Russland

Ausländische Firmen dürfen die Warenmärkte Russlands nicht mehr analysieren

Ausländische Marktforschungsunternehmen dürfen gemäß der neuen Version des Handelsgesetzes keinen Zugang mehr zu den russischen Warenmärkten haben. Das gilt auch für russische Firmen, die zu mehr als 20 Prozent aus dem Ausland kontrolliert werden.
Ausländische Firmen dürfen die Warenmärkte Russlands nicht mehr analysierenQuelle: Sputnik © RIA Nowosti

Seit Anfang März sind massive Veränderungen für Marktforschungsunternehmen in Kraft getreten. Nach den neuen Vorschriften dürfen ausländische Gesellschaften keine Marktforschung in Russland mehr betreiben. Das Portal RBK schreibt dazu:

"Seit dem 1. März gilt für ausländische Unternehmen oder Organisationen, die von anderen Staaten kontrolliert werden, ein Verbot, Dienstleistungen zur Analyse der Warenmärkte in Russland anzubieten. Die Beschränkung gilt auch für russische Unternehmen, die zu mehr als 20 Prozent aus dem Ausland kontrolliert werden.
Im Rahmen einer Ausnahmeregelung ist es zulässig, Untersuchungen im eigenen Interesse durchzuführen, ohne die Ergebnisse an Dritte weiterzugeben oder im Auftrag staatlicher Stellen."

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Standortbestimmung von Daten. Server mit Untersuchungsdaten müssen sich dabei zwingend in Russland befinden. Dabei geht es um Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 800 Millionen Rubel.

Wie das Portal RBweiter berichtet, haben ausländische Marketingunternehmen vor der Verabschiedung der Gesetzesänderungen versucht, Einfluss auf die neuen Vorschriften zu nehmen. So bat die britische Preisagentur Argus Media, die mit der russischen Seite zusammengearbeitet und zuvor ihre Daten für Haushaltsprognosen und makroökonomische Modelle zur Verfügung gestellt hatte, das Finanzministerium Anfang Februar, Änderungen in das Gesetz aufzunehmen. Das Unternehmen, das auch nach dem Jahr 2022 seine Daten trotz Sanktionen weiterhin mit Moskau teilte, äußerte "ernsthafte Besorgnis" darüber, dass es im Falle einer Gesetzesänderung nicht in der Lage sein würde, "den vollen Umfang seiner Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten".

Mehr zum Thema - Experten: Westliche Unternehmen erwarten bei Rückkehr nach Russland harte Zeiten

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.