Russland

"Wir klagen an!" – Russische Reaktionen auf ukrainischen Drohnenangriff auf Neujahrsfeier in Chorly

Als "besonders zynisch" und "abscheulich" werten russische Offizielle den Drohnenangriff auf eine Neujahrsfeier im Gebiet Cherson. Marja Sacharowa zog Parallelen zu Verbrechen der ukrainischen Nazi-Kollaborateure und beschuldigte den Westen der Komplizenschaft.
"Wir klagen an!" – Russische Reaktionen auf ukrainischen Drohnenangriff auf Neujahrsfeier in ChorlyQuelle: TASS

Nach dem verheerenden ukrainischen Drohnenangriff auf ein Café im Gebiet Cherson meldeten sich viele russische Politiker und Regierungsvertreter auf Telegram zu Wort. Die Reaktionen fielen teilweise sehr emotional aus. Mehr als 24 Menschen wurden in der Silvesternacht durch ein durch offenbar besonders präparierte Drohnen ausgelöstes Feuerinferno aus dem Leben gerissen.

Der Anschlag ereignete sich kurz nach Mitternacht während einer Neujahrsfeier in dem kleinen Dorf Chroly an der Schwarzmeerküste. Laut dem Gebietsgouverneur fand die Attacke mit schwer löschbaren Brandsätzen fast zeitgleich mit dem Glockenschlag der Kremluhr am Spasskij-Turm statt.

Alexander Chinschtein, Gouverneur des russischen Grenzgebietes Kursk, zeigte sich fassungslos. Er schrieb: "Die ukrainische Junta hat ein weiteres Mal einen blutigen Beweis erbracht, dass ihr alles Menschliche fremd ist: In der Neujahrsnacht ein Café zu beschießen, in dem Menschen sich erholten und amüsierten. Wo Kinder anwesend waren. Diese ekelerregende Brutalität will einem schlicht nicht in den Kopf!"

Die Sprecherin des Außenministeriums der Russischen Föderation, Maria Sacharowa, schenkte der Angriffswaffe besondere Beachtung. Dies bewog Sacharowa zum Ziehen offensichtlicher geschichtlicher Parallelen: 

"Auf dieselbe Weise verbrannten Kollaborateure aus der Westukraine Menschen in dem weißrussischen Dorf Chatyn: Sie trieben die Menschen in Scheunen, die sie dann anzündeten. Und wer es aus diesen ins Freie schaffte, wurde erschossen. 

Heute sehen wir diese bestialische Handschrift beim Kiewer Neonazi-Regime: derselbe Hass, dieselbe Entmenschlichung in geometrischer Progression, dieselbe Schändung des Heiligen",

fuhr Sacharowa fort. Mit klaren Worten beschuldigte die Diplomatin westliche Staats- und Regierungschefs der Komplizenschaft: 

"Heute werden den Präsidenten und Premierministern des kollektiven Westens auf den Frühstückstisch, zusammen mit Croissants und pochierten Eiern, auch Berichte darüber vorgelegt, wie die Milliarden ihrer Steuerzahler ausgegeben wurden: wie viele Geschenke zum Neuen Jahr damit erworben wurden, die man zum Mord an Zivilisten einsetzt; wie sie an der Vernichtung von Kindern teilgenommen haben.

Dessen klagen wir all jene an, die die terroristischen Bastarde in der Ukraine sponsern!

Wir klagen an – des Mordes an Kindern und der Vernichtung von Zivilisten!

Wir klagen an – der Zersetzung der ukrainischen Staatlichkeit, die sich in eine Mordmaschine verwandelt hat!

Wir klagen an!"

Die Sprecherin des russischen Föderationsrates, Walentina Matwijenko, bezeichnete den Angriff des ukrainischen Militärs auf Zivilisten als absolute moralische Abscheulichkeit und erklärte, dass die Vertreter des Kiewer Regimes keine politische Zukunft haben sollten. Sie schrieb:

"Wir haben es hier mit einer absoluten moralischen Abscheulichkeit zu tun. Mit Wesen, denen jegliche Verbindung zu dem inneren moralischen Gesetz fehlt, mit dem Gott den Menschen ausgestattet hat. Und die daher keinerlei moralisches Recht haben, in einer normalen Gesellschaft die Macht zu vertreten und die Unterstützung des Volkes zu beanspruchen. Umso mehr dürfen sie keine politische Zukunft haben."

Laut Matwijenko gebe es keine Rechtfertigung für den Zynismus und die bestialische Grausamkeit der Kiewer Führung, die in der Silvesternacht die Entscheidung getroffen habe, unbewaffnete Menschen zu töten. Sie betonte:

"Sie wussten genau, dass sich dort friedliche Urlauber und Familien mit Kindern befanden, und haben bewusst angegriffen."

Tsarjow: Neujahrsbankett in drei Wellen angegriffen

Laut Ex-Radaabgeordnetem und Kenner der Region Oleg Zarjow befanden sich zum Zeitpunkt des ersten Angriffs etwa 100 Personen im Restaurant. Es handele sich um ein gemischtes Publikum, wobei es unter den Anwesenden keine hohen Beamten oder auffällig hochrangigen Militärs gab. Manche waren aus anderen Städten Russlands zugereist. Eine Liste der Opfer sei noch nicht erstellt worden, da viele Tote bis zur Unkenntlichkeit verbrannt seien. Tsarjow bestätigte auch, dass Kinder unter den Opfern waren. 

Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sich unter den Gästen auch Militärangehörige befunden haben – die Region liege an der Front –, aber aus den Aussagen der Überlebenden, die derzeit befragt würden, gehe hervor, dass es sich nicht um hochrangige Offiziere gehandelt habe.

Zeugenaussagen zufolge verfehlte die erste Sprengdrohne ihr Ziel und fiel neben dem Café herunter. Dann folgte ein Angriff mit Munition mit treffenden Elementen (Kartätschen): Der Raum und die darin befindlichen Menschen wurden buchstäblich mit kleinen Splittern durchsiebt. Der dritte Angriff erfolgte mit einer Thermomischung, berichtet Zarjow – "die Temperatur war so hoch, dass viele bis zur Unkenntlichkeit verbrannten; anhand einiger Überreste lässt sich nur anhand der Größe erkennen, dass es sich um ein Kind handelt."

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