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Dänische Zeitung setzt Coronavirus auf Flagge Chinas – Peking fordert Entschuldigung

Die chinesische Botschaft in Kopenhagen hat die dänische Zeitung Jyllands-Posten aufgefordert, sich für eine Karikatur zu entschuldigen, auf der die chinesische Staatsflagge mit dem Coronavirus abgebildet ist. Der Chefredakteur weigerte sich jedoch.
Dänische Zeitung setzt Coronavirus auf Flagge Chinas – Peking fordert EntschuldigungQuelle: Reuters © Ritzau Scanpix/Ida Marie Odgaard

Die Karikatur wurde am Montag Januar veröffentlicht. Darauf ist die chinesische Flagge mit fünf Corona-Viren statt fünf Sternen dargestellt. Nach Auffassung der Botschaft "sei das außerhalb der Grenzen einer zivilisierten Gesellschaft". Das Bild habe "China beleidigt" und "die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt".

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Der Autor des Bildes, Niels Bo Bojesen, den die Botschaft auch zu einer Entschuldigung aufforderte, kommentierte den Vorfall nicht.

Der Chefredakteur von Jyllands-Posten, Jacob Nybroe, sagte gegenüber dem dänischen Fernsehsender TV 2, dass die Zeitung China und das chinesische Volk nicht beleidigen wollte. Er weigerte sich jedoch, sich zu entschuldigen oder die Karikatur aus der Zeitung zu entfernen, weil er darin nichts Schlechtes sehe. "Dieses Bild, im Unterschied zu vielen anderen Karikaturen, spiegelt den jetzigen Stand der Dinge in der Welt wider", sagte Nybroe.

Jyllands-Posten gerät nicht zum ersten Mal unter Kritik aus dem Ausland. So veröffentlichte die Zeitung im Jahr 2005 eine Karikatur von dem Propheten Mohammed. Das Bild löste Proteste von Muslimen zuerst in Dänemark und dann in muslimischen Ländern aus. Mehrere Staaten, darunter Saudi-Arabien und Libyen, riefen ihre Botschafter aus Dänemark zurück und boykottierten dänische Waren. Dänemark schloss seine Botschaften in Syrien, Pakistan, Indonesien und im Iran. Die radikalislamische Bewegung Taliban setzte ein Kopfgeld auf den Autoren der Karikatur aus.

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