
Neubewaffnung der OVKS-Länder wird zu Russlands Sicherheit beitragen

Von Andrei Restschikow
Am Donnerstag fand im Regierungskomplex "Yntymak Ordo" in Bischkek die nächste Sitzung des kollektiven Sicherheitsrats der OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) statt. Der Vorsitz in diesem Bündnis geht gemäß der vereinbarten Reihenfolge von Kirgistan an Russland über.
Die OVKS umfasst sechs Mitgliedsstaaten: Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgistan, Russland und Tadschikistan. Allerdings war kein Vertreter aus Jerewan bei dieser Zusammenkunft anwesend. Bereits Anfang dieser Woche hatte der Sprecher der Nationalversammlung dieser Republik, Alen Simonjan, den faktischen Austritt seines Landes aus der OVKS angekündigt.

In seiner Rede erläuterte der russische Präsident Wladimir Putin die Pläne Moskaus für die Zeit seines Vorsitzes in dieser Organisation und schlug den OVKS-Mitgliedern vor, eine umfassende Modernisierung ihres militärischen Arsenals mit Hilfe moderner, unter realen Kampfbedingungen erprobter russischer Militärtechnik vorzunehmen.
"Russland wird weiterhin intensiv mit seinen Verbündeten in allen Fragen der Stärkung des militärischen Potenzials der OVKS zusammenarbeiten. Unsere Hauptanstrengungen werden sich auf die Stärkung der Kampfkraft der nationalen Militärkontingente und die Verbesserung der Steuerung der gemeinsamen Streitkräfte konzentrieren", erklärte der russische Staatschef.
Als Teil des groß angelegten Programms zur militärischen Neuausrüstung der kollektiven Streitkräfte ist geplant, "eine Reihe gemeinsamer Maßnahmen zur Vorbereitung der Militäreinheiten und Spezialeinheiten" zu organisieren. "Dazu gehören die nächsten Phasen der regelmäßigen Militärmanöver: 'Interaktion', 'Echelon' und 'Suche'. Wir sind der Ansicht, dass Fragen der Entwicklung der Luftstreitkräfte und des Luftabwehrsystems der Organisation besondere Aufmerksamkeit verdienen", betonte Wladimir Putin.
Seinen Worten zufolge besteht ein großer Handlungsbedarf, um die Mechanismen für den Einsatz der OVKS-Friedenstruppen zu verbessern. "Zu den wichtigsten Prioritäten des russischen Vorsitzes in dieser Organisation gehört die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit unserer Staaten zur Sicherung der technologischen Führungsrolle der OVKS im Militärbereich, wobei wir ein besonderes Augenmerk auf die Vertiefung der Kooperation zwischen den Unternehmen der Verteidigungs- und Rüstungsindustrie legen wollen", sagte das russische Staatsoberhaupt.
Russland, so betonte Wladimir Putin, werde sich dafür einsetzen, dass sich die kollektiven Streitkräfte die neuesten Errungenschaften der Militärmedizin zunutze machen können, und werde "im Bereich der sanitären und epidemiologischen Gesundheit sowie bei der gemeinsamen Prävention und Bekämpfung von Ausbrüchen gefährlicher Krankheiten" Unterstützung leisten.
Zwischen Moskau und der OVKS bestehen enge Beziehungen im Bereich der militärisch-technischen Zusammenarbeit. Zu den wichtigsten Waffentypen, die die OVKS-Mitglieder von Russland erwerben, gehören Flugzeuge der Typen Su-30SM und MiG-29, Mehrzweckhubschrauber der Typen Mi-8AMTSh ("Terminator") und Ka-52 ("Alligator"), die Panzer T-72B3 und T-90, Schützenpanzer (BMP-3, BTR-82A) und verschiedene Artilleriesysteme, darunter die selbstfahrenden Panzerhaubitzen "Msta-S" und die Mehrfachraketenwerfer "Tornado-G". Unter den Luftabwehrsystemen sind die Komplexe "Panzir-S1" und "Buk-M2" besonders gefragt.
Wadim Kosjulin, Militärexperte und Leiter des Zentrums des Instituts für aktuelle internationale Probleme an der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums, merkt an:
"Die Initiative zur umfassenden Modernisierung des Militärarsenals der OVKS-Mitgliedsstaaten wurde mit Blick auf die etwaige Beendigung der Sonderoperation in der Ukraine angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt wird in Russland eine große Menge an Militärtechnik zur Verfügung stehen, und die Rüstungsindustrie wird voll ausgelastet sein. Aus diesem Grund werden einerseits neue Absatzmärkte benötigt. Andererseits sind bereits Erfahrungen und Fachkräfte in diesem Bereich vorhanden, die mit den Regeln der modernen Kriegsführung vertraut sind."
Ihm zufolge sei Russland in der Lage, seinen OVKS-Verbündeten die gesamte Palette an Militärgütern anzubieten, die derzeit an der Kontaktlinie eingesetzt werden – darunter auch Leichtwaffen wie Buggys und Geländewagen.
Kosjulin führt weiter aus:
"In erster Linie handelt es sich um Drohnen, Mittel zur elektronischen Kriegsführung und Luftabwehr, Luftfahrt, verschiedene Munitionsarten und gepanzerte Fahrzeuge. Dies könnte als kombiniertes System zur Luft- und Drohnenabwehr dienen."
