Wirtschaft

EU und Großbritannien: Kohleembargo gegen Russland tritt in Kraft

Die EU-Mitgliedstaaten und Großbritannien stellen am Donnerstag den Import von Kohle aus Russland ein. Trotz möglicher schwerwiegender Folgen versuchen die Länder, die russische Wirtschaft vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine weiter zu schwächen.
EU und Großbritannien: Kohleembargo gegen Russland tritt in KraftQuelle: Legion-media.ru © Bihlmayerfotografie

Die EU-Staaten dürfen ab Donnerstag keine Kohle mehr aus Russland importieren. Um Mitternacht endet die Übergangsphase für das Kohleembargo gegen Russland, das die EU-Staaten als Teil des fünften Sanktionspakets im April beschlossen hatten. Damit sich die Industrie auf das Einfuhrverbot einstellen konnte, hatten sich die Länder auf eine Übergangsfrist von 120 Tagen geeinigt.

Ziel des Importstopps sei es, die russische Wirtschaft vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine weiter zu schwächen, hieß es aus Brüssel. Nach Angaben der EU-Kommission im April könnte das Kohleembargo für Russland ein Minus von rund acht Milliarden Euro pro Jahr bedeuten.

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet jedoch, dass Russland einer der größten Kohlelieferanten der EU sei. Nach Angaben des russischen Energieministeriums habe Russland im Jahr 2021 48,7 Millionen Tonnen Kohle oder 21,8 Prozent der Gesamtimporte der EU-Mitgliedstaaten geliefert.

In Großbritannien tritt das Kohleembargo gegen Russland am 10. August in Kraft. Für Großbritannien könne dies jedoch schwerwiegende Folgen haben, weil das Land erheblich von Kohlelieferungen aus Russland abhängig sei, erklärt TASS. Laut Statistik habe das Land im Jahr 2021 48 Prozent seines Kohlebedarfs importiert. Das Gesamtvolumen habe 4,6 Millionen Tonnen betragen. Davon seien 43 Prozent russische Kohle gewesen.

Mit dem Kohleembargo sanktionierte die EU erstmals Energielieferungen aus Russland. In einem späteren Sanktionspaket einigten sich die EU-Länder zudem darauf, Erdöllieferungen aus Russland weitgehend zu verbieten, um den Druck auf Moskau weiter zu erhöhen.

Dies soll jedoch erst ab Ende des Jahres gelten, mit Ausnahmen für einige besonders abhängige Länder wie Ungarn, die weiterhin per Pipeline aus Russland beliefert werden dürfen. Am Dienstag gab der russische Staatskonzern Transneft allerdings bekannt, dass Öllieferungen über die Druschba-Leitung nach Ungarn eingestellt worden seien. Am 4. August hatte das ukrainische Energieunternehmen Ukrtransnafta die Lieferung von russischem Öl über die Druschba-Pipeline nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei gestoppt. Kiew stellte den Transit ein, weil Russland aufgrund der EU-Sanktionen den Transit nicht mehr bezahlen konnte.

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(rt de/dpa)

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