Schweiz

Silvestertragödie in Crans-Montana: Jüngstes Opfer erst 14 Jahre alt

Im schweizerischen Crans-Montana brach in der Silvesternacht ein Brand in der Bar "Le Constellation" aus. Mindestens 40 Menschen starben, 119 wurden verletzt. Ursache waren offenbar Wunderkerzen auf leicht entflammbarem Schaumstoff. Die Betreiber sollen strafrechtlich belangt werden, die Behörden stehen in der Kritik.
Silvestertragödie in Crans-Montana: Jüngstes Opfer erst 14 Jahre altQuelle: Gettyimages.ru © Harold Cunningham

In der Nacht auf den 1. Januar 2026 brach in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana in der Schweiz der schlimmste Brand seit Jahrzehnten aus. Mindestens 40 Menschen starben, 119 weitere wurden verletzt, viele davon schwer. Unter den Opfern sind Jugendliche und junge Erwachsene, das jüngste bekannte Opfer war 14 Jahre alt.

Die Walliser Kantonspolizei teilte am Sonntag mit, dass 16 weitere Verstorbene identifiziert und ihren Familien übergeben werden konnten.

Zu den Opfern zählen vier Schweizerinnen im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie sechs Schweizer im Alter von 16 bis 31 Jahren. Außerdem kamen zwei 16-jährige Italiener, ein italienischer und emiratischer Staatsangehöriger (16), ein 18-jähriger Rumäne, ein 39-jähriger Franzose und ein 18-jähriger Türke ums Leben. Damit sind bislang 24 der Toten offiziell identifiziert.

Die Brandursache ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass brennende Wunderkerzen auf Champagnerflaschen die Decke des Partykellers entzündeten, die großflächig mit Schaumstoffmatten verkleidet war. Dieser leicht entflammbare Schaumstoff geriet offenbar in Brand und führte zu einer plötzlichen Rauchgasdurchzündung. Augenzeugen berichteten von Panik und Gedränge, als Gäste versuchten, über eine schmale Treppe zu fliehen.

Gegen die Betreiber der Bar, Jacques und Jessica Moretti, wird seit Freitag wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Beide befinden sich derzeit auf freiem Fuß. Die Gemeinde Crans-Montana hat angekündigt, im Strafverfahren als Zivilklägerin aufzutreten.

Der Einsatz von leicht entflammbaren Schallschutzmatten aus Schaumstoff, wie sie in Baumärkten frei verkauft werden, rückt zunehmend in den Fokus. Brandschutzexperten und Politiker fordern strengere Vorschriften und deutlichere Warnhinweise für solche Produkte. 

Auch die Rolle der Behörden wird diskutiert. Laut Betreiber Moretti wurde die Bar in zehn Jahren nur dreimal kontrolliert, die Gemeindepräsidenten betonen dagegen, dass Kontrollen regelmäßig stattgefunden hätten.

Ob diese ausreichend waren und ob die Schaumstoffverkleidung den Sicherheitsauflagen entsprach, ist Teil der laufenden Untersuchungen. Kritisch bleibt die Tatsache, dass im Wallis im Gegensatz zu anderen Kantonen keine obligatorische Gebäudeversicherung besteht, was regelmäßige Brandschutzkontrollen erfordern würde.

Die Brandkatastrophe belastet auch das Schweizer Gesundheitssystem. Zahlreiche Spitäler mussten geplante Operationen verschieben, um die zahlreichen Brandverletzten zu versorgen. Einige Verletzte wurden mit Helikoptern der Rega in verschiedene Kliniken transportiert. Besonders betroffen sind Jugendliche unter 18 Jahren, die zum Teil im künstlichen Koma behandelt werden.

Die Betroffenheit ist im ganzen Land groß. Bundespräsident Guy Parmelin hat für den 9. Januar einen nationalen Trauertag angekündigt, bei dem landesweit um 14 Uhr die Kirchenglocken läuten und eine Schweigeminute abgehalten wird.

Die offizielle Gedenkfeier findet in Crans-Montana statt.

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