Wirtschaft

Krisen- und Insolvenzticker: EU-Bargeldobergrenze kommt – auch Kryptowährungen betroffen

Die deutsche Wirtschaft rutscht immer tiefer in die Krise. Unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und anderer ungünstiger Rahmenbedingungen sind allein in diesem Jahr tausende Unternehmen insolvent gegangen. Wir fassen in diesem Ticker die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten zusammen.
Krisen- und Insolvenzticker: EU-Bargeldobergrenze kommt  – auch Kryptowährungen betroffenQuelle: RT © Robert Schlesinger
  • 8.12.2022 19:05 Uhr

    19:05 Uhr

    Mehr Insolvenzen im November – höchster Wert in 2022

    In Deutschland ist die Zahl der Insolvenzen im November auf den bisher höchsten Wert in diesem Jahr gestiegen. Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Donnerstag mitteilte, waren 808 Personen- und Kapitalgesellschaften betroffen. Das waren 86 mehr als im Oktober mit 722 Insolvenzen.

    Die Zahl für November liegt knapp ein Viertel (23 Prozent) über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allein bei den größten 10 Prozent der Unternehmen, deren Insolvenz im November gemeldet wurde, waren den Angaben zufolge gut 9.000 Arbeitsplätze betroffen. Diese Zahl liege damit deutlich über dem Niveau der letzten zwölf Monate.

    (dpa/rt de)

  • 17:05 Uhr

    Netzagentur: Haushalte und Industrie sparen nicht genug

    Haushalte und Industrie haben in der vergangenen Woche laut Bundesnetzagentur zu viel Gas verbraucht. "Es ist kälter geworden, und wir haben das Einsparziel in der letzten Woche deutlich verfehlt", sagte Behördenpräsident Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag.

    "Es bleibt dabei, dass wir über den Winter mindestens 20 Prozent Gas einsparen müssen. In der letzten Woche waren es gerade noch 13 Prozent." Bei den Haushalten lasse sich dies mit den niedrigen Temperaturen erklären. Temperaturbereinigt liege der Verbrauch nur noch 16,5 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre. Auch in der Industrie sei erstmals seit vielen Wochen zu viel Gas verbraucht worden.

    "Ich bitte alle Verbraucher dringend, Gas weiter sehr sparsam zu nutzen." Eine Gasmangellage scheine im Moment zwar unwahrscheinlicher zu sein, aber die Gefahr sei nicht gebannt. "Wir dürfen nicht leichtsinnig werden", sagte Müller.

    Die prognostizierte Temperatur für diese Woche liegt laut Netzagentur 2,4 Grad unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre. "Es ist daher mit einem deutlichen Mehrverbrauch zu rechnen", hieß es im Gaslagebericht.

  • 16:10 Uhr

    Chef der EU-Staaten legen fest: Bargeldobergrenze kommt  – auch Kryptowährungen betroffen

    Die Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten haben sich auf eine gemeinsame Position bei den neuen Gesetzen "gegen die Finanzierung von Terrorismus und Geldwäsche" geeinigt. Dabei geht es den Bürgern an das Bargeld: So gab der tschechische Finanzminister Zbyněk Stanjura, der die Verhandlungen im Rat leitete, bekannt: "Große Bargeldzahlungen über 10.000 Euro werden unmöglich sein." Dazu kommen Beschränkungen für Kryptowährungen wie Bitcoin. Über Konkretes muss sich das EU-Parlament aber noch verständigen, bevor die Staaten und die Abgeordneten darüber die Verhandlungen führen.

    Viele Deutsche sehen diese Entwicklung kritisch: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) betonte einerseits Anfang der Woche, Bargeld sei auch ein Ausdruck von Privatsphäre und Datenschutz, andererseits twitterte er am 8. November: 

    "Digitales Bargeld kann unseren Alltag leichter machen & ein Wachstumsmotor für die Wirtschaft sein."

    Lindner will sich bei der Abstimmung enthalten. Das wird aber nichts daran ändern, dass die Bargeldobergrenze kommen wird. Laut dem MDR äußerte auch der Bundesbank-Vorstand erhebliche Kritik an der Maßnahme.  

    Parallel wird auch Kryptowährungen der Zahn gezogen: Die neuen Überwachungsvorschriften sehen vor, dass Krypto-Dienstleister Informationen über ihre Kunden prüfen und an die Staaten weitergeben müssen. Die Finanzminister der EU-Staaten fordern, dass dies bereits ab Transaktionen von 1.000 Euro in Kraft treten soll. Stanjura ergänzte diesbezüglich:

    "Es wird sehr viel schwieriger werden, bei Käufen und Verkäufen von Kryptowährungen anonym zu bleiben."

    Auch Unternehmer, die mit Edelmetallen, Steinen und Kulturgütern sowie mit Juwelen oder Uhren handeln, müssten mit mehr Überwachung und Nachweispflichten rechnen.

