
Davos wird zum US-Forum: Zum Auftakt steht das WEF im Zeichen Donald Trumps

Das World Economic Forum 2026 steht unter einem offiziellen Leitsatz, doch die tatsächliche Dynamik folgt einer anderen Logik. In Davos dreht sich in diesem Jahr fast alles um Donald Trump.
Der US-Präsident prägt Präsenz, Gespräche und Erwartungen stärker als jeder andere Teilnehmer. Das Forum wird zur politischen Bühne eines Mannes, der Macht demonstrieren will.
Trump reist mit der größten amerikanischen Delegation an, die Davos je gesehen hat. Außenminister, Finanzminister, Handelsminister, Energieminister sowie die wichtigsten Sondergesandten begleiten ihn.
Die Vereinigten Staaten treten geschlossen auf. Für zahlreiche Gesprächspartner ist somit ersichtlich, in welchen Bereichen Entscheidungen vorbereitet werden und in welchen nicht.

Die Agenda des Forums verschiebt sich entsprechend. Wirtschaftliche Zukunftsfragen treten in den Hintergrund, während Sicherheitsgarantien, Handelsbedingungen und geopolitische Abhängigkeiten dominieren.
Trump bringt keine Visionen mit, sondern Forderungen. Wer Zugang zum US-Markt will, muss investieren, produzieren oder mit Zöllen rechnen. Davos dient ihm als Ort, um diese Linie unmissverständlich zu kommunizieren.
Auch für Europa wird das Treffen zur Bewährungsprobe. Mehrere Staats- und Regierungschefs suchen das Gespräch mit dem amerikanischen Präsidenten, nicht aus Neugier, sondern aus Notwendigkeit.
Die Unsicherheit über künftige Handelsregeln und militärische Zusagen treibt viele Delegationen nach Graubünden. Trumps Auftritt wirkt dabei weniger vermittelnd als ordnend. Er setzt Prioritäten und lässt wenig Raum für Widerspruch.
Besonders deutlich zeigt sich dies im Umgang mit internationalen Konflikten.
Es laufen Gespräche bezüglich der Ukraine, des Nahen Ostens und Irans, bei denen die amerikanische Position den Rahmen vorgibt. Andere Akteure reagieren, passen sich an oder sind um Schadensbegrenzung bemüht. Lösungen entstehen nicht in öffentlichen Runden, sondern in bilateralen Treffen unter amerikanischer Führung.
Für die Schweiz verkörpert dieses WEF eine herausfordernde Aufgabe. Sie stellt den Rahmen, sorgt für Sicherheit und fungiert als Gesprächskanal in heiklen Dossiers. Politisch jedoch bleibt wenig Gestaltungsspielraum. Davos ist Gastgeber, nicht Taktgeber.
Das WEF 2026 markiert eine Verschiebung. Es dient weniger dem Austausch unterschiedlicher Perspektiven, als vielmehr der Demonstration politischer Realität. Diese Realität trägt in diesem Jahr einen klaren Namen: Donald Trump.
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