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"Und führe uns nicht in Versuchung": Russin verklagt McDonald's wegen appetitlicher Werbung

Eine Russin klagt und verlangt von dem Fast-Food-Konzern McDonald's eine Entschädigung in Höhe von 1.000 Rubel (11,50 Euro). Die orthodoxe Christin bemängelt die zu appetitliche Werbung von Cheeseburgern, wegen der sie im Jahr 2019 die große Fastenzeit gebrochen hat.
"Und führe uns nicht in Versuchung": Russin verklagt McDonald's wegen appetitlicher WerbungQuelle: Sputnik © ALEXEI MAISCHEW

Der Schnellrestaurantkette McDonald's droht in Russland ein Prozess wegen der Beleidigung der Gefühle von Gläubigen. Eine in Moskau wohnende Christin fordert vom Fast-Food-Konzern eine Entschädigung in Höhe von 1.000 Rubel oder 11,50 Euro. Ein Gericht der russischen Hauptstadt, das den Fall erörtern soll, hat der Nachrichtenagentur TASS bestätigt, die Klage erhalten zu haben. Demnach steht aber noch kein Termin für die einleitende Anhörung fest.

Die Klägerin will im April 2019 wegen einer Werbung für Cheeseburger und Chicken McNuggets in der Stadt Omsk moralische Schmerzen empfunden haben. Nach eigenen Angaben hatte sie zu jenem Zeitpunkt bereits 16 Jahre in Folge die große Fastenzeit vor Ostern strikt befolgt und kein Fleisch gegessen. Als sie aber die appetitliche Reklame sah, konnte sie sich nicht der Versuchung widersetzen und brach das Fasten nach ungefähr einem Monat Fleischverzicht.

Auch der Preis dürfte eine Rolle bei der Verleitung zur Sünde gespielt haben: Der Cheeseburger kostete die Gläubige 39 Rubel oder 45 Cent. In der Werbung von McDonald's sah die russisch-orthodoxe Christin einen Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz. Die Frau bat in ihrer Klage das Gericht, zu prüfen, ob es "in den Handlungen" der Schnellrestaurantkette irgendeinen Verstoß gegeben habe.

Ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche kommentierte gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Klage der Christin mit folgenden Worten:  

"Ich rate ihr, zur Beichte statt vor Gericht zu gehen."

In Moskau läuft derzeit bereits ein anderer Prozess gegen McDonald's. Ein Kunde fordert vom Konzern eine Entschädigung in Höhe von gut 23.000 Euro, nachdem er auf der Treppe vor einem Schnellrestaurant ausgerutscht ist und sich ein Bein gebrochen hat.

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