Russland

Russland: Handel kauft mehr chinesisches Bier statt deutsches und tschechisches

China drängt Deutschland und Tschechien aus russischen Bierregalen. Das liegt weniger an Zöllen als vielmehr an der Qualität des Getränks: Zur Steigerung der Gewinne füllen europäische Anbieter minderwertiges Bier ab, das nach vereinfachten Rezepturen hergestellt wird.
Russland: Handel kauft mehr chinesisches Bier statt deutsches und tschechischesQuelle: Sputnik © RIA Nowosti

Russische Handelsketten kaufen nun mehr Bier aus China und anderen asiatischen Ländern, um die europäische Ware zu ersetzen. Dies erklärte Daniil Briman, der Vorsitzende des Rates der Russischen Brauereivereinigung, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur URA.ru. Allerdings hat asiatisches Bier seine Besonderheiten und ist daher bei russischen Verbrauchern nicht so beliebt. "Chinesisches und generell asiatisches Bier hat seine Besonderheiten. Für seine Herstellung wird häufig Reis verwendet, weshalb es leichter ist oder, wie Brauer sagen, einen flachen Geschmack hat. Das ist nicht das, was der russische Verbraucher gewohnt ist", bemerkt er. Daniil Briman erklärt weiter:

"Chinesisches Bier war schon immer auf dem russischen Markt vertreten. Allerdings wurde es hauptsächlich als exotisches Produkt oder in Restaurants mit asiatischer Küche verkauft. Jetzt ist es überall in den Handelsketten erhältlich. Die Einzelhändler haben damit versucht, den Rückgang der Anzahl ausländischer Marken in den Regalen auszugleichen. Es gibt nun nicht nur Produkte aus China, sondern auch aus Vietnam und sogar aus für die Bierbranche so exotischen Ländern wie Nordkorea. Insgesamt macht dies jedoch nur etwa ein Prozent oder weniger des Gesamtvolumens aus. Ich denke, dieser Anteil könnte noch um einen Prozentpunkt steigen, gerade weil es das qualitativ nicht so gute Bier aus westlichen Ländern ersetzt."

Die Zölle und Sanktionen stellten sich bei den Bierimporten also nicht als das größte Problem heraus. Denn der Großteil des heute aus Europa nach Russland gelieferten Bieres stammt nicht von bekannten Marken, sondern es sind nach vereinfachten Rezepturen gebraute Getränke, die speziell für den russischen Markt hergestellt werden, wie Experten feststellen. Als die Regierung Zölle auf Bierimporte aus unfreundlichen Ländern einführte, fanden die Importeure einen Weg, diese zu umgehen – vor allem Lieferungen über Weißrussland, erklärte Daniil Briman. Die Zölle wurden unter anderem eingeführt, damit hochwertige Produkte auf dem russischen Markt bleiben und zweifelhafte Produkte verschwinden, deren Verkauf nach den neuen Regeln unrentabel wird. Zum Teil ist dies auch geschehen – seriöse Importeure, die mit hochwertigem Bier bekannter Marken arbeiten, erfüllen die neuen Anforderungen. Einige Unternehmen umgehen sie jedoch, indem sie anstelle von Qualitätsbier vereinfachte Varianten abfüllen. Letztendlich werden solche Getränke dennoch vom russischen Markt gefiltert und teilweise durch in Asien hergestelltes Bier ersetzt. Und wie Branchenexperten betonen, bleibt trotz aller Importe jedoch wie bisher das eigene, heimische Bier der Favorit der russischen Käufer.

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