Wirtschaft

Krisen- und Insolvenzticker – Angst vor neuen Lieferengpässen: Firmen hamstern Elektronik-Bauteile

Die deutsche Wirtschaft rutscht immer tiefer in die Krise. Unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und anderer ungünstiger Rahmenbedingungen sind allein seit 2022 tausende Unternehmen insolvent gegangen. Wir fassen in diesem Ticker die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten zusammen.
Krisen- und Insolvenzticker – Angst vor neuen Lieferengpässen: Firmen hamstern Elektronik-BauteileQuelle: www.globallookpress.com © Robert Michael / dpa
  • 5.02.2023 22:37 Uhr

    22:37 Uhr

    Sanktionsbedingt: Höhere Dieselpreise in Ostdeutschland

    Nach dem Greifen der neuen Sanktionen gegen russische Raffinerieprodukte besteht in Deutschland die Befürchtung, dass die Preise an den Zapfsäulen steigen werden. Experten gehen zwar nicht davon aus, dass es zu drastischen Preissprüngen kommen wird. Doch in Ostdeutschland sind die Preise für Diesel und Benzin bereits jetzt schon teurer als im Bundesdurchschnitt.

    Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) versicherte, dass die "allgemeine Versorgungssicherheit und die Sicherheit der Versorgung mit Kraftstoffen gewährleistet" sei und auch der Mineralölverband Fuels und Energie sieht keine Versorgungslücke. Der Anteil an Diesel von 12,5 Prozent, den Deutschland aus Russland importierte, werde nun mit Lieferungen aus den USA, Westeuropa und dem Nahen Osten ersetzt. Das neue Embargo sei lange angekündigt gewesen, laut Süddeutscher Zeitung habe man "an den wichtigen Häfen Rotterdam, Antwerpen oder Amsterdam regelrechte Hamsterkäufe gesehen".

    Die Lager seien daher voll, was dramatische Preissprünge begrenzen werde. Doch Diesel sei auch auf dem Weltmarkt knapp, wie Thomas Puls vom Institut der Deutschen Wirtschaft erklärte. Wenn die EU nicht mehr in Russland kaufe, müsse der Diesel aus weiter entfernten Gegenden, wie Saudi-Arabien, kommen. Da die Kapazität der Schiffe begrenzt sei und sich die Fahrtwege als länger erweisen, verteuere sich auch der Transport.

    Für Ostdeutschland sieht es bereits jetzt etwas anders aus, was vor allem an zwei Faktoren liegt: an der neuen Embargo-Stufe und der Tatsache, dass die Raffinerien in Schwedt und Leuna nicht mit voller Kapazität arbeiten. Die Raffinerien bezogen vor allem russisches Öl aus der Druschba-Pipeline und arbeiten seit dem Greifen der Sanktionen nur noch mit geringer Kapazität. So lag die Auslastung der PCK-Raffinerie in Schwedt zuletzt nur noch bei etwa 55 Prozent. Als Ersatz kommen nun Lieferungen über Rostock. Diese sollten laut dem Notfallplan der Bundesregierung auch über den Hafen Danzig erfolgen, doch Polen blockiert die Lieferung an die PCK-Raffinerie (RT DE berichtete).

    Als Folge macht sich die niedrigere Produktion der beiden ostdeutschen Raffinerien regional bemerkbar. Der Tankstellenpreis im Osten ist deshalb laut Fuels und Energie bei Benzin rund 2,5 Cent und bei Diesel rund 1 Cent je Liter höher als im Bundesdurchschnitt.

  • 21:13 Uhr

    Angst vor neuen Lieferengpässen: Firmen hamstern Elektronik-Bauteile

    Auch nach der Corona-Krise ist eines geblieben: Die Angst der Unternehmen vor erneuten Lieferengpässen bei unentbehrlichen elektronischen Bauteilen. Um künftig gewappnet zu sein, haben sich viele Firmen von der zeitnahen Lieferung verabschiedet und setzen nun auf große Lager, die allerdings auch teuer sind. Und eine wirkliche Besserung der Lage ist nicht in Sicht. Christoph Antener, Einkaufschef des Elektronikherstellers Katek, sagte dem Handelsblatt:

    "Sowohl unsere Kunden als auch wir selbst haben inzwischen Komponenten für zwölf Wochen auf Lager. Damit stellen wir sicher, dass wir mehrere Monate weiterarbeiten können, auch wenn die Lieferungen ausbleiben."

