Russland

Inmitten globaler Nahrungsmittelkrise: Russland verzeichnet schlechteste Getreideernte seit Jahren

Wegen globaler Versorgungsprobleme werden die Haushalte in weiten Teilen Europas von stark gestiegenen Lebensmittelpreisen belastet. Die Lage könnte sich nun noch zusätzlich zuspitzen, nachdem Russland die schlechteste Getreideernte seit drei Jahren gemeldet hat.
Inmitten globaler Nahrungsmittelkrise: Russland verzeichnet schlechteste Getreideernte seit JahrenQuelle: Sputnik © Ilja Naimuschin

Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Rosstat ging die Roggenernte in Russland im Jahr 2021 um erstaunliche 29 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen zurück, während die Weizen- und Gerstenproduktion um jeweils etwa zwölf (75,9 Millionen Tonnen) und 14 Prozent (18 Millionen Tonnen) sank. Lediglich die Maisernte verbesserte sich um fünf Prozent auf 14,6 Millionen Tonnen. Insgesamt wurde in Russland im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2020 fast zehn Prozent weniger Getreide geerntet (120,7 gegen 133,5 Millionen Tonnen).

Die geringe Ernte ist auf eine Kombination aus Dürren, dem Absterben der Winterkulturen und einem Mangel an Saisonarbeitern zurückzuführen. Das US-Landwirtschaftsministerium hatte zu Beginn der Saison eine russische Weizenernte von 85 Millionen Tonnen vorausgesagt, senkte jedoch seine Prognose, nachdem mehrere wichtige landwirtschaftliche Regionen, darunter Orenburg und Tatarstan, von schlechtem Wetter heimgesucht worden waren.

Laut Kirill Tremasow, Direktor für Geldpolitik bei der russischen Zentralbank, haben die Anstrengungen der Landwirte nicht zu einer "sehr guten Ernte" geführt. Er warnte davor, dass die Lebensmittelpreise in Russland im Jahr 2022 wahrscheinlich weiter steigen werden.

Die russische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2021 einen starken Anstieg der Inflation, was dazu führte, dass viele Arbeitnehmer mit geringem Einkommen Schwierigkeiten hatten, sich Lebensmittel und andere grundlegende Dinge zu leisten. Im Sommer veröffentlichte Zahlen zeigten, dass die Lebensmittelpreise im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent gestiegen waren, und in einer Umfrage im August gab die Hälfte aller Russen an, dass sie aufgrund von Bargeldmangel auf den Kauf neuer Hemden und Schuhe verzichtet hätten.

Auch in einer Reihe europäischer Länder kam es in den letzten Wochen zu Versorgungsengpässen, die auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen sind, darunter Logistikprobleme und die COVID-19-Pandemie.

Die meisten großen Getreideexportländer, darunter Kanada, Brasilien und die USA, hatten im Jahr 2021 ebenfalls wie Russland mit Ernteausfällen zu kämpfen. Die Ukraine hingegen, die mit Russland um den Titel des weltweit größten Exporteurs konkurriert, verzeichnete eine Rekordernte. Sie produzierte über 106 Millionen Tonnen Getreide, Hülsenfrüchte und Ölsaaten und übertraf damit die Prognose des eigenen Landwirtschaftsministeriums, die bei 100 Millionen Tonnen lag. Dies ist zum Teil auf staatliche Zuschüsse in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar zurückzuführen, die den Landwirten zur Förderung des Agrarsektors, der derzeit neun Prozent des BIP ausmacht, zur Verfügung gestellt wurden.

Die ukrainische Nationalbank schätzt, dass die Ernte das BIP des Landes um 0,8 Prozent steigern wird und es dem Land ermöglichen könnte, sich als weltweit führender Getreideexporteur zu positionieren. Im Jahr 2021 war China der größte Importeur von ukrainischen Agrarprodukten, gefolgt von Indien und den Niederlanden.

Mehr zum ThemaHöhere Energie-, Dünger- und Rohstoffpreise werden auch 2022 Lebensmittel deutlich teurer machen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team