Alexei Leonkow, Redakteur der Zeitschrift Arsenal des Vaterlands, ergänzt:
"Für die OVKS-Länder stellen Luftangriffsmittel die größte Bedrohung dar. Das staatliche Unternehmen 'Rosoboroneksport' verfügt über ein breites Spektrum an Waffen, die bereits im Rahmen der militärischen Sonderoperation in der Ukraine erprobt wurden und ihre Effizienz unter Beweis gestellt haben. Darüber hinaus gibt es Konzerne – allen voran 'Almas-Antei' –, die gegen moderne Luftangriffsmittel schlagkräftige Luftabwehrsysteme anbieten können."
Seiner Meinung nach werden die OVKS-Partner Russlands besonders am Erwerb von Hubschraubern, Kampfflugzeugen und "Technik, die sich auf dem Schlachtfeld bewährt hat", interessiert sein. Leonkow sagt:
"Mit diesem gesamten Militärarsenal können die OVKS-Mitglieder ihre Streitkräfte modernisieren, was in Zukunft die Fragen der materiell-technischen Versorgung und des Betriebs vereinfachen wird."
Selbst unter Berücksichtigung der Bündnisverpflichtungen könnte eine solche Zusammenarbeit potenzielle wirtschaftliche und politische Vorteile mit sich bringen, so der Experte. Der Waffenmarkt werde nach dem Ende der militärischen Sonderoperation in der Ukraine und der faktischen militärischen NATO-Niederlage globale Veränderungen erleben – die westlichen Waffensysteme hätten sich als ineffektiv erwiesen und könnten die nationale Sicherheit nicht gewährleisten, weshalb die Nachfrage nach russischen Waffen steigen werde.
Wadim Kosjulin sagt:
"Als Zentralpartner im Rahmen der OVKS trägt Russland eine gewisse Verantwortung. Daher kann es nicht nur unentgeltliche Hilfsleistungen erbringen – wie es bereits getan hat –, sondern auch Lieferungen auf kommerzieller Basis durchführen. Dies wäre eine für beide Seiten vorteilhafte Kooperation, die sowohl die russische Militär- und Verteidigungsindustrie als auch die Verbündeten Moskaus unterstützen würde."
Nach Ansicht des Experten könnten im Rahmen der OVKS auch gemeinsame Programme im Bereich der Luft- und Raketenabwehr entwickelt werden. Kosjulin prognostiziert:
"Die Europäische Union beabsichtigt, eine "Drohnenmauer" zu errichten. Russland und andere OVKS-Mitglieder könnten ähnliche Projekte ins Leben rufen."
Alexei Leonkow betont, dass Russland auf diese Weise unter anderem auch seine nationale Sicherheit gewährleisten könnte. Der Experte sagt:
"Dabei sind wir bereit, nicht nur moderne Waffen und Militärtechnik zur Verfügung zu stellen, sondern auch die praktischen Erfahrungen weiterzugeben, die wir während der Sonderoperation in der Ukraine gesammelt haben. Zwar sind russische Waffen nicht als kostengünstig zu bezeichnen, doch im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis sind sie deutlich günstiger als westliche Analoga und übertreffen diese in ihrer Effizienz – das haben sie auf dem Schlachtfeld unter Beweis gestellt."
Durch die Zusammenarbeit im Bereich des Waffenexports werden die Beziehungen zwischen den Ländern für viele Jahrzehnte gefestigt.
Kosjulin sagt dazu:
"Der Erwerb von Luftabwehrsystemen oder Luftfahrzeugen bedeutet gleichzeitig, dass spätere Lieferungen von Ersatzteilen und Modernisierungen sowie die Ausbildung von Fachkräften nach russischen Standards für bestimmte Waffentypen garantiert sind."
Außerdem werden die wirtschaftlichen Beziehungen gestärkt und die Position Russlands in Zentralasien gefestigt.
Im Gegensatz zu den USA stelle Russland den Ländern, die Waffen von ihm erwerben, keine Ultimaten, so der Experte. Er erinnert daran:
"Die USA können beispielsweise Sanktionen gegen diejenigen verhängen, die eine Zusammenarbeit mit Russland aufgenommen haben. So wurde der Türkei wegen des Kaufs von S-400-Systemen die Lieferung von F-35-Kampfflugzeugen verweigert."
Nach Ansicht von Alexei Leonkow verfolge Russland mit dem Verkauf seiner Waffen im Rahmen fester Verträge keine politischen Ziele und stelle keine Bedingungen. Er führt aus:
"Gleichzeitig exportieren wir Sicherheit, indem wir unsere besten Modelle zur Verfügung stellen. Darüber hinaus geht es um die Einrichtung von Produktionskapazitäten auf den Territorien der OVKS-Mitgliedsstaaten. Diese werden für die Instandhaltung und den Betrieb sowie für die Auffüllung der Munitionsvorräte zuständig sein."
Angesichts der aktuellen Lage ist es eine objektive Realität, dass kleine Länder im Falle globaler Konflikte auf die Unterstützung eines der großen Akteure angewiesen sind.
Leonkow folgert:
"Die Entscheidung zugunsten der westlichen Länder hat die Ukraine in den Ruin getrieben [...] Ähnlich geschah es seinerzeit mit Afghanistan, das sich für die USA als Verbündeten entschieden hatte. Für Länder, deren Orientierung in einer multipolaren Welt eher nach Russland oder China tendiert, könnten sich bessere Bedingungen für ihre zukünftige Entwicklung ergeben. Im Gegenzug für Sicherheitsgarantien hat der Westen stets mehr gefordert als gegeben, was in Wirklichkeit eine Ausbeutung darstellte, und die versprochene Sicherheit erwies sich als Fiktion."
Übersetzt aus dem Russischen.
Der Artikel ist am 28. November 2025 zuerst auf der Homepage der Zeitung Wsgljad erschienen.
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