    Auch Unternehmensberater bei McKinsey sind davon überzeugt, dass die Lieferketten in Zukunft auch mit Blick auf die gegenwärtigen Krisen – die Folgen der Corona-Krise, der Ukrainekrieg, die Spannungen zwischen den USA und China – nie mehr so robust sein werden wie in der Vergangenheit. Die nächste Unterbrechung werde kommen:

    "Nur weiß heute noch niemand, wie sie aussehen wird", sagte Knut Alicke von McKinsey dem Handelsblatt.

    Besonders in der Corona-Krise hatten Lieferengpässe bei Elektronik-Bauteilen die Automobilindustrie teils über Monate hinweg immer wieder lahmgelegt. Die EU versuchte daraufhin, mit milliardenschweren Subventionen die Halbleiterproduktion innerhalb der EU anzusiedeln und so weniger abhängig von Lieferanten aus Übersee zu sein. Bis die ersten Werke mit dem Serienbetrieb starten, werden allerdings noch Jahre vergehen. Ein großes Problem dabei ist, dass die deutsche Industrie auf Lieferanten angewiesen ist, die sich auf einige wenige Regionen und Länder konzentrieren. Batteriezellen stammen etwa überwiegend aus China, während Wafer vor allem in Japan und Taiwan gefertigt werden. Der Präsident des Verbandes der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI, Gunther Kegel, sieht in vielen Bereichen "eine gefährliche Abhängigkeit".

    Hinzu kommt, dass der Bauteilmangel noch lange nicht vorbei ist: Es gebe nach wie vor Engpässe, und das bei eigentlich vollen Auftragsbüchern. Vor allem Microcontroller seien knapp, aber auch Halbleiter aus reiferen Produktionsverfahren. Ändern werde sich dies voraussichtlich erst Mitte oder Ende 2023. Der Auto-Branchenverband VDA warnt sogar, dass Autochips bis 2026 Mangelware bleiben werden. Das werde die globale Fahrzeugproduktion um ein Fünftel verringern.

    Ein Ende der Krise ist weiterhin nicht in Sicht: Bei einigen Bauteilen gibt es zwar Alternativen aus europäischen Ländern, doch die Kunden sind meist nicht bereit, die höheren Preise für Elektronik aus der Region zu bezahlen. Leiterplatten aus europäischer Fertigung seien beispielsweise 40 bis 60 Prozent teurer als Produkte aus Fernost.

  • 4.02.2023 17:40 Uhr

    17:40 Uhr

    EU-Staaten wollen Preis für russische Dieselexporte begrenzen

    Die EU will Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdölprodukte wie Diesel künftig unter dem Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine am Freitag von Regierungsvertretern erzielte Absprache sieht eine Preisobergrenze von vorerst 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) vor, wie mehrere Diplomaten der dpa in Brüssel bestätigten. Umgerechnet sind das derzeit rund 91 Euro.

    Zum Vergleich: An internationalen Börsen wurde ein Barrel Diesel zur Lieferung nach Europa zuletzt zu Preisen von umgerechnet etwa 100 bis 120 Euro gehandelt. Für weniger hochwertige Erzeugnisse soll eine Preisobergrenze von zunächst 45 US-Dollar (41 Euro) pro Barrel gelten.

    Um die Preisobergrenze durchzusetzen, soll geregelt werden, dass für den Export russischer Ölerzeugnisse wichtige Dienstleistungen künftig nur noch dann erbracht werden dürfen, wenn der Preis des exportierten Öls die Preisobergrenze nicht überschreitet. Westliche Reedereien könnten mit ihren Schiffen damit weiterhin russische Ölprodukte in Drittstaaten wie Indien transportieren. Auch soll die Regelung für andere wichtige Dienstleistungen wie Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste gelten.

