Afrika

Neuer Putsch in Mali? Präsident, Ministerpräsident und Verteidigungsminister vom Militär verhaftet

Soldaten haben in Mali den Präsidenten Bah Ndaw, den Ministerpräsidenten Moctar Ouane sowie den Verteidigungsminister der Übergangsregierung Souleymane Doucoure verhaftet. Medienberichten zufolge war das Militär mit der jüngsten Kabinettsumbildung unzufrieden.
Neuer Putsch in Mali? Präsident, Ministerpräsident und Verteidigungsminister vom Militär verhaftetQuelle: Reuters

Erst neun Monate nach dem Sturz des vorherigen Staatsoberhaupts von Mali durch einen Militärputsch haben die Soldaten nach Angaben der UNO und der Afrikanischen Union Präsident Bah Ndaw, Ministerpräsident Moctar Ouane und den Verteidigungsminister der Übergangsregierung Souleymane Doucoure verhaftet.

Die Politiker wurden zur Militärbasis Kati außerhalb der Hauptstadt Bamako gebracht. Kurz vor der Verhaftung der politischen Führung soll eine neue Regierung im Staat gebildet worden sein. Nach Angaben der Medien war das Militär mit der Umbildung des Ministerkabinetts nicht zufrieden. Zwei Soldaten, die den Putsch im August vergangenen Jahres angeführt hatten, sollen bei der Regierungsumbildung nicht berücksichtigt worden sein.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten die UNO und die Afrikanische Union eine "sofortige und bedingungslose Freilassung" der zivilen Führung Malis:

"Die internationale Gemeinschaft lehnt jeden Zwangsakt einschließlich erzwungener Rücktritte im Voraus ab."

Die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft unterzeichneten die Erklärung ebenfalls. Die EU verurteilte die mutmaßliche Entführung der Politiker. Der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel sagte gegenüber Journalisten:

"Was passiert ist, war bedrohlich und ernst und wir sind bereit, notwendige Maßnahmen zu treffen."

UN-Generalsekretär António Guterres äußerte auf Twitter Besorgnis in Bezug auf die Situation in Mali:

"Ich bin zutiefst besorgt über die Nachricht von der Inhaftierung ziviler Führer der Übergangsregierung in Mali. Ich fordere Ruhe und ihre bedingungslose Freilassung."

Im August 2020 hatte das malische Militär Präsident Ibrahim Boubacar Keïta nach Kati gebracht und ihn zum Rücktritt gezwungen. Ndaw, ein ehemaliger Soldat, und Ouane wurden im September vergangenen Jahres zu Präsidenten und Ministerpräsidenten erklärt, nachdem Malis Generäle angesichts der Androhung regionaler Sanktionen zugestimmt hatten, die Macht an eine Übergangsregierung abzugeben.

Weite Gebiete im Norden Malis werden von mit der al-Qaida und dem Islamischen Staat verbundenen Milizen kontrolliert.

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