Russland

Impfgegner gegen Impfbefürworter: Rund 300 Teilnehmer an Corona-Protest in Jekaterinburg

In der russischen Stadt Jekaterinburg haben sich am Wochenende zu einem gemeldeten Corona-Protest rund 300 Menschen versammelt. Es kamen aber auch Impfbefürworter, die die Demonstrierenden überreden wollten.
Impfgegner gegen Impfbefürworter: Rund 300 Teilnehmer an Corona-Protest in JekaterinburgQuelle: Sputnik © Pawel Lissizyn

Vergangenen Sonntag haben sich Demonstrierende in Russlands viertgrößter Stadt Jekaterinburg zu einer Protestaktion gegen Impfzertifikate versammelt. Diese wurden im Oktober eingeführt. In der Region dürfen derzeit nur noch Genesene und Geimpfte Gastronomiebetriebe, Kultur- und Sporteinrichtungen sowie andere öffentliche Orte besuchen.

Auf den Plakaten der Teilnehmer stand "Ich bin keine Ware, ich bin ein Mensch" oder "Städte, wacht auf, unsere Heimat ist in Not". Während der Aktion sammelten die Teilnehmer Unterschriften unter einem Appell an die Chefin der russischen Verbraucherschutzbehörde Anna Popowa.

Schätzungen zufolge nahmen etwa 300 Personen an der Kundgebung teil. Die Polizei schritt nicht ein und sprach von einem friedlichen Verlauf. Wie auf Fotos und Videos zu sehen ist, trugen die meisten Demonstranten keinen Mundschutz. Einige tanzten und sangen russische Lieder.

Zu der Kundgebung kamen aber auch Unterstützer der Maßnahmen, darunter der Journalist Innokenti Scheremet. Er sei gekommen, um sich "die Protestteilnehmer anzuschauen". Er findet, dass sie mitverantwortlich dafür sind, dass er zuletzt schwer an COVID-19 erkrankt war, sagte er zu Reportern. Auch die Befürworter hielten Plakate. So zeigte ein junger Mann sein ausgedrucktes Impfzertifikat. Die Aktivisten forderten die Polizei auf, ihn wegzubringen, doch die Gesetzeshüter griffen nicht ein.

Eine weitere junge Frau hielt ein Plakat über die im Großen Vaterländischen Krieg Gefallenen hoch und meinte, es sei unfair, Konzentrationslager und QR-Codes zu vergleichen.

Die vorherige Protestaktion fand in Jekaterinburg vor zwei Wochen statt, daran hatten auch etwa 300 Menschen teilgenommen.

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