
Medwedew warnt vor "bedauerlichen Folgen": Deutsche Politik muss umdenken
Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, heute stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates, hat einen exklusiven Kommentar für RT abgegeben. Dabei ging es unter anderem um Deutschland und den aktuellen Zustand der deutsch-russischen Beziehungen.
Mit Blick auf die Bundesrepublik würden "erstaunliche Dinge" geschehen, sagte Medwedew. Die derzeitige Führung in Berlin, der Bundeskanzler und eine Reihe seiner Mitarbeiter bewegten sich "auf dem Weg des Vergessens der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs".

Das sei "sogar erstaunlich", da ihre Haltung "vor nicht allzu langer Zeit eine andere zu sein schien", betonte der Politiker und fuhr mit seiner Diagnose fort:
"Doch heute setzen sowohl der derzeitige Bundeskanzler als auch seine Mitarbeiter das traurige Werk ihrer Vorgänger fort. Für manche sind es Verwandte, für andere vielleicht ideologische Vorbilder. Das heißt, im Grunde verhalten sie sich wie Neonazis, die versuchen, unser Land auf unterschiedlichste Weise zu bekämpfen. Sie organisieren die Produktion auf ihrem Territorium, sie unterstützen weiterhin das neonazistische Bandera-Regime in Kiew. Sie schließen unsere Konsulate, sie treffen andere restriktive Entscheidungen in Bezug auf russisches Vermögen. Ganz zu schweigen von den Sanktionen, die von der deutschen Regierung verhängt wurden."
All das werde "äußerst traurige Folgen" sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für die Menschen haben, sagte Medwedew. Deutsche hätten bereits vieles verloren, als sie die Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation verweigert hätten. Er warnte:
"Sollte dies so weitergehen, könnten die Folgen für die deutsche Wirtschaft und ganz allgemein für den deutschen Staat auch andere sein. Davor hat das Verteidigungsministerium gewarnt, und auch andere Amtsträger haben sich zu diesem Thema geäußert."
Medwedews Appell an Deutschland:
"Meiner Meinung nach sollten sie also noch einmal darüber nachdenken und einen wesentlich besonneneren Kurs einschlagen, anstatt zu versuchen, direkt in eine Konfrontation mit unserem Land zu treten."
Medwedew äußerte sich auch zum Bereich, für den er im Nationalen Sicherheitsrat zuständig ist – die russische Rüstungsgüterproduktion. Dazu sagte der Ex-Präsident, die in den letzten Jahren getätigten Investitionen würden bereits ihre Wirkung zeigen.
Die Produktion neuer Technik und Waffen, darunter auch Sprengstoffe, bringe bei der Durchführung der militärischen Sonderoperation "einen durchaus spürbaren Nutzen", unterstrich er. Diese Art von Investitionen werde weiter ausgebaut, damit "die Russische Föderation und unsere Streitkräfte über ausreichende Produktionskapazitäten für Spezialchemikalien, Schießpulver und Treibstoff verfügen, um besonders gefragte Kampfmittel herzustellen und auf das Erreichen von Ergebnissen hinzuarbeiten".
Diese Arbeit werde fortgesetzt, versprach Medwedew.
Am Mittwochmorgen hatte der frühere russische Staatschef in seinen sozialen Netzwerken den Vorwurf der Bundesregierung, Russland sei für die Anfang August auf dem Flughafen Leipzig-Halle aufgefundene Drohne verantwortlich, zurückgewiesen. Die Darstellungen von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete er als "erfunden" und "unbewiesen". Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg warf Medwedew der jetzigen Führung in Berlin einen "neonazistischen" und "erbittert russophoben" Kurs gegen Russland vor und drohte dem EU- und NATO-Staat mit Bestrafung:
"Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik, die für die Bandera-Clique bestimmt ist. Und durchaus auch gegen einige andere Orte in Berlin."
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