Wirtschaft

Krisen- und Insolvenzticker – SAP setzt den Rotstift an: 3.000 Stellen werden gestrichen

Die deutsche Wirtschaft rutscht immer tiefer in die Krise. Unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und anderer ungünstiger Rahmenbedingungen sind allein seit 2022 tausende Unternehmen insolvent gegangen. Wir fassen in diesem Ticker die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten zusammen.
Krisen- und Insolvenzticker – SAP setzt den Rotstift an: 3.000 Stellen werden gestrichenQuelle: www.globallookpress.com © Uwe Anspach
  • 26.01.2023 21:34 Uhr

    21:34 Uhr

    Chemiekonzern Dow will rund 2.000 Jobs streichen

    Der US-Chemiekonzern Dow will in diesem Jahr weltweit rund 2.000 Stellen streichen. Zudem sollen vor allem in Europa bestimmte Anlagen geschlossen werden, um den Konzern langfristig wettbewerbsfähig zu halten. In Deutschland hat Dow Standorte etwa in Berlin, Rostock, Wiesbaden und im badischen Rheinmünster. Mit diesen und weiteren Maßnahmen will Konzernchef Jim Fitterling rund eine Milliarde US-Dollar (918 Millionen Euro) einsparen.

    In Europa habe das Unternehmen vor allem mit den Energiekosten zu kämpfen, erklärte Fitterling. Die hohen Gaspreise machen der deutschen Chemiebranche generell zu schaffen. Zusätzlich will Fitterling die Kosten etwa für Rohstoffe und Logistik drosseln, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dow werde im Zusammenhang mit dem Sparprogramm Kosten von 550 Millionen bis 725 Millionen US-Dollar im ersten Quartal verbuchen – etwa für Abfindungen, Schließungen oder Abschreibungen.

    Jüngsten Angaben zufolge beschäftigt Dow rund 37.800 Menschen in insgesamt 31 Ländern. In Europa ist der Konzern in einer Reihe von Ländern tätig, neben Deutschland mit rund 3.600 Mitarbeitern etwa in Frankreich, Belgien und Großbritannien.

  • 20:15 Uhr

    IBM streicht etwa 3.900 Jobs – Quartalsumsatz stagniert 

    Als nächstes Schwergewicht der Tech-Branche baut der Computerkonzern IBM mehrere tausend Arbeitsplätze ab. Es gehe um ungefähr 3.900 Jobs, also rund 1,5 Prozent der weltweiten Belegschaft, teilte IBM-Finanzchef James Kavanaugh dem Finanzdienst Bloomberg mit. Zugleich sollen auch neue Mitarbeiter in Wachstumsbereichen eingestellt werden, wie er ankündigte.

    IBM meldete am Mittwoch für das vergangene Quartal einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 16,7 Milliarden Dollar (15,3 Milliarden Euro). Die Erlöse lagen damit etwas über den Erwartungen von Analysten. Der Gewinn stieg unterdessen um 17 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel nach Vorlage der Zahlen zeitweise um rund zwei Prozent nach.

    IBM-Chef Arvind Krishna arbeitet daran, den IT- und Beratungskonzern stärker auf das Cloud-Geschäft auszurichten. Im gesamten vergangenen Jahr legten die Erlöse aus Cloud-Angeboten um elf Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar zu.

    (rt/dpa)

  • 18:36 Uhr

    SAP setzt den Rotstift an: 3.000 Stellen werden gestrichen

    Nach dem US-Marktführer IBM plant jetzt auch der deutsche Platzhirsch SAP Einschnitte beim Personal. Laut einem Bericht des Handelsblatts hat der Softwarehersteller am Donnerstag ein "gezieltes Restrukturierungsprogramm in ausgewählten Bereichen des Unternehmens" angekündigt. Rund 3.000 Mitarbeiter seien weltweit betroffen, davon 200 in Deutschland, verriet Vorstandssprecher Christian Klein. 

    Man wolle schließlich "den Fokus stärker auf strategische Wachstumsbereiche legen", sagte der Manager bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2022. SAP steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um elf Prozent auf 30,87 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis stagnierte jedoch bei 4,7 Milliarden Euro.

  • 25.01.2023 19:25 Uhr

    19:25 Uhr

    Auto-Riese Ford stellt auf Elektroautos um: 3.200 Arbeitsplätze im Kölner Werk in Gefahr

    Am Montag haben der Betriebsrat und die IG Metall im Kölner Ford-Werk die Pläne zum Personalabbau des US-amerikanischen Autokonzerns Ford bekanntgegeben. Durch die Umstellung auf Elektroautos sollen voraussichtlich bis zu 3.200 Arbeitsplätze in Europa wegfallen.

    Nach Angaben der IG Metall seien vor allem die Beschäftigten in der Entwicklung und Verwaltung in Köln betroffen. Der Automobilkonzern werde demnach einen Teil der Produktentwicklung in die Vereinigten Staaten verlagern. Nach Insider-Informationen soll der Autohersteller zudem erwägen, das deutsche Werk in Saarlouis zu verkaufen.

    Die vom Betriebsrat und der IG Metall am Montag angekündigten Stellenstreichungen sind von Ford vorerst nicht bestätigt worden.

