Afrika

Schüsse auf Militärstützpunkt in Mali – Berichte über Putschversuch

In Mali waren nahe der Hauptstadt Bamako am Dienstag Schüsse auf einem Militärstützpunkt zu hören, berichtet Reuters unter Berufung auf eine Quelle in den Sicherheitskreisen. Es soll sich vermutlich um einen Putschversuch handeln.
Schüsse auf Militärstützpunkt in Mali – Berichte über PutschversuchQuelle: AFP © Annie Risemberg

Eine Quelle der Nachrichtenagentur bestätigte die Meuterei im Land: "Das Militär hat zu den Waffen gegriffen", hieß es. Der Rundfunksender RFI berichtete unter Berufung auf Anwohner, dass am Dienstagmorgen in der Nähe des Militärstützpunktes Kati mehrere Schüsse zu hören gewesen seien. Die Straße zum Stützpunkt sei blockiert, der Zugang dorthin werde verweigert. Die Stadt Kati liegt 15 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Und in der Nähe der Gemeinde Kati befindet sich der Präsidentenpalast.

Mehrere Botschaften in Mali haben ihre Landsleute angesichts der Berichte über einen Putschversuch zur Vorsicht aufgerufen. "Es gibt Berichte über Schüsse und zivile Unruhen in Teilen von Bamako", twitterte am Dienstag Gregory Andrews, der unter anderem Australiens Hochkommissar für Mali ist.

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"Die Botschaft hat Informationen über eine Meuterei in den Streitkräften erhalten. Die Truppen marschieren nach Bamako. Die norwegischen Bürger sollten vorsichtig sein und möglichst zu Hause bleiben, bis die Situation geklärt ist", heißt es in der Mitteilung einer weiteren Botschaft. Auch die Botschaften Frankreichs und Spaniens haben ihren Bürgern empfohlen, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Medienberichten zufolge wurden bereits mehrere hochrangige Politiker und Beamte verhaftet, darunter auch der Finanzminister und der Stabschef der Nationalgarde. Anführer des möglichen Putsches könnte demnach Oberst Sadio Camara sein.

Gegner des derzeitigen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta hatten seit Juni Massenproteste angezettelt und auch den Rücktritt des Regierungschefs gefordert. Nach Angaben der Vereinten Nationen und von Menschenrechtsaktivisten wurden bei den Unruhen mindestens 14 Menschen getötet.