Russland

Gericht hebt Bewährungsstrafe von russischem Regisseur Kirill Serebrennikow auf

In Moskau hob ein Gericht die zur Bewährung ausgesetzte Strafe des Regisseurs Kirill Serebrennikow auf. Auch sein Strafregister wurde gelöscht. Damit wurde dem Antrag der Verteidigung auf Aufhebung der Bewährungsstrafe vor Ablauf der Bewährungszeit stattgegeben.
Gericht hebt Bewährungsstrafe von russischem Regisseur Kirill Serebrennikow aufQuelle: Sputnik © Kirill Kalinnikow

Das Moskauer Gericht Chamownitscheski hat die Entscheidung über die Verhängung einer Bewährungsstrafe gegen den Filmemacher Kirill Serebrennikow vor Ablauf seiner Bewährungszeit aufgehoben und die Strafe aus seinem Register gelöscht. Dies berichtete der Pressedienst des Gerichts. Wörtlich hieß es:

"Richterin Mischtschenko vom Gericht Chamownitscheski beschloss, dem entsprechenden Antrag der Verteidigung stattzugeben und die bedingte Verurteilung von Serebrennikow vor Ablauf seiner Bewährungszeit aufzuheben und sein Strafregister zu löschen."

Laut dem Gerichtsurteil, kam die Richterin zu dem Schluss, dass Serebrennikow sich nach seiner Verurteilung tadellos verhalten haben soll. Er habe den von ihm verursachten Schaden wiedergutgemacht und die Geldstrafe bezahlt. Auf dieser Grundlage könne das Gericht sein Strafregister löschen und seine Bewährungsstrafe vor Ablauf der Bewährungszeit aufheben, so die Richterin.

Im Juni 2020 hatte das Meschtschanski-Gericht in Moskau Serebrennikow und sein Team wegen Veruntreuung staatlicher Fördergelder schuldig gesprochen. Es handelte sich um 129 Millionen Rubel (rund 1,3 Millionen Euro). Serebrennikow erhielt damals eine dreijährige Bewährungsstrafe. Zwei weitere Angeklagte, die Produzenten Aleksei Malobrodski und Juri Itin, wurden ebenfalls zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die ehemalige Mitarbeiterin des Kulturministeriums, Sofja Apfelbaum, wurde der Fahrlässigkeit für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe verurteilt, aber wegen Verjährung freigesprochen.

Zudem gab das Gericht auch der Klage des Kulturministeriums statt, das von Serebrennikow, Itin und Malobrodski gesamtschuldnerisch rund 129 Millionen Rubel Schadensersatz verlangt. Ein Jahr später wurde bekannt, dass Serebrennikow die gerichtlich festgelegte Geldstrafe bezahlt hatte. In Oppositionskreisen galt der Prozess als politisch motiviert.

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