Schweiz

WEF lädt Irans Außenminister nach Kritik aus

Das Weltwirtschaftsforum in Davos beginnt unter dem Motto des Dialogs. Doch bereits zum Auftakt zeigt sich, wie politisch aufgeladen das Treffen nunmehr ist. Während US-Präsident Donald Trump das Forum dominiert, wurde der iranische Aussenminister kurzfristig ausgeladen. Das wirft Fragen nach Neutralität, Glaubwürdigkeit und Grenzen des Dialogs auf.
WEF lädt Irans Außenminister nach Kritik ausQuelle: Sputnik © Sergey Guneev

Rund 3.000 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus aller Welt nehmen am 56. Jahrestreffen des WEF teil.

Donald Trump ist mit der größten US-Delegation in der Geschichte des Forums vertreten und hält am Mittwoch eine Rede. Beobachter sprechen von einem starken Einfluss der Vereinigten Staaten auf die Themenwahl und die Gespräche in Davos.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wird hingegen nicht teilnehmen. Das Forum begründete den Schritt mit der anhaltenden Gewalt in Iran, bei der zahlreiche Protestierende getötet wurden.

Menschenrechtsorganisationen und Politiker hatten die Einladung im Vorfeld kritisiert, insbesondere aus den Vereinigten Staaten. Senator Lindsey Graham bezeichnete es als unangemessen, einem Vertreter Teherans eine Plattform zu bieten.

Am Wochenende haben rund 600 Demonstranten in der Region Davos protestiert. Sie kritisierten die Präsenz globaler Eliten und warfen dem Forum vor, wirtschaftliche Machtstrukturen zu festigen. Die Proteste verliefen friedlich, zeigen aber, dass das Forum auf öffentliche Aufmerksamkeit trifft.

Erstmals seit der Gründung ist Klaus Schwab nicht als Vorsitzender anwesend. Die neue Leitung ist verantwortlich für die Gestaltung des Programms und die Koordination der Diskussionen.

Das Treffen steht unter dem Motto "Geist des Dialogs", wobei die Teilnehmer Themen wie wirtschaftliche Stabilität, Handel und technologische Innovationen behandeln. In der Praxis spiegeln die Gespräche derweil deutlich die Interessen der Vereinigten Staaten wider.

Mehr zum Thema - Davos ist nicht wie früher: Die geopolitischen Pfaue haben den Kampf verloren

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.