Russland

Amtsantrittsparty nach Minenunglück: Russischer Bürgermeister verliert Posten

Nach einem schweren Bergwerksunglück mit 51 Toten hat der Gouverneur des russischen Gebiets Kemerowo drei Tage Trauer angeordnet. Nichtsdestoweniger feierte ein Bürgermeister angeblich vor diesem Hintergrund seinen Amtsantritt. Das Festessen kostete den Politiker das Amt.
Amtsantrittsparty nach Minenunglück: Russischer Bürgermeister verliert PostenQuelle: www.globallookpress.com © West Coast Surfer Source / moodboard

Der Gouverneur des russischen Gebiets Kemerowo, Sergei Ziwiljow, hat am Freitag den Bürgermeister der Stadt Prokopjewsk seines Amtes enthoben. Somit bekleidete Wjatscheslaw Startschenko diesen Posten nur einen Tag lang. Der Grund für die Maßnahme war ein Festessen, das das Stadtoberhaupt angeblich anlässlich seines Amtsantritts organisiert hatte, obwohl der Gouverneur wegen eines schweren Unglücks im Bergwerk "Listwjaschnaja" drei Tage Trauer angeordnet hatte.

Auf einem Video von der Amtsantrittsparty waren festlich gedeckte Tische und mindestens 15 Gäste zu sehen. Die Aufnahme wurde in den sozialen Netzwerken veröffentlicht und von vielen Medien aufgegriffen.

Gouverneur Ziwiljow reagierte auf den Eklat umgehend und entschieden. Er verurteilte auf Telegram die Party während der Trauerzeit und schrieb unter anderem:

"Die Menschen, die jenem Festessen beigewohnt haben, haben offenbar kein Herz, da sie es sich in diesem solch furchtbaren und für uns alle schweren Augenblick gegönnt haben, etwas zu feiern."

Startschenko wies seinerseits in einem Interview alle Anschuldigungen der Pietätlosigkeit zurück. Es habe weder Festessen noch Amtsantrittsfeier gegeben. Er sei auf dem Video nicht einmal zu sehen. Der nun ehemalige Bürgermeister forderte eine objektive Untersuchung und kündigte an, er werde versuchen, ein Treffen mit dem Gouverneur zu vereinbaren, um Ziwiljow seine Sichtweise darzulegen.

Am 25. November waren infolge einer Havarie im Bergwerk "Listwjaschnaja" in der Stadt Belowo 46 Kumpel und fünf Rettungskräfte ums Leben gekommen. Mehr als 50 Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten sich insgesamt 285 Menschen unter Tage befunden. Im Gebiet Kemerowo wurde vom 26. November bis zum 28. November öffentliche Trauer angeordnet.          

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