Wirtschaft

Fischer im US-Bundesstaat Alaska leiden unter Russlands Nahrungsmittelembargo

Fischer aus dem US-Bundesstaat Alaska verlieren jährlich mehrere Millionen US-Dollar durch das seit dem Jahr 2014 geltende russische Nahrungsmittelembargo. Die Amerikaner beklagen nicht nur den Verlust des russischen Marktes, sondern auch die zunehmende Konkurrenz.
Fischer im US-Bundesstaat Alaska leiden unter Russlands NahrungsmittelembargoQuelle: Reuters © Lucas Jackson

Vor dem Hintergrund des viel diskutierten Handelskrieges zwischen Washington und Peking, das unter anderem Lachs-Lieferungen aus den USA mit Strafzöllen belegt hat, machen die Fischer aus dem US-Bundesstaat Alaska auf ein anderes Problem aufmerksam, das sie teuer zu stehen kommt. Dabei handelt es sich um das Nahrungsmittelembargo, das Moskau im August 2014 als Gegenreaktion auf die westlichen Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise verhängt hat. Das Einfuhrverbot betrifft unter anderem Fisch und Meeresfrüchte aus Alaska. In den USA gibt es dagegen keine ähnliche restriktive Maßnahme für Fischprodukte aus Russland, wobei der Großteil davon zollfrei auf den US-Markt kommt.

Wie das Alaskaer Marketing-Institut für Fisch und Meeresfrüchte (Alaska Seafood Marketing Institute) in seinem Bericht mitteilt, sollen die einheimischen Fischer im Jahr 2013, also vor dem russischen Lebensmittelembargo, Fischprodukte im Gesamtwert von 61,3 Millionen US-Dollar ins benachbarte Land exportiert haben. Russland war demnach in Bezug auf Lachsrogen der zweitgrößte Absatzmarkt für die Alaskaer Fischereibranche nach Japan. Nach der Verhängung des Embargos wuchs dagegen der Anteil der aus Russland in die USA importierten Fischprodukte um 69 Prozent.

Da russische und US-amerikanische Fischer überwiegend die gleichen Fisch- und Krabbenarten fangen, leiden die Amerikaner außerdem unter der zunehmenden Konkurrenz, wobei die Russen ihre Ware oft zu niedrigeren Preisen absetzen. Darüber hinaus wird in der letzten Zeit immer stärker in die russische Fischereibranche investiert. Nach Angaben des Fischereiministers der Region Kamtschatka im Fernen Osten Russlands, Andrei Sdetowetski, seien diese Investitionen allein in diesem Teil Russlands von 4,6 Milliarden Rubel (knapp 67 Millionen Euro) im Jahr 2013 auf 8,8 Milliarden Rubel (knapp 130 Millionen Euro) im Jahr 2018 gestiegen.

In den letzten elf Jahren habe man auf der Halbinsel 25 moderne Fischereiwerke in Betrieb genommen. Die Jahresproduktion sei von 860.000 Tonnen im Jahr 2013 auf 1.186.000 Tonnen im Jahr 2018 gestiegen.

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