
Auktion in Moskau: Raritäten russischer Kunst kommen auf dem Markt

Nach der Loslösung von den westlichen Kunstmärkten haben russische Auktionshäuser einen großen qualitativen Sprung gemacht. Jetzt können auch sie mit superteuren Losen und rarem Kunstwerk aufwarten. Ein Beispiel dafür ist das Auktionshaus Litfond mit Niederlassungen in Moskau und Sankt Petersburg. Russische Kunst, die früher vorwiegend auf westliche Auktionsplattformen floss, die "thematische" Versteigerungen durchführten, konzentriert sich jetzt im Land.

Deshalb tauchen bei den Auktionen von Litfond immer wieder unglaubliche Raritäten aus Privatsammlungen auf. So wird es auch in diesem Frühjahr sein – denn es wird eine großangelegte Auktion mit "russischer" Kunst geben, bei der teure Raritäten aus bisher streng geheimen Sammlungen angeboten werden. Eine Besonderheit der Auktion ist die Rückkehr seltener Objekte aus berühmten Privatsammlungen in den öffentlichen Raum. Darunter befinden sich Lose aus den Sammlungen des Leningrader Sammlers Solomon Schuster, des Avantgarde-Kenners Igor Sanowitsch und Werke aus dem Familienarchiv des sowjetischen Außenministers Andrei Gromyko. In der Pressemitteilung des Auktionshauses heißt es:
"Am 7. März eröffnet das Auktionshaus Litfond die Frühjahrssaison mit einer großangelegten Auktion. In diesem einzigartigen Auktionsraum werden Gemälde, Grafiken und Objekte der dekorativen und angewandten Kunst zu sehen sein, die einen Überblick über das russische Schaffen von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts bieten […]. Bei der Auktion von Litfond wird eine Sammlung russischer Kunst mit einem Schätzwert von 150 Millionen Rubel angeboten. Die Startgebote für die Lose beginnen bei 1 Rubel, aber einige Werke werden bereits auf Hunderttausende oder sogar Millionen Rubel geschätzt. So stieg beispielsweise das Gebot für das Gemälde 'Stillleben mit goldener Vase' von Robert Falk auf 1,8 Millionen Rubel."
Zu den Raritäten zählen auch Werke der Künstlervereinigung "Mir Iskusstwa" (Welt der Kunst). So habe etwa das Aquarell "Im Wald" von Albert Benois ein Höchstgebot von 500.000 Rubel (5.500 Euro) erreicht, während für das Gemälde "Innenraum der Kirche Jesuiten" von Alexander Benois 120.000 Rubel (rund 1.300 Euro) geboten worden seien, wie das Auktionshaus mitteilt. Dabei wird betont: Für Litfond ist dies nicht nur eine Auktion, sondern ein "kuratorisches Projekt, mit dem ein echtes nationales Kulturgut präsentiert werden kann", das lange Zeit der breiten Öffentlichkeit verborgen geblieben war. Und die Ambitionen des Auktionshauses sind nicht zu unterschätzen – sie erklären, dass sie "eine Sammlung zusammengestellt haben wollten, die einer Museumsausstellung würdig ist".
Daher ist es nicht verwunderlich, dass beispielsweise ein Werk von musealer Qualität des bayerischen Hofmalers Peter von Hess, Meisters des historischen Genres und der Schlachtengemälde, zur Versteigerung angeboten wird. Werke dieses Künstlers befinden sich unter anderem in der Staatlichen Eremitage. "Werke von Hess sind auf dem Markt selten, und jeder solche Auftritt wird zu einem Ereignis" – so heißt es bei Litfond.
Das Auktionshaus Litfond ist unter Sammlern und Kunstliebhabern für seine Versteigerungen bekannt, die an spannende Krimis erinnern – dort werden ständig echte Raritäten angeboten, wie beispielsweise die verschollene Ausgabe von Dostojewskis "Die Dämonen", rare Fotografien der Familie des letzten russischen Zaren oder seltene Gemälde von Marc Chagall.
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