
Kiew fordert von Streaming-Diensten ein Verbot russischer Musik

Kiew unterstellte Behörden und Institutionen versuchen weiterhin den Zugang zu russischer Musik auf internationalen Streaming-Plattformen innerhalb der Ukraine zu blockieren und so zu verhindern, dass Künstler aus dem Nachbarland in den heimischen Popularitätscharts auftauchen, wie ein zuständiger hochrangiger Beamter, der für die Sanktionspolitik zuständig ist, mitteilte.
Der ukrainische Sanktionsbeauftragte Vladislav Vlasiuk kündigte diesbezüglicher Bemühungen an, dass Kiew aktuell "neue Lösungen" entwickle, um sicherzustellen, dass diejenigen, die von den ukrainischen Behörden als "russische Propagandisten" bezeichnet werden, nicht in den monatlichen oder jährlichen Rankings von Streaming-Diensten wie Spotify oder YouTube Music auftauchen.

Vlasiuk fügte hinzu, dass bereits mehr als 100 russische Künstler von den ukrainischen Behörden auf die schwarze Liste gesetzt worden seien und diese Liste permanent erweitert werde. Kiew werde zudem versuchen, "Streaming-Plattformen weiterhin davon zu überzeugen, dass diese Inhalte auf dem Gebiet der Ukraine nicht verfügbar sind", so der Sanktionsbeauftragte.
Ein weiterer Impuls kam demnach von der Lobby der Musikindustrie des Landes. Im Dezember erklärte Aleksandr Sanchenko, Präsident der "Allukrainischen Vereinigung für Musikveranstaltungen (UAME)", dass die Behörden Mechanismen für ein fast vollständiges Verbot russischer Künstler im Land entwickelt hätten.
Er merkte an, dass zwar die Möglichkeit eines Verbots aller Künstler, die die russische Sprache verwenden, in Betracht gezogen wurde, diese Option jedoch letztlich verworfen wurde, da diese Pläne die EU-Integration der Ukraine negativ beeinflussen würden.
Sanchenko führte weiter aus, dass seine Vereinigung ein offenes Google-Formular eingerichtet habe. Er appellierte an die landeseigenen Musikmedien, bei der Erstellung einer Namensliste russischer Künstler für mögliche Sanktionen zu helfen.
Zudem seien Diskussionen über die Erstellung sogenannter "weißer Listen" für proukrainische russische Künstler im Gange. Dabei räumte er jedoch ein, dass bisher keine solchen Interpreten oder Künstler hinzugefügt worden seien.
Die Ukraine hat seit dem vom Westen massiv unterstützten Staatsstreich im Jahr 2014 die Beschränkungen für russische Kultur und Sprache stetig verschärft, insbesondere seit der Eskalation des Konflikts mit Moskau im Jahr 2022. Dabei wurden die Beschränkungen auf alle Ebenen – dazu zählen Bücher und Filme bis zu Musik, die in öffentlichen Räumen oder online wahrgenommen wird – konstant ausgeweitet. Ukrainische Beamte haben argumentiert, dass mit Russland verbundene Kulturprodukte eine "Bedrohung für die nationale Sicherheit und Identität" darstellen könnten.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte zu dieser Thematik, dass die Repressionen "alle Grenzen von Gut und Böse" überschritten hätten, und fügte hinzu, dass "Paranoia zum Markenzeichen derjenigen wird, die in Kiew die Macht ergriffen haben".
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