  • 3.02.2023 21:28 Uhr

    21:28 Uhr

    Daten zu US-Arbeitsmarkt erhöhen Druck auf DAX

    Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den Druck auf den deutschen Aktienmarkt am Freitag kurzzeitig etwas erhöht. Nach seinem Anstieg am Vortag bis auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr verlor der Dax zeitweise gut ein Prozent. Letztlich schloss der Leitindex aber nur 0,21 Prozent tiefer bei 15.476,43 Punkten. Damit rettete er trotz aufkeimender Zinssorgen noch ein Wochenplus von mehr als zwei Prozent ins Ziel. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am letzten Handelstag der Woche um 0,10 Prozent auf 29.778,59 Zähler.

    Hintergrund dessen sind Berichte, wonach die Erwerbslosigkeit in den USA überraschend weiter gesunken sei: Die Arbeitslosenquote fiel im Januar auf 3,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Dies ist die niedrigste Arbeitslosenquote seit dem Mai 1969. Zeitweise hatte die Coronakrise zu einem deutlichen Anstieg der Beschäftigungslosigkeit geführt und die Quote war im Jahr 2020 bis auf über 14 Prozent gestiegen. Im Dezember hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen.

    Die Anleger hatten nach den jüngsten Zinsentscheiden der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) zunächst wieder mehr Hoffnung, dass die Zinsspirale bald enden könnte. Diese Hoffnungen bekommen nun aber durch starke Jobdaten aus den USA erst einmal wieder einen Dämpfer.

  • 20:00 Uhr

    Medienbericht: Polen blockiert Öl-Lieferungen für PCK-Raffinerie Schwedt

    Seit Beginn der Embargos gegen russisches Öl läuft die Auslastung der PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt nur mit gedrosselter Auslastung. Zuvor wurde die Raffinerie fast ausschließlich mit russischem Öl aus der Druschba-Pipeline versorgt. Die Bundesregierung legte aufgrund dessen im vergangenen Jahr einen Notfallplan vor, der Schiffslieferungen über die Häfen Rostock und Danzig vorsah. Auch Lieferungen aus Kasachstan sollten die Lage stabilisieren.

    Doch bisher ist die Lage in Schwedt alles andere als stabil: In den ersten Januarwochen lag die Auslastung nur bei knapp 50 Prozent, da die Lieferungen aus Polen stockten. Der Grund war lange unklar. Doch nun ergaben Recherchen von Business Insider, dass sich die polnische Regierung gegen die Entladung von Schiffen, die vom russischen Staatskonzern Rosneft geordert wurden, sperrte. Rosneft ist Mehrheitsanteilseigner an der PCK-Raffinerie.

    Das polnische Wirtschaftsministerium bestätigte auf Anfrage von Business Insider, dass man keine Maßnahmen ergreifen werde, die Rosneft Deutschland unterstützten. Polen fordert seit Längerem eine Enteignung des Unternehmens, das bisher unter Treuhandverwaltung durch die deutsche Bundesnetzagentur steht.

  • 12:10 Uhr

    Knietief im Dispo: Hohe Lebenshaltungs- und Energiekosten lenken immer mehr Deutsche in Schuldenspirale 

    Das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Verbraucherzentrale-Bundesverband hat ergeben, dass in Deutschland jeder siebte Verbraucher (14 Prozent) in letzter Zeit sein Konto überzogen oder seinen Dispokredit in Anspruch genommen hat. 

    Laut dem ARD-Hauptstadtstudio gaben 48 Prozent der Befragten als von ihnen wahrgenommene Gründe die aktuelle Inflation oder die hohen Energiepreise an. Wiederum neun Prozent der Befragten gehen zudem davon aus, dass sie die gestiegenen Kosten auf Dauer nicht bewältigen können. Die Verbraucherzentralen betrachten diese Entwicklung kritisch, da wie die übrigen Verbraucherkredite der Dispo ursprünglich nicht dazu gedacht sei, das Leben zu finanzieren, sondern eher für kurzfristige Anschaffungen genutzt werden sollte.

