Wirtschaft

Trump lässt vor Staatsbesuch in Neu-Delhi Zweifel an Handelsabkommen mit Indien aufkommen

Die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen Washington und Neu-Delhi zeigen keine Fortschritte. Entgegen früherer Aussagen erklärte der US-Präsident, dass der Abschluss eines solchen Handelsdokuments wohl bis zu seiner Wiederwahl warten muss.
Trump lässt vor Staatsbesuch in Neu-Delhi Zweifel an Handelsabkommen mit Indien aufkommenQuelle: Reuters © Kevin Lamarque

US-Präsident Donald Trump erklärte, er sei skeptisch, dass während seines auf den 24. Februar angesetzten Besuchs in Indien ein Handelsabkommen besiegelt werden könne. Er deutete an, dass ein neuer Pakt erst nach den Wahlen im Jahr 2020 zustande kommen würde – falls er gewinnt. Am Dienstag sagte Trump vor Journalisten:

Wir können ein Handelsabkommen mit Indien abschließen, aber ich hebe mir die große Sache wirklich für später auf.

Wir schaffen ein sehr großes Handelsabkommen mit Indien. Wir werden es haben. Ich weiß nicht, ob es noch vor der Wahl geschehen wird, aber wir werden große Geschäfte mit Indien haben.

Trump fügte hinzu, dass er "Premierminister Modi zufällig sehr mag", wies aber darauf hin, dass die Vereinigten Staaten "von Indien nicht sehr gut behandelt werden", wobei er sich vermutlich auf die Zölle bezog, die das Land auf eine Reihe US-amerikanischer Waren erhebt.

Obwohl die laufenden Handelsverhandlungen sich in den letzten Wochen zuspitzten – Neu-Delhi widersetzte sich beispielsweise der US-Forderung, den Import von Agrargütern aus den USA zu erhöhen – unternahm Indien jedoch eine Reihe von Schritten, um den möglichen Abschluss eines Abkommens zu versüßen.

Indische Handelsvertreter signalisierten, dass sie offen für die Senkung der Zölle auf bestimmte US-Agrargüter seien. Letzte Woche schlugen sie eine deutliche Zollsenkung für Motorräder der Marke Harley-Davidson vor, die zurzeit mit 50 Prozent besteuert werden. Ein früherer Vorschlag sieht vor, dass Indien Hubschrauber im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar vom US-Rüstungsproduzenten Lockheed Martin kauft, während das US-Außenministerium einen weiteren Vertrag über 1,9 Milliarden US-Dollar für in den USA hergestellte Raketen, Radar- und Trainingsgeräte genehmigte.

Laut den jüngsten Kommentaren von Trump und den angeschlagenen Verhandlungen könnten diese Zugeständnisse jedoch noch immer nicht ausreichen, um bis zum Staatsbesuch Trumps in Indien einen Vertrag jeglicher Größe – geschweige denn einen "sehr großen" – zu erreichen.

Die Handelsspannungen zwischen Washington und Neu-Delhi erreichten im vergangenen Jahr einen neuen Höhepunkt, nachdem die USA Indien aus ihrem sogenannten Allgemeinen Präferenzsystem (APS), einem Mechanismus, der einigen Begünstigten Zollbefreiungen gewährt, herausnahmen. Die Entscheidung sollte Indien dazu ermutigen, die Zölle auf US-Waren fallen zu lassen. Der Versuch scheiterte jedoch und führte zu einer Reihe von Vergeltungszöllen auf Dutzende von US-amerikanischen Produkten.

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