  • 17:20 Uhr

    Ifo-Institut rechnet für erstes Quartal 2023 mit Rückgang der Wirtschaftsleistung

    Das deutsche Bruttosozialprodukt wird laut Prognosen des ifo Instituts im ersten Quartal schrumpfen, wie Zeit berichtet. Der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe sagte: "Das Bruttoinlandsprodukt dürfte leicht sinken."

    Das liege "vor allem am privaten Konsum". Der Rückgang dürfte von Januar bis März größer ausfallen als zum Jahresende 2022. Nicht zuletzt seien im Dezember sehr viele Elektroautos abgesetzt worden, da die Käufer noch die staatliche Prämie mitnehmen wollten. "Diese Nachfrage fehlt nun", betonte Wohlrabe. Zudem müssten viele Verbraucher ab Jahresbeginn deutlich mehr für Strom und Gas bezahlen. Dieses Geld fehle nun für andere Ausgaben. Gleichzeitig besserte sich der Geschäftsklimaindex ein wenig auf - viele Unternehmer sehen die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung positiver als im letzten Jahr. 

  • 16:55 Uhr

    Streiks im öffentlichen Dienst: "Gemeinsam für einen anständigen Lohn"

    Die Gewerkschaften hatten die rund 2,4 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes am Dienstag zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen – auch in Potsdam. Die Hauptforderung ist eine Lohnerhöhung von mindestens 500 EUR, die mit der steigenden Inflation und den hohen Energiepreisen begründet wird. Die Arbeitgeber haben diese Forderung jedoch als überzogen zurückgewiesen. Daraufhin kündigten die Gewerkschaften für die Zeit vor der nächsten Verhandlungsrunde weitere Proteste und Streiks an.

  • 14:21 Uhr

    Pflegeheimbetreiber Convivo insolvent - 4000 Mitarbeiter betroffen

    Die Bremer Convivo-Gruppe, einer von Deutschlands größten Pflegeheimbetreibern, hat Insolvenz angemeldet. Das berichtet der NDR. Das Amtsgericht Bremen bestellte die Juristen Christoph Morgen und Malte Köster zu vorläufigen Insolvenzverwaltern, berichtet die WirtschaftsWoche. Demnach sind deutschlandweit noch weitere dutzende Tochtergesellschaften betroffen. Daher sind  weitere Insolvenzanträge absehbar.

    Nach eigenen Angaben betreibt Convivo stationäre Einrichtungen, ambulante Dienste sowie sogenannte Convivo-Parks mit Angeboten aus Wohnen, Service und Pflege. Das Unternehmen pflegt und betreut über 18.000 Menschen an rund 100 Standorten. Laut dem im Bundesanzeiger hinterlegten Jahresabschluss der Convivo-Holding beschäftigte die Gruppe mit dem Schwerpunkt Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen zum Jahresende 2020 mehr als 4000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 187,2 Millionen Euro. Bis März sind die Gehälter noch gesichert – wie es dann weitergeht ist unklar. 

  • 24.01.2023 20:40 Uhr

    20:40 Uhr

    Pariser Bäcker und Gastwirte gegen hohe Energiepreise auf der Straße

    Pariser Bäcker sind am Montag auf die Straße gegangen, um gegen die hohen Energiepreise zu protestieren. Der Aktion haben sich auch Gastwirte angeschlossen, die ebenso von der Rohstoff- und Strompreisinflation betroffen sind.

    "Anstatt die russische Wirtschaft zu ruinieren, ruinieren Sie [Emmanuel Macron] die französische Wirtschaft. Sie bringen uns um!", beklagt ein Restaurant-Besitzer.

  • 16:10 Uhr

    Bierpreise werden steigen – Brauer beklagen anhaltend hohe Kosten 

    Der deutsche Brauer-Bund hat die Konsumenten auf weiter steigende Bierpreise eingestimmt. Grund sei der anhaltend hohe Kostendruck für die Brauereien, erklärte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele am Dienstag in Berlin. Neben der Energieversorgung belasteten stark steigende Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte sowie Personal und Logistik die Unternehmen. Zahlreiche Betriebe hätten bereits Preiserhöhungen angekündigt. Insgesamt zeige sich die Branche nach drei Jahren Dauerkrise aber deutlich widerstandsfähiger als früher.

    Beim Bierabsatz zeichnet sich laut Eichele eine leichte Erholung ab. Mit 81,2 Millionen Hektolitern Bier sei die Menge in den ersten elf Monaten 2022 um 3,2 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 habe der Vergleichswert aber noch 85,2 Millionen Hektoliter betragen. Die Bierabsatzzahlen für das Gesamtjahr 2022 werden vom Statistischen Bundesamt Anfang Februar veröffentlicht.

  • 14:42 Uhr

    Deutsche Exporte nach Russland brechen ein

    Die deutschen Exporte nach Russland sind 2022 wegen der Sanktionen gegen Russland auf das Niveau von 2003 zurückgefallen. Wie aus vorläufigen Daten des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft hervorgeht, brachen sie binnen Jahresfrist um rund 45 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro ein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das sei das niedrigste Ergebnis seit fast 20 Jahren, zitierte Reuters den Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms.

    Im Gegensatz dazu wuchsen die Importe aus Russland wegen der gestiegenen Öl- und Gaspreise um elf Prozent auf etwa 37 Milliarden Euro. Das deutsche Handelsdefizit mit Russland erreichte dadurch einen Rekordwert von etwa 22 Milliarden Euro.

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