
Bergunglück auf Kamtschatka: Touristengruppe gerettet, aber zwei Tote

Auf der Halbinsel Kamtschatka in Russlands Fernem Osten spielen sich dramatische Ereignisse ab. Eine siebenköpfige Touristengruppe, die seit dem 7. April verschollen war, ist am 10. April geborgen worden, allerdings kam für zwei ihrer Angehörigen jede Hilfe zu spät. Die regionale Verwaltung berichtete dazu auf Telegram:
"Nach Angaben des operativen Notdienstes des Verwaltungszentrums für Krisensituationen hat die Suchgruppe alle sieben Teilnehmer der Tour gefunden. Zwei Touristen wurden tot aufgefunden, fünf lebend, doch mit erheblichen Frostschäden. Der Zustand der Verletzten wird ermittelt, sie werden per Hubschrauber evakuiert. Die Regierung von Kamtschatka wird den Angehörigen der Toten jede Hilfe leisten."
Sergei Lebedew, Kamtschatkas Minister für Notsituationen, betonte in Bezug auf das Bergunglück:
"Es ist eine schreckliche Tragödie, deren Grund, wie immer, in Missachtung von elementaren Sicherheitsregeln liegt."

Ursprünglich hatte die Gruppe aus neun Touristen ihren Weg am 28. März in der Siedlung Pinatschewo durch den Naturpark Nalytschewo begonnen. Am 3. April spaltete sich die Gruppe nach einem inneren Konflikt auf: Zwei Touristen folgten mit einem Zelt und einem Funkgerät einer verkürzten Route, während sieben ihren ursprünglichen Weg ohne Zelte und Funkverbindung fortsetzten. Das separierte Duo kehrte nach Lebedews Angaben ohne Zwischenfälle nach Pinatschewo zurück, sodass es inzwischen keine Verschollenen mehr gebe.
Die siebenköpfige Gruppe war zuletzt am 7. April bei einem Wasserfall am Fluss Schumnaja gesehen worden, woraufhin jeglicher Kontakt zu ihr unterbrochen war. Am nachfolgenden Rettungseinsatz nahmen Inspektoren des Naturparks Nalytschewo und Mitarbeiter von spezialisierten Rettungsdiensten teil. Die Suche wurde durch einen Zyklon erschwert, der für Temperaturen von bis zu -10 °C in der Nacht, Schneewehen und Sturmböen von bis zu 25 Metern pro Sekunde sorgte. Lebedew erklärte, dass sich die Touristen dadurch verirrt haben und erfroren sein könnten.
Inzwischen werden die überlebenden Touristen medizinisch untersucht. Bei den beiden Toten handelt es sich um junge Männer der Jahrgänge 2001 und 2003, einen Absolventen und einen Studenten der Staatlichen Bergbau-Universität Sankt Petersburg.
Russlands Ermittlungskomitee leitete eine Untersuchung wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung von zwei oder mehr Personen sowie wegen Erbringung von unsicheren Dienstleistungen, die aus Fahrlässigkeit den Tod von zwei oder mehr Personen verursachten. Die entsprechenden Artikel des russischen Strafgesetzbuchs sehen Freiheitsstrafen von höchstens vier beziehungsweise höchstens zehn Jahren vor. Im Rahmen der Überprüfung soll eine "prinzipielle rechtliche Bewertung der Aktionen der Organisatoren der Tour" erfolgen.
Kamtschatka ist eine entlegene Halbinsel im äußersten Nordosten Russlands. Ihre unberührte Natur und imposanten Vulkanlandschaften zogen im Jahr 2024 über 400.000 Touristen an. Dabei bergen die schwach entwickelte Infrastruktur und natürliche Gefahren Risiken für unvorbereitete Reisende. Der Awatschinski-Pass, an dem sich das Unglück ereignete, liegt zwischen den Vulkanen Awatschinskaja Sopka und Korjakskaja Sopka, 25 Kilometer von der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski entfernt.
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