    Aufgrund eines "technischen Problems in der Daten­aufbereitung" kann die vorläufige Inflationsrate für den Monat Januar nicht zum geplanten Termin veröffentlicht werden. Die Veröffentlichung verschiebt sich daher laut offizieller Pressemitteilung in die 6. Kalenderwoche vom 6. bis 10. Februar 2023. 

  • 1.02.2023 21:01 Uhr

    21:01 Uhr

    "De-Industrialisierungsminister": Kretschmer kritisiert Habeck und Bundesnetzagentur

    Nachdem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) am Mittwoch ein Gutachten der Bundesnetzagentur vorgestellt hatte, wonach die Stromversorgung in Deutschland auch bei steigenden Verbrauch gesichert sei, wurde dieses von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) als unseriös bezeichnet. Kretschmer sagte dem MDR, Habeck gehe von Prämissen aus, die klar erkennbar nicht einträten.

    Eine Verdreifachung der Stromerzeugung aus Photovoltaik innerhalb kürzester Zeit sei illusorisch, von Habeck sprach er in diesem Zusammenhang als "De-Industrialisierungsminister". Was derzeit in Berlin geschehe, sei nicht im Interesse des Landes.

    Laut dem von Habeck vorgestellten Gutachten sei eine sichere Stromversorgung auch bei einem vorgezogenen Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 sichergestellt. In der Analyse des Bundes wurden neben dem höheren Stromverbrauch, etwa für E-Autos, Wärmepumpen und Elektrolyseanlagen, auch die Ausbauziele des Bundes für erneuerbare Energien berücksichtigt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse demnach weiter vorangetrieben werden.

    Die Energiemengen aus Kohle müssen laut Bericht anderweitig kompensiert werden, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Dies könne geschehen, indem man emissionsärmere Stromproduktionskapazitäten durch den Ausbau von erneuerbaren Energien oder etwa durch erdgasbefeuerte wasserstofffähige Kraftwerke vorantreibe. Die Bundesregierung will auch zeitnah eine "Kraftwerksstrategie 2026" vorlegen, die den Rahmen für den Bau neuer Kraftwerke festlegen soll.

  • 20:14 Uhr

    Atomreaktor Tihange 2 in Belgien geht endgültig vom Netz

    Nach 40 Jahren Laufzeit ist in Belgien der Atomreaktor Tihange 2 nahe der deutschen Grenze endgültig vom Netz gegangen. Wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Engie Electrabel berichtet, wurde der Meiler am Dienstabend um 22:45 Uhr abgeschaltet. In dem Atomkraftwerk, das etwa 60 Kilometer von Aachen in Nordrhein-Westfalen entfernt liegt, gibt es noch zwei weitere Reaktoren. Belgien betreibt drei weitere Reaktoren im Kernkraftwerk Doel nahe Antwerpen.

    Bereits im September war im Rahmen des geplanten Atomausstiegs der Meiler Doel 3 vom Netz genommen worden. Die nächsten Abschaltungen sind für 2025 vorgesehen. Ursprünglich war geplant gewesen, sämtliche belgischen Kernkraftwerke bis 2025 vom Netz zu nehmen. Vor dem Hintergrund der Energiekrise sollen die Reaktoren Tihange 3 und Doel 4 nun jedoch bis mindestens Ende 2035 weiterlaufen.

    In Deutschland gibt es schon seit geraumer Zeit Kritik an den aus den 1970er und 1980er Jahren stammenden belgischen Atomkraftwerken. Bei den Reaktoren im Nachbarland wurden mehrfach Mängel wie marode Betonteile festgestellt. In der Vergangenheit hatten die Stadt Aachen und die Bundesregierung deshalb mehrfach gefordert, die Kraftwerke stillzulegen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis90/Die Grünen) begrüßte In der Rheinischen Post die Stilllegung des AKWs. Dies orge für "mehr Sicherheit in beiden Ländern", in der Vergangenheit hätten Berichte über Risse in den Reaktordruckbehältern die "Bevölkerung beunruhigt".

