Wirtschaft

Euro fällt zum ersten Mal seit Mai 2017 unter 62 Rubel

Erstmals seit 2017 notiert die Eurowährung nur knapp über 61 Rubel. An der Moskauer Börse wird der Euro billiger als der US-Dollar gehandelt. Die russische Währung gewinnt gegenüber dem Euro und dem US-Dollar weiter an Wert, da Exporteure ihre Deviseneinnahmen abstoßen.
Euro fällt zum ersten Mal seit Mai 2017 unter 62 RubelQuelle: Gettyimages.ru © Karol Serewis

Im frühen Handel an der Moskauer Börse ist der Euro am Donnerstag auf 61,1075 Rubel gefallen. Die europäische Währung wurde zuletzt im Mai 2017 unter 62 Rubel gehandelt. Gegenüber dem Vortag fiel der Euro um 5,6 Rubel.

Auch gegenüber dem US-Dollar legt der Rubel zu. Unmittelbar nach Handelsbeginn lag der Dollarkurs bei 63,315 Rubel, fiel im weiteren Verlauf auf 63,2175 Rubel und erreichte damit vorerst einen Tiefststand. Infolgedessen wurde der Euro an der Moskauer Börse billiger gehandelt als der US-Dollar.

Im weiteren Verlauf machte der Euro einen Teil seiner Verluste wieder wett. Kurz nach zehn Uhr Moskauer Zeit war die europäische Währung um 85 Kopeken auf 65,85 Rubel gestiegen. Der US-Dollar verlor jedoch 33,5 Kopeken und fiel weiter auf 63,11 Rubel.

Die russische Währung legt gegenüber dem Euro und dem US-Dollar zu, da russische Exporteure ihre Deviseneinnahmen abstoßen. Der Rubel verdankt sein Vertrauen den strengen Devisenkontrollen und dem bestehenden Handelsüberschuss, so Wladislaw Silajew, ein führender Händler bei der russischen Investmentgesellschaft Alfa Capital. Die Nachfrage nach Devisen unter den Importeuren sei nach wie vor sehr bescheiden, während die Exporteure den Markt weiterhin mit beträchtlichen Deviseneinnahmen versorgten, fügte der Experte hinzu.

Laut Bogdan Swaritsch, dem Chefanalysten der russischen Finanzplattform Banki.ru, wird sich der Rubel heute wahrscheinlich weiter festigen, da die Unterstützung durch die Exporteure vor dem Höhepunkt der Steuerzahlungen in Russland zunimmt. Exporteure werden ihre Deviseneinnahmen verkaufen, um Steuern in Rubel zu zahlen. Die wichtigsten Steuerzahlungen finden am 25. und 27. Mai statt. Infolgedessen könnte das US-Dollar-Rubel-Paar in den Bereich von rund 62,6 Rubel zurückkehren, der in der vergangenen Woche als Tiefststand notierte. Sollte die US-amerikanische Währung dieses Niveau unterbieten, könnte sie auf 60 Rubel fallen, sagte der Experte.

Dmitri Polewoi, Investitionsdirektor bei der russischen Firma Loko-Invest, erwartet ebenfalls eine weitere Aufwertung der russischen Währung. Seiner Ansicht nach könnte der US-Dollar kurzfristig auf ein Niveau von 60 bis 55 Rubel fallen und sich bei 60 Rubel pro US-Dollar stabilisieren. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass dieses Niveau lange gehalten werde. Mittelfristig werde die US-Währung einen Teil ihrer Verluste wieder wettmachen. Polewoi prognostiziert:

"Für die zweite Hälfte des Jahres 2022 streben wir eine Spanne von 70 bis 85 Rubel an."

Der Zufluss von Exporteinnahmen bei gleichzeitig begrenzten Importen hat dazu geführt, dass die sich Wechselkurse zwischen dem Rubel und dem US-Dollar sowie dem Euro an das vorpandemische Niveau herangetastet haben, so die Analysten der Rosbank. Trotz der positiven Auswirkungen der Rubelaufwertung auf die Inflation und die Risiken für die Finanzstabilität könnten mögliche Verluste für den Haushalt und den Exportsektor eine Lockerung der Kapitalverkehrsbeschränkungen erforderlich machen, so die Experten.

Elwira Nabiullina, die Vorsitzende der russischen Zentralbank, brachte diesen Vorschlag bei einer Vorstandssitzung im April zur Sprache. Angenommen wurden die Maßnahmen aber noch nicht. Wahrscheinlich wird eine Kommission, die neue Grundsätze der Währungsregulierung ausarbeiten soll, für Rechtssicherheit sorgen. Bis zur Zusammenfassung der Ergebnisse ihrer Arbeit werden die Export-Import-Ströme den Rubel-Wechselkurs jedoch zumindest bis Ende des Monats an der unteren Grenze der Spanne von 63 bis 70 Rubel pro US-Dollar halten. Der Euro-Wechselkurs wird sich im Mai voraussichtlich weiterhin im Bereich von 65 bis 72 Rubel bewegen.

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