    Hintergrund dieser Maßnahmen ist die geplante Verhinderung von Banden- und Clankriminalität, Geldwäsche und Korruption.

  • 16:09 Uhr

    Bauern wieder mit Gewinnplus - aber auch vielen Risiken

    Die deutschen Landwirte haben wieder deutlich besser verdient, gehen aber wegen teurer Energie und schwankender Märkte nur vorsichtig ins neue Jahr. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte am Donnerstag, diese Erholung sei nach einer längeren Durststrecke "dringend notwendig", damit die Höfe gestiegene Risiken bewältigen könnten. Im Ende Juni abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2021/22 stiegen die Gewinne der Betriebe im Schnitt auf 79 700 Euro, wie der Verband bilanzierte. Das lag 49 Prozent über dem schlechten Vorjahreswert. Für Supermarktkunden kommt vorerst keine Preis-Entspannung in Sicht.

    Ursache der wieder besseren Ertragslage für die Bauern seien vor allem höhere Erzeugerpreise für Milch, Ackerfrüchte und Rindfleisch infolge einer weltweit knappen Versorgungslage seit Herbst 2021.

    Im Norden der Republik sei die Entwicklung insgesamt positiver als bei Betrieben in Süddeutschland. "Es ist eine große Herausforderung, in diesen unsicheren Zeiten eine stabile Lebensmittelproduktion zu erhalten."

  • 14:22 Uhr

    Sprit wird immer teurer: Europäer steigen schon mal auf Öko-Fahrzeuge um

    Sprit wird immer teurer, viele müssen ihre Autos bereits öfter stehen lassen, als ihnen lieb ist – doch, wen kümmerts?

    Europa ist eh auf dem Weg zur grünen Energie. Und diese E-Autos werden mit Sicherheit unsere Rettung sein. Wohl bemerkt, das E steht für Esel, nix Elektro!


    Verkehrswende wir kommen!

  • 7.12.2022 19:50 Uhr

    19:50 Uhr

    Wall-Street-Banker warnen vor Rezession

    Die größten US-Banken bereiten sich auf eine sich verschlechternde Wirtschaft im nächsten Jahr vor, da die Inflation die Verbrauchernachfrage bedroht.

    Nachdem eine Reihe von US-Bankern die Risiken für die Wirtschaft dargelegt hatten, fielen die Aktien der großen US-Banken. Die Bank of America rutschte um mehr als vier Prozent ab, Goldman Sachs Group Inc (GS.N) und Morgan Stanley (MS.N) fielen jeweils um mehr als zwei Prozent und Citigroup Inc (C.N) um mehr als einen Prozent. Der Vorstandsvorsitzende der Bank of America, Brian Moynihan, erklärte den Anlegern auf einer Finanzkonferenz von Goldman Sachs, dass die Untersuchungen der Bank ein "negatives Wachstum" in der ersten Hälfte des Jahres 2023 zeigen.

    Der Vorstandsvorsitzende von JPMorgan Chase & Co (JPM.N), Jamie Dimon, sagte gegenüber CNBC, dass es den US-Unternehmen und Verbrauchern noch relativ gut gehe, dies aber möglicherweise nicht mehr lange so bleibe, da sich die Wirtschaft verlangsame und die Inflation die Kaufkraft der Verbraucher aushöhle. Diese Probleme könnten demnach die Wirtschaft zum Entgleisen bringen und eine leichte bis schwere Rezession verursachen.

  • 18:10 Uhr

    Klinikum im Vogtland schließt Ende März seine Pforten: 300 Beschäftigte erhalten Kündigung

    Beginnt jetzt das angekündigte Klinik-Sterben? Die Paracelsus-Klinik in Reichenbach im Vogtland stellt laut dem MDR Ende März 2023 den Krankenhausbetrieb ein. Das teilte der Insolvenzverwalter am Dienstag auf einer Mitarbeiterversammlung mit. Die rund 300 Krankenhaus-Beschäftigten sollen noch im Dezember ihre Kündigungen erhalten.

    Die Stadt Reichenbach versucht, die Klinik in ein ambulantes Gesundheitszentrum zu überführen. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger sagte dazu: "Es gibt Ideen der Ärzteschaft, eine Umstrukturierung des Hauses vorzunehmen, eine Verkleinerung und mehr ambulante Strukturen zu schaffen, mit stationärem Anhang sozusagen." So wolle man wenigstens eine Notfallversorgung garantieren.

  • 17:05 Uhr

    Deutsche Chemie- und Pharmafirmen forcieren Abwanderung in die USA

    Wer profitiert von antirussischen Sanktionen? Auf jeden Fall nicht die deutsche Wirtschaft. Die Folgen werden immer deutlicher sichtbar: So haben am Montag prominente Vertreter der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie angekündigt, ihre Investitionen und die Produktionsplanung verstärkt in Richtung USA zu verlegen, wie das Handelsblatt berichtet. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) wollen fast 40 Prozent der deutschen Unternehmen in den kommenden Monaten höhere Investitionen in den USA tätigen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:  Die energieintensiven Branchen benötigen billigere und vor allem zuverlässige Gaslieferungen. In der EU und speziell der Bundesrepublik ist beides nicht mehr gegeben.

