erhebliche Risiken aufgrund von giftigen Substanzen. Das macht sie wertvoll. Seltene Erden werden für alles Mögliche verwendet, von der Herstellung leistungsstarker Magnete bis hin zu Katalysatoren in Autos und für die Herstellung von Elektronik.

Die Vorkommen Seltener Erden in Burundi gehören laut Rainbow zu den hochwertigsten der Welt, vor allem weil die Erze so gut wie kein Uran enthalten, was die Sicherheit der Verarbeitung erheblich erhöht und die Kosten senkt.

Ein anderes Unternehmen, African Mining Burundi, erhielt 2018 eine Lizenz für den Abbau von Gold an neun Standorten in Burundi. Die Regierung hatte einen Anteil von 15 Prozent an dem Unternehmen erworben, wie Bloomberg damals berichtete.

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