  • 14:00 Uhr

    Zahl der Apotheken schrumpft im Rekordtempo 

    Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt immer weiter. Ende vergangenen Jahres zählte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) 18.068 Betriebsstätten. Der Rückgang um 393 sei der größte jährliche Verlust in der Geschichte der Bundesrepublik, teilte der Verband am Mittwoch mit.

    Dabei sei nicht nur die Zahl der selbstständigen Apotheker gefallen, sondern erstmals auch die Zahl der von ihnen betriebenen Filialen. Die Apothekendichte in Deutschland liege bei 22 Apotheken pro 100.000 Einwohnern und damit weit unter dem europäischen Durchschnitt von 32.

    "Immer mehr Apotheken machen dicht. Das ist ein schmerzlicher Verlust für viele Patientinnen und Patienten, für die der Weg zur nächsten Apotheke nun länger wird", sagte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. Viele Inhaber gäben auf, weil sie nicht genug qualifiziertes Personal oder keine Nachfolge fänden.

    Um die Arzneimittelversorgung flächendeckend zu sichern, brauche es ein Gegensteuern, forderte Overwiening. "Die Politik muss unbedingt verlässliche Rahmenbedingungen für den Apothekenbetrieb schaffen und den Abbau bürokratischer Lasten vorantreiben."

  • 10:25 Uhr

    Eon-Chef Birnbaum sieht Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährdet

    Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Energieversorger Eon, Leonhard Birnbaum, sieht infolge der Energiekrise die Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährdet. Am Dienstagabend sagte er vor Journalisten in Essen:

    "Wir verlieren gegenüber den USA und Asien an Boden."

    Durch die Umstellung auf Flüssiggas (LNG) per Schiff werden die Energiepreise seiner Meinung nach nicht mehr auf das Vorkriegsniveau zurückkommen. Die europäische Gesellschaft müsse deshalb "jetzt die Ärmel hochgekrempelt lassen" und für ihren Wohlstand kämpfen, so Birnbaum.

    Der Manager erneuerte seinen Appell, weiter Energie zu sparen und sich nicht in Sicherheit zu wiegen. Gleichzeitig brauche es attraktivere Investitionsanreize für internationale Kapitalgeber, um die grüne Transformation voranzutreiben.

    "Der Wettbewerb um internationales Kapital wird schwieriger", sagte Birnbaum. Dies gelte für Eon und für Europa. Als Positivbeispiel führte er den Inflation Reduction Act in den USA an. Mit dem Förderprogramm zur Bekämpfung der Inflation hat die USA laut dem Manager einen energie- und wirtschaftspolitischen Rahmen geschaffen, "den sich viele in der aktuellen Situation in Europa wünschen würden".

    Birnbaum forderte, die Energiewende besonders voranzutreiben. 2023 müsse neuen Schub bringen "vor allem für die richtigen regulatorischen Anreize, damit sich Investitionen insbesondere in Energieinfrastruktur wieder lohnen". Der Eon-Chef forderte Bürokratieabbau:

    "Denn was nützt das Ziel, in Deutschland ein Windrad in zehn Monaten zu genehmigen, wenn wir zehn Jahre für die Leitung benötigen, die den daraus erzeugten Strom weiterleitet?"

    Eon will bis 2026 europaweit 22 Milliarden Euro in den Ausbau der Netzinfrastruktur stecken. Dafür brauche es aber passende Investitionsbedingungen, mahnte Birnbaum an. 2022 habe klargemacht, dass Versorgungssicherheit keine Selbstverständlichkeit sei. Vor diesem Hintergrund seien die staatlichen Interventionen unvermeidlich und richtig gewesen. Aber er warnte davor, in "eine unüberlegte Staatsgläubigkeit" zurückzufallen.

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