Zweiter Anlauf: Indien will private Kryptowährungen verbieten

Indien startet einen zweiten Anlauf, um Kryptowährungen zu verbieten. Die indische Regierung befürchtet negative Auswirkungen durch die unkontrollierte Nutzung von digitalen Währungen wie dem Bitcoin – vor allem in Bezug auf die Jugend, die "verderben" könnte.

Die indische Regierung hat einen Vorschlag zum Verbot aller privaten Kryptowährungen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des indischen Parlaments gesetzt. Nur wenige Tage zuvor hatte Premierminister Narendra Modi erklärt, dass Dinge wie Bitcoins in die "falschen Hände" geraten und Indiens Jugend "verderben" könnten.

Der Gesetzentwurf würde einen Rahmen für eine offizielle digitale Währung schaffen und "alle privaten Kryptowährungen in Indien verbieten", so die Ankündigung der Lok Sabha, des indischen Repräsentantenhauses, vom Dienstag. Das Gesetz wird auf der Tagesordnung der Legislative stehen, wenn diese am 29. November zur Wintersitzung zusammentritt.

Ein früheres Verbot von Kryptowährungen in Indien wurde im April 2020 aufgehoben, was zu einem boomenden Kryptowährungsmarkt führte. Während keine offiziellen Daten verfügbar sind, gibt es in Indien Schätzungen zufolge 15 bis 20 Millionen Kryptoinvestoren mit einem Vermögen von bis zu 400 Milliarden Rupien (5,4 Milliarden US-Dollar), wie Reuters berichtete.

Die Regierung in Neu-Delhi blickte misstrauisch auf diese Entwicklung. Letzte Woche sagte Premierminister Modi, es sei "wichtig, dass alle demokratischen Nationen bei Kryptowährungen wie Bitcoin zusammenarbeiten" und "sicherstellen, dass sie nicht in die falschen Hände geraten, was unsere Jugend verderben kann".

Die indische Zentralbank hatte "ernste Bedenken" gegenüber privaten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum geäußert und im Juni erklärt, sie arbeite an einer eigenen digitalen Währung, die bis Ende des Jahres eingeführt werden soll.

China hat Bitcoin im September de facto verboten, indem es alle kryptobezogenen Handelsaktivitäten im Inland untersagte und ausländischen Börsen verbot, Geschäfte mit den Investoren auf dem Festland zu tätigen.

Doch es gibt auch Staaten, die private Kryptowährungen fördern. Derweil hat das mittelamerikanische Land El Salvador Bitcoin neben dem US-Dollar zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt und Krypto-Mining-Anlagen eingerichtet, die mit geothermischer Energie aus Vulkanen betrieben werden.

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