    Dazu kommt die US-Wirtschaft, welche im Gegensatz zur europäischen boomt. Ferner werden bestimmte Branchen in Übersee fürstlich subventioniert. Antonis Papadourakis, Amerikachef des Kölner Chemiekonzerns Lanxess, kommentiert dies mit den Worten: "Wenn Unternehmen eine Region mit üppigen Energievorkommen zu günstigen Preisen, mit stabilen Rahmenbedingungen und wenig Bürokratie suchen, dann sind die USA der Ort der Wahl für Investitionen."

    Diese Entwicklung läuft bereits eine Weile: Der Chemiekonzern hat seit 2017 rund fünf Milliarden Euro in Wachstum und Übernahmen investiert. Gut 80 Prozent davon flossen in die USA. "Nordamerika ist die wichtigste Wachstumsregion für Lanxess", ergänzt Papadourakis.

    Das Querschießen der Bundesregierung gegenüber dem Handel mit China spielt darüber hinaus eine Rolle bei der verstärkten "Westorientierung" deutscher Unternehmen. Andreas Eggert, Healthcare-&-Life-Sciences-Experte bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman, betont: "Wir sehen derzeit eine deutliche Verschiebung in der Bewertung von Standorten und Lieferketten. Die USA werden als positiver und als relativ verlässlicher Handelspartner angesehen". Bereits vor einigen Wochen fragte sich BASF-Chef Martin Brudermüller öffentlichkeitswirksam: "Was spricht eigentlich noch für Investitionen in Europa?"

  • 6.12.2022 16:35 Uhr

    16:35 Uhr

    Karlsruhe gibt grünes Licht für Corona-Schuldenunion

    Das Bundesverfassungsgericht hat zwei Verfassungsbeschwerden zurückgewiesen, die sich gegen die bundesdeutsche Zustimmung zum sogenannten "EU-Corona-Fonds" richteten, wie der MDR am Montag mitteilt. Über diesen sollen Milliarden Euro über Kredite und Zuschüsse an die Mitgliedstaaten verteilt werden, um die Folgen der Gelddruckerei der EZB während der Corona-Krise abzufangen. Allein in den Jahren 2020 bis 2022 haben die Frankfurter ihre Bilanzsumme aus dem Nichts von 4,5 auf knapp 9 Billionen Euro erhöht – das Wirtschaftswachstum machte dagegen in diesem Zeitraum nur einen Bruchteil davon aus bzw. ist aktuell sogar leicht negativ.

    Die EU-Verträge schließen eine Schuldenunion grundsätzlich aus. Karlsruhe hat das nun revidiert. Gegen die "Corona-Fonds" wurden zuvor zwei Verfassungsbeschwerden von mehr als 2.200 Beschwerdeführern des Bündnisses Bürgerwille um den ehemaligen AfD-Chef Bernd Lucke eingereicht, die andere vom Unternehmer und ehemaligen Industriepräsidenten Heinrich Weiss. Sie argumentierten, dass die EU ihre Kompetenzen überschritten habe. Ihrem Ansinnen nach hätte der Bundestag sich dagegen verwehren müssen – nationale Kompetenzen wurden hier nach Brüssel abgegeben. Darüber hinaus wird befürchtet, dass Deutschland im Kontext des Wiederaufbaufonds "Next Generation EU" enorme Transfers in die noch höher verschuldeten Staaten Italien, Spanien, Portugal und Griechenland leisten muss. 

    Das Urteil der Verfassungsrichter war nicht einstimmig. Peter Müller sah sich "außerstande, diese Entscheidung mitzutragen". Hohe Kredite würden aus seiner Sicht zu einer fast gleichwertigen zweiten Säule neben dem eigentlichen EU-Haushalt erwachsen. Das könne darauf hindeuten, dass es um eine "grundlegende Veränderung der Finanzarchitektur" der EU gehe.

  • 12:55 Uhr

    Baugewerbe erwartet drastischen Rückgang beim Wohnungsneubau

    Aufgrund der gestiegenen Baukosten und geringerer Förderung rückt das Ziel der Bundesregierung für 400.000 neue Wohnungen im Jahr aus Sicht des Bauhandwerks in immer weitere Ferne. Für 2022 geht der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) davon aus, dass rund 280.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden, wie Verbandspräsident Reinhard Quast am Dienstag sagte:

    "Wir hatten vor anderthalb Jahren mal vermutet, es gibt noch 320.000."

    Für das kommende Jahr rechnet der ZDB mit 245.000 Fertigstellungen, was einen Rückgang von 12,5 Prozent bedeuten würde. "Es brennt nicht die Kerze, es brennt wirklich der Wohnungsbaum", sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

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