Russland

Weitere Foltervideos aus russischen Gefängnissen – Insasse aus Fenster geworfen

Das russische Menschenrechtsprojekt Gulagu.net hat weitere grausame Foltervideos aus russischen Strafanstalten veröffentlicht. Eines der Videos zeigt, wie ein Häftling aus dem Fenster geworfen wird. Später erlag der Mann seinen Verletzungen.
Weitere Foltervideos aus russischen Gefängnissen – Insasse aus Fenster geworfenQuelle: Gettyimages.ru © JakeOlimb

Auf dem YouTube-Kanal des russischen Menschenrechtsprojekts Gulagu.net ist ein weiteres Video mit Aufnahmen von Folterungen erschienen, diesmal aus einem Gefängnis in der sibirischen Stadt Krasnojarsk. Der Organisation zufolge handelt es sich dabei um ein geheimes FSB-Archiv und ein Videoarchiv des russischen Strafvollzugs FSIN. Das Material soll ihre Angestellten zugeschickt bekommen haben. In der Beschreibung zu dem Video hieß es:

"Diese Veröffentlichung ist weniger als ein Prozent von dem, was wir haben. Wir werden weiterhin konsequent die Sodomie, die Folter und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Menschheit entlarven, an denen Hunderte und Aberhunderte von skrupellosen Mitarbeitern von FSB, FSIN und deren verdeckten Agenturen beteiligt sind. Wir machen weiter."

Nach Angaben von Wladimir Osetschkin, dem Gründer von Gulagu.net, wurde das schockierende Material im Oktober dieses Jahres gefilmt. Er erklärte, das Video zeige Häftlinge, die mit Gefängnisbeamten zusammenarbeiten und einen anderen Häftling auf Geheiß der Leitung schlagen.

Ein weiteres Video, das von Überwachungskameras im Hof der Strafanstalt stamme und im Juli 2020 aufgenommen worden sei, zeige, wie ein Gefangener absichtlich aus einem Fenster geworfen werde, hieß es weiter. Nach Angaben Osetschkins, der sich auf einen Beamten des Krasnojarsker Föderalen Strafvollzugsdienstes berief, sei der Mann zwei Tage nach dem Sturz verstorben.

Im Oktober hatte Gulagu.net mehrere Videos mit Szenen von sexuellem Missbrauch und Folter von Insassen eines Gefängniskrankenhauses in Saratow enthüllt. Nach der Veröffentlichung der Aufnahmen leitete das russische Ermittlungskomitee mehrere Strafverfahren ein. Der Leiter des Föderalen Strafvollzugsdienstes im Gebiet Saratow wurde entlassen. Im November entließ der russische Präsident Wladimir Putin Alexander Kalaschnikow, den Leiter der russischen Strafvollzugsbehörde.

Vor Kurzem wurde in der Staatsduma ein Gesetzentwurf zur Verschärfung der Strafmaße für Folterungen durch Beamte eingebracht. Es wurde vorgeschlagen, diese als besonders schweres Verbrechen einzustufen und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren zu